Sanicula aqua wird aus dem Mineralwasser einer Quelle in Ottawa, Illinois, bereitet und ist in der Materia medica vor allem als Kindermittel bekannt. Beschrieben werden magere, welk und alt wirkende Kinder, die trotz gutem Appetit nicht gedeihen, deren Stuhl in Farbe und Beschaffenheit ständig wechselt und deren Schweiß nach Salzlake riecht. Auffällig sind das Verlangen nach Speck, fettem Schinken und Salz sowie die Reisekrankheit bei Bewegung.
Konstitution
Gemütsbild
Unbeständigkeit und rascher Wechsel der StimmungEigensinn und Widerspenstigkeit bei KindernFurcht vor Abwärtsbewegung und vor dem FallenUnruhe und Bedürfnis nach frischer Luft
Die vorliegenden Rubriken zeichnen das Gemüt nicht aus; sie betonen die körperlichen Zeichen, allen voran den in Farbe und Beschaffenheit ständig wechselnden Stuhl. Diese Wechselhaftigkeit ist es, die die klassische Materia medica auf das Gemütsbild überträgt: Beschrieben werden Kinder, die eigensinnig sind, sich nicht anfassen lassen wollen und deren Stimmung unvermittelt umschlägt. Verzeichnet ist ferner das Verlangen nach offener Luft und die Unverträglichkeit enger Kleidung, was die Literatur als Ausdruck einer inneren Unruhe deutet. Charakteristisch ist außerdem eine Empfindlichkeit gegen Erschütterung und Abwärtsbewegung. Weitergehende Zuschreibungen wären angesichts der Rubrikenlage nicht belegbar.
Ängste: Furcht beim Getragenwerden und bei Abwärtsbewegung, Empfindlichkeit gegen Erschütterung
Leitsymptome
- Bewegung, besonders Fahren und Abwärtsbewegung
- Erschütterung, jeder Tritt
- Zugluft
- Warmes Zimmer
- Rückwärtsbeugen und Zurückführen des Arms
- Sprechen, hinsichtlich des Hustens
- Freie, offene Luft
- Lockern der Kleidung
- Ruhe
Verlangen und Abneigungen
- Speck und fetter Schinken
- Fette Speisen
- Salz und salzige Sachen
- Frische Luft
- Enge Kleidung, besonders um den Leib
- In den vorliegenden Rubriken keine weiteren Speiseabneigungen ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei mangelndem Gedeihen von Kindern trotz gutem Appetit aufgeführtKlassisch zugeordnet zu ständig wechselndem, hellem StuhlBei Verstopfung mit trägem Mastdarm verzeichnetBei Entzündung und Geschwüren der Lidränder genanntBei übelriechendem Schweiß mit Geruch nach Salzlake in der Literatur beschriebenBei Reisekrankheit mit Verschlechterung durch Fahren aufgeführt
Abgrenzung
Calcium carbonicum teilt das mangelnde Gedeihen und den Schweiß, zeigt aber den weichen, gedunsenen Körper, den Kopfschweiß im Schlaf und ausgeprägte Frostigkeit; Sanicula aqua wirkt dagegen mager und welk. Silicea steht ebenfalls bei mageren, schlecht gedeihenden Kindern mit übelriechendem Fußschweiß, ist aber wärmebedürftig und eigensinnig aus Unsicherheit. Natrium muriaticum überschneidet sich im Verlangen nach Salz und in der Abmagerung, ist jedoch vom Thema des zurückgehaltenen Kummers bestimmt. Für Sanicula sprechen die Wechselhaftigkeit des Stuhls, der Salzlakengeruch und die Verschlechterung durch Abwärtsbewegung.
Verwandte Mittel
Calcium carbonicumSiliceaNatrium muriaticumAbrotanumTuberculinumBorax
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.