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Materia medica · Nr. 3028

Santoninum

Sant.

Auch: santin

In 185 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Santoninum ist der wirksame Bestandteil des Wurmsamens, gewonnen aus dem Zitwerbeifuß, dem auch das Mittel Cina entstammt. Die Materia medica ordnet es den Wurmbeschwerden von Kindern zu, mit Zähneknirschen im Schlaf und krampfartigen Zuständen. Als Eigenheit gilt die Farbverschiebung des Sehens: Die Repertorien führen grünes Sehen und einen Hof um Lichtquellen auf; die Literatur beschreibt ergänzend das Gelbsehen. Der Harn ist auffällig verfärbt und übelriechend.

Konstitution

KörperbauEin eigener Körperbautypus wird nicht beschrieben; klassisch stehen Kinder mit Wurmbeschwerden im Vordergrund.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen keine eigenen Rubriken vor. Beobachtbar sind nächtliche Unruhe, Zähneknirschen im Schlaf und ein verminderter Appetit. Ein ausgearbeitetes Temperamentsbild ist in der Literatur nicht beschrieben; für die verwandten Züge ist auf Cina zu verweisen.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken keine Gemütssymptome ausgewiesenNächtliche Unruhe mit Zähneknirschen im SchlafIn der Literatur nicht näher beschrieben

Zu Santoninum sind im Repertorium keine Gemütsrubriken verzeichnet. Das Mittel wird in der Literatur als der wirksame Bestandteil des Wurmsamens geführt und weitgehend über seine körperlichen Zeichen bestimmt: die Farbverschiebung des Sehens, die Harnveränderungen und die krampfartigen Zustände. Mittelbar gehören dazu die nächtliche Unruhe und das Zähneknirschen im Schlaf, die bei Wurmbeschwerden von Kindern beschrieben werden. Ein eigenständiges seelisches Bild wäre an dieser Stelle nicht belegt; wer die Gemütsebene beurteilen möchte, findet die ausgearbeiteten Züge bei Cina, dem Mittel derselben Pflanze.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Farbverschiebung des Sehens: grünes Sehen und ein Hof um Lichtquellen, beides im hohen Grad verzeichnet; die Literatur beschreibt ergänzend das Gelbsehen
Auffällig veränderter Harn: kalt, übelriechend, rot oder dunkelgrünlich, teils eitrig; im höchsten Grad ist die Kälte des Harns aufgeführt
Erschwertes, tropfenweises Wasserlassen; unwillkürlicher Harnabgang, auch nachts im Bett; häufiger Drang; Blasenentzündung
Wurmbeschwerden bei Kindern, in den klinischen Rubriken verzeichnet, mit Bauchschmerz in den Gedärmen und vermindertem Appetit
Zähneknirschen während des Schlafs
Krampfanfälle, in den Rubriken beginnend im Gesicht, nachts und um Mitternacht; Atemstillstand während der Krämpfe
Zuckende Bewegungen der Glieder, Krampf der Finger mit nagendem Schmerz; halbseitige Lähmung verzeichnet
Beschwerden der Netzhaut; Lähmungen der Lidmuskeln, der Augenmuskeln und des Sehnervs; starrer Blick, rollende Augenbewegungen; Nierenbeschwerden
Verschlechterung
  • Nachts und um Mitternacht, die Krämpfe
  • Nachmittags
  • Während der Krampfanfälle, die Atmung
  • Im Schlaf, das Zähneknirschen
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Verminderter Appetit

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Wurmbeschwerden von Kindern aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Farbverschiebungen des Sehens mit Hof um LichtquellenBei auffällig verfärbtem, übelriechendem Harn im hohen Grad verzeichnetBei erschwertem, tropfenweisem Wasserlassen und unwillkürlichem Harnabgang genanntBei Zähneknirschen im Schlaf aufgeführtBei Krampfanfällen, die im Gesicht beginnen, verzeichnet

Abgrenzung

Cina stammt aus derselben Pflanze und zeigt das ausgearbeitete Bild der Wurmbeschwerden mit Launenhaftigkeit, Nasenbohren, Heißhunger und dem Verlangen, das sofort wieder abgelehnt wird; Santoninum ist demgegenüber enger gefasst und tritt vor allem durch die Seh- und Harnzeichen hervor. Spigelia steht bei Augen- und Nervenschmerzen, ohne die Harnveränderungen. Artemisia vulgaris teilt die Krampfanfälle von Kindern, dort mit plötzlichem Einsetzen nach Schreck. Für Santoninum spricht die Verbindung von Wurmbeschwerden, farbverschobenem Sehen mit Lichthof und dem auffällig verfärbten Harn.

Verwandte Mittel

CinaArtemisia vulgarisSpigeliaTeucrium marum verumCuprum metallicumTerebinthina

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.