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Materia medica · Nr. 3026

Sanicula aqua

Sanic.

In 945 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Sanicula aqua wird aus dem Mineralwasser einer Quelle in Ottawa, Illinois, bereitet und ist in der Materia medica vor allem als Kindermittel bekannt. Beschrieben werden magere, welk und alt wirkende Kinder, die trotz gutem Appetit nicht gedeihen, deren Stuhl in Farbe und Beschaffenheit ständig wechselt und deren Schweiß nach Salzlake riecht. Auffällig sind das Verlangen nach Speck, fettem Schinken und Salz sowie die Reisekrankheit bei Bewegung.

Konstitution

KörperbauKlassisch beschrieben werden magere, schlecht gedeihende Kinder mit welker, faltiger Haut, aufgetriebenem Bauch und trockenem, struppigem Haar; sie wirken älter, als sie sind.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Literatur beschreibt eigensinnige, rasch wechselnde Kinder: eben noch anhänglich, im nächsten Augenblick abweisend. Kennzeichnend ist die Unbeständigkeit, die sich auch körperlich zeigt, etwa im wechselnden Stuhl und in der schwankenden Befindlichkeit.

Gemütsbild

Unbeständigkeit und rascher Wechsel der StimmungEigensinn und Widerspenstigkeit bei KindernFurcht vor Abwärtsbewegung und vor dem FallenUnruhe und Bedürfnis nach frischer Luft

Die vorliegenden Rubriken zeichnen das Gemüt nicht aus; sie betonen die körperlichen Zeichen, allen voran den in Farbe und Beschaffenheit ständig wechselnden Stuhl. Diese Wechselhaftigkeit ist es, die die klassische Materia medica auf das Gemütsbild überträgt: Beschrieben werden Kinder, die eigensinnig sind, sich nicht anfassen lassen wollen und deren Stimmung unvermittelt umschlägt. Verzeichnet ist ferner das Verlangen nach offener Luft und die Unverträglichkeit enger Kleidung, was die Literatur als Ausdruck einer inneren Unruhe deutet. Charakteristisch ist außerdem eine Empfindlichkeit gegen Erschütterung und Abwärtsbewegung. Weitergehende Zuschreibungen wären angesichts der Rubrikenlage nicht belegbar.

Ängste: Furcht beim Getragenwerden und bei Abwärtsbewegung, Empfindlichkeit gegen Erschütterung

Leitsymptome

Ständig wechselnder Stuhl in Farbe und Beschaffenheit; helle, kalkweiße, milchig wirkende Stühle und kalkartige Klumpen
Verstopfung mit schwierigem Stuhl und Trägheit des Mastdarms; der Stuhl geht zurück, wenn er nicht sofort abgesetzt wird
Geruch nach Salzlake an Schweiß und Ausdünstung; das ist eines der eigentümlichsten Zeichen des Mittels
Entzündung und Geschwürsbildung der Lidränder mit Absonderung; Beteiligung der Hornhaut
Schulterschmerz, der sich beim Zurückführen des Arms und beim Rückwärtsbeugen verschlimmert
Aufgetriebener, vergrößerter Bauch; Geschwüre unter der Zunge; sandiger Bodensatz im Urin
Verschlechterung
  • Bewegung, besonders Fahren und Abwärtsbewegung
  • Erschütterung, jeder Tritt
  • Zugluft
  • Warmes Zimmer
  • Rückwärtsbeugen und Zurückführen des Arms
  • Sprechen, hinsichtlich des Hustens
Verbesserung
  • Freie, offene Luft
  • Lockern der Kleidung
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Speck und fetter Schinken
  • Fette Speisen
  • Salz und salzige Sachen
  • Frische Luft
Abneigung
  • Enge Kleidung, besonders um den Leib
  • In den vorliegenden Rubriken keine weiteren Speiseabneigungen ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei mangelndem Gedeihen von Kindern trotz gutem Appetit aufgeführtKlassisch zugeordnet zu ständig wechselndem, hellem StuhlBei Verstopfung mit trägem Mastdarm verzeichnetBei Entzündung und Geschwüren der Lidränder genanntBei übelriechendem Schweiß mit Geruch nach Salzlake in der Literatur beschriebenBei Reisekrankheit mit Verschlechterung durch Fahren aufgeführt

Abgrenzung

Calcium carbonicum teilt das mangelnde Gedeihen und den Schweiß, zeigt aber den weichen, gedunsenen Körper, den Kopfschweiß im Schlaf und ausgeprägte Frostigkeit; Sanicula aqua wirkt dagegen mager und welk. Silicea steht ebenfalls bei mageren, schlecht gedeihenden Kindern mit übelriechendem Fußschweiß, ist aber wärmebedürftig und eigensinnig aus Unsicherheit. Natrium muriaticum überschneidet sich im Verlangen nach Salz und in der Abmagerung, ist jedoch vom Thema des zurückgehaltenen Kummers bestimmt. Für Sanicula sprechen die Wechselhaftigkeit des Stuhls, der Salzlakengeruch und die Verschlechterung durch Abwärtsbewegung.

Verwandte Mittel

Calcium carbonicumSiliceaNatrium muriaticumAbrotanumTuberculinumBorax

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.