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Materia medica · Nr. 266

Saccharum officinale

Sacch.

Auch: Sac-alb

In 147 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Saccharum officinale, der Rohrzucker, ist eine der wenigen alltäglichen Nahrungssubstanzen, die als Arznei geprüft wurden. Die Materia medica beschreibt vor allem Kinder, die trotz reichlicher Nahrung nicht gedeihen: abgezehrt an Gesäß und Oberschenkeln, mit aufgetriebenem Bauch, weichen Knochen und großem Verlangen nach Süßem. Kennzeichnend ist die Besserung des ganzen Zustands durch Schaukeln und Getragenwerden.

Konstitution

KörperbauAbgezehrt vor allem an Gesäß und Oberschenkeln, bei zugleich aufgetriebenem Bauch; die Knochen sind weich und verformen sich, wie es die Rubrik zur Knochenverkrümmung verzeichnet. Beschrieben werden sowohl mager bleibende Kinder als auch, in der neueren Literatur, Menschen mit gegenläufiger Gewichtszunahme durch übermäßigen Zuckerverzehr.
Thermalitätwechselnd
TemperamentVerzeichnet sind Schüchternheit bei Kindern, Beschwerden nach Ärger und die deutliche Besserung durch Schaukeln. Beschrieben wird ein Kind, das viel Zuwendung und Bewegung braucht, unzufrieden ist, wenn es abgelegt wird, und sich beruhigt, sobald es getragen oder gewiegt wird.

Gemütsbild

Besserung durch Schaukeln und GetragenwerdenSchüchternheit, besonders bei KindernBeschwerden nach ÄrgerBedürfnis nach körperlicher Nähe und BewegungWahnvorstellung, das Bett sinke ein

Der auffälligste Gemütszug von Saccharum officinale ist in den Rubriken eindeutig verzeichnet: Der ganze Zustand bessert sich durch Schaukeln. Damit gehört das Mittel zu jener kleinen Gruppe von Arzneien, bei denen rhythmische Bewegung die Beschwerden lindert. Daneben stehen Schüchternheit bei Kindern und Beschwerden im Anschluss an Ärger. Verzeichnet ist außerdem die Wahnvorstellung, das Bett sinke ein - ein Zeichen mangelnden Getragenseins, das gut zu der Besserung durch Wiegen passt. Die neuere Literatur hebt das große Verlangen nach Süßem und ein Wechselspiel zwischen Anhänglichkeit und Unzufriedenheit hervor; diese Beobachtungen sind jüngeren Datums und weniger breit belegt als die Kernrubriken.

Ängste: Beunruhigung beim Alleingelassenwerden, die sich durch Tragen und Wiegen legt, Beklemmendes Gefühl, das Bett sinke ein

Leitsymptome

Abmagerung besonders an Gesäß und Oberschenkeln bei aufgetriebenem Bauch; klassisch bei zehrenden Zuständen des Bauchraums beschrieben
Weiche, sich verkrümmende Knochen; in den Rubriken ausdrücklich als Knochenverkrümmung geführt
Wasseransammlung im Bauch, Beschwerden von Leber und Milz
Schwäche nach dem Stuhlgang
Auswurf, der sich an frischer Luft und beim Gehen im Freien verschlechtert; übelriechend, nachts dick, sonst dünn und wässrig
Trübung der Augenlinse und der Hornhaut
Rückbildung der Brustdrüse; Schwellung an Hodensack und Eichel, häufige Samenergüsse bei gesteigertem Geschlechtstrieb
Fieber mit Wechsel von Schweiß und Frösteln
Verschlechterung
  • Frische Luft und Gehen im Freien, besonders für die Atemwege
  • Nach dem Stuhlgang, durch die eintretende Schwäche
  • Nachts
  • Ärger und Gemütsbewegungen
  • Übermäßiger Genuss von Süßem
Verbesserung
  • Schaukeln, Wiegen und Getragenwerden
  • Körperliche Nähe und Zuwendung
  • Warme, geschlossene Räume
  • Ruhige, gleichmäßige Bewegung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Süßes, in der Literatur zu diesem Mittel deutlich hervorgehoben
  • Ausgiebiges Essen ohne entsprechende Gewichtszunahme bei den mageren Kindern
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Besserung des Gemütszustands durch Schaukeln aufgeführtKlassisch zugeordnet zu zehrenden Zuständen bei Kindern mit Abmagerung und aufgetriebenem BauchBei Knochenverkrümmung und weichen Knochen verzeichnetBei Trübung von Linse und Hornhaut genanntBei Schwäche nach dem Stuhlgang aufgeführtBei Schüchternheit von Kindern beschriebenBei Beschwerden im Zusammenhang mit übermäßigem Zuckerverzehr in der neueren Literatur erwähnt

Abgrenzung

Calcium phosphoricum teilt die weichen Knochen, die Abmagerung und das langsame Gedeihen, zeigt aber die kennzeichnende Verschlimmerung durch Wetterwechsel und Schulkopfschmerz. Silicea steht bei mageren, frostigen Kindern mit großem Kopf und Schweiß am Hinterkopf. Natrium muriaticum zeigt ebenfalls Abmagerung von oben nach unten, dort mit Verlangen nach Salz und Verschlossenheit. Argentum nitricum und Lycopodium sind bei starkem Verlangen nach Süßem zu erwägen. Für Saccharum officinale spricht die ausdrückliche Besserung durch Schaukeln zusammen mit der Abmagerung an Gesäß und Schenkeln bei aufgetriebenem Bauch.

Verwandte Mittel

Calcium phosphoricumSiliceaNatrium muriaticumArgentum nitricumLycopodium clavatumSulphur

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.