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Materia medica · Nr. 3005

Salicinum

Salin.

In 8 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Salicinum ist das Salicin, der bittere Glykosidbestandteil der Weidenrinde und Ausgangsstoff der Salicylsäurereihe. In der homöopathischen Literatur ist es ein kleines, aber deutlich umrissenes Mittel: die Repertorien führen es bei Ohrgeräuschen, Schwerhörigkeit und Schwindel im Sinne der Menière-Erkrankung sowie bei grippalen Zuständen. Die Verbindung von Ohr, Gleichgewicht und Gehör ist sein Kennzeichen.

Konstitution

KörperbauKein eigener Konstitutionstyp beschrieben; das Mittel wird über den Ohr- und Gleichgewichtsbezug zugeordnet.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin ausgearbeitetes Temperamentsbild liegt nicht vor. Was die Literatur schildert, ist eher der Zustand als der Charakter: Menschen, die durch anhaltendes Ohrensausen und Schwindel unsicher und in ihrer Aufmerksamkeit gebunden sind. Weitergehende Charakterzüge sind nicht belegt.

Gemütsbild

keine eigenen Gemütsrubriken verzeichnetBelastung durch anhaltende OhrgeräuscheUnsicherheit infolge von Schwindel

Zu Salicinum sind in den vorliegenden Rubriken keine Gemüts- oder Geistessymptome verzeichnet. Die Literatur beschreibt das Mittel über die Ohrsymptome und den Schwindel, nicht über ein seelisches Profil. Was sich sagen lässt, ist allenfalls, dass die geschilderten Beschwerden - beständiges Sausen, Schwerhörigkeit, Drehschwindel - für sich genommen belastend sind und Betroffene in ihrer Sicherheit einschränken. Eine darüber hinausgehende Gemütscharakteristik wäre nicht durch Quellen gedeckt und unterbleibt daher.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken sind keine Ängste verzeichnet, Unsicherheit beim Gehen infolge des Schwindels wird als Zustand, nicht als Angstthema beschrieben

Leitsymptome

Ohrgeräusche, in den Repertorien unter Ohr als Geräusche geführt - einer der beiden Kernzüge des Mittels
Schwerhörigkeit bis zum Hörverlust, unter Hören verzeichnet
Drehschwindel im Sinne der Menière-Erkrankung, unter Schwindel ausdrücklich so benannt
Grippale Zustände, in den klinischen Rubriken als Influenza aufgeführt - der Bezug zur Salicylsäurereihe klingt hier an
Kennzeichnend ist die Kombination aus Ohrensausen, Hörminderung und Schwindel in einem Bild
Verschlechterung
  • Zu Verschlechterungen liegen keine geprüften Angaben vor
  • Bewegung des Kopfes wird bei Drehschwindel allgemein genannt, ist für dieses Mittel aber nicht eigens repertorisiert
Verbesserung
  • Zu Verbesserungen liegen keine geprüften Angaben vor
  • Ruhiges Liegen wird bei Schwindelzuständen allgemein genannt, hier jedoch nicht belegt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Keine charakteristischen Nahrungsverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Keine charakteristischen Abneigungen überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Ohrgeräusche, in den Repertorien der Kernbezug dieses MittelsSchwerhörigkeitDrehschwindel im Sinne der Menière-ErkrankungGrippale Zustände

Abgrenzung

Bei Ohrensausen mit Schwerhörigkeit ist China officinalis das bekanntere Mittel, dort jedoch im Zusammenhang mit Schwäche nach Säfteverlust und ausgeprägter Berührungsempfindlichkeit; Chininum sulphuricum zeigt das Sausen mit periodisch wiederkehrenden Beschwerden. Salicinum unterscheidet sich davon durch die enge Bindung an das Bild der Menière-Erkrankung, also die Verknüpfung von Drehschwindel, Sausen und Hörminderung. Von der verwandten Salicylsäure grenzt es sich in den Repertorien durch die Betonung des Ohrbereichs ab.

Verwandte Mittel

China officinalisChininum sulphuricumSalicylicum acidumNatrium salicylicumCocculus indicusConium maculatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.