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Materia medica · Nr. 3021

Sanguinarinum purum

Sangin-pur.

Auch: Sanguin.

In 2 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Sanguinarinum purum ist das reine Sanguinarin, das Hauptalkaloid der Blutwurz Sanguinaria canadensis, eines nordamerikanischen Mohngewächses mit rotem Wurzelsaft. Als isolierter Wirkstoff steht es neben der Gesamtpflanze und den Sanguinarin-Salzen, von denen Sanguinarinum nitricum das bekanntere ist. Der Repertoriumsbestand umfasst eine einzige Angabe, im Kapitel Kehlkopf und Luftröhre: den Krupp.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Das Mittel wird über die Zuordnung zum Kehlkopf erschlossen.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentZum Temperament liegen für das reine Alkaloid keine belastbaren Angaben vor. Die Gesamtpflanze Sanguinaria canadensis ist demgegenüber breit ausgearbeitet; ihr Gemütsbild wird hier nicht auf das Alkaloid übertragen.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertIm Repertorium rein organbezogen geführtKeine ausführliche eigene Arzneimittelprüfung des Alkaloids

Zu Sanguinarinum purum sind keine Gemütsrubriken besetzt; die einzige Angabe betrifft den Kehlkopf. Die Stammpflanze Sanguinaria canadensis ist in der Materia medica gut beschrieben - mit dem rechtsseitigen, vom Hinterkopf über das rechte Auge ziehenden Kopfschmerz, den brennenden Wangen und der Empfindlichkeit gegen Gerüche. Diese Züge gehören zur Gesamtpflanze; für das isolierte Alkaloid liegt kein eigenes Bild vor. Es wird hier nicht ergänzt.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Krupp, bellender Husten mit erschwerter Einatmung und heiserer Stimme - die einzige kennzeichnende Angabe des Mittels
Beschwerden von Kehlkopf und Luftröhre als übergeordnete Zuordnung im Bestand
Nähere Bestimmungen wie Tageszeit, Verlauf oder Begleitzeichen sind nicht überliefert
Die ältere Literatur nennt die Sanguinarin-Salze im Zusammenhang mit Katarrhen von Nase, Rachen und Kehlkopf
Verschlechterung
  • Keine gesicherten Modalitäten überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • Keine gesicherten Modalitäten überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Angaben zu Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • Keine Angaben zu Speiseabneigungen überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Krupp mit bellendem Husten und HeiserkeitKatarrhe des Kehlkopfs, wie sie die ältere Literatur den Sanguinarin-Zubereitungen zuordnetWeitere Zuordnungen sind im Bestand nicht verzeichnet

Abgrenzung

Bei krupphustenartigen Zuständen sind Aconitum napellus für den plötzlichen Beginn nach kaltem, trockenem Wind, Spongia tosta für den trockenen, sägenden Husten wie durch ein Brett, Hepar sulphuris calcareum für den lockeren, rasselnden Husten in der zweiten Nachthälfte sowie Kalium bichromicum für den zähen, fadenziehenden Schleim die klassisch beschriebenen Mittel. Sanguinarinum nitricum wird bei brennenden Katarrhen der oberen Luftwege genannt. Sanguinarinum purum bleibt demgegenüber ein Randmittel mit einer einzigen Zuordnung. Atemnot bei Kindern gehört umgehend in ärztliche Behandlung.

Verwandte Mittel

Sanguinaria canadensisSpongia tostaHepar sulphuris calcareumAconitum napellusKalium bichromicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.