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Materia medica · Nr. 2989

Saccharum Lactis

Sac-l.

In 61 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Saccharum lactis, der Milchzucker, ist in der Homöopathie zunächst als Trägersubstanz und als Leerpräparat bekannt. Er wurde jedoch eigens geprüft, und aus dieser Prüfung stammen die Rubriken, die ihn als Mittel führen: die Vorstellung, jemand stehe hinter oder neben einem, ausgeprägtes Heimweh sowie eigentümliche Schmerzen, die im Zickzack durch die Brustwirbelsäule ziehen. Auffällig ist ein Körpergeruch nach Stuhl, der dem Stuhlgang vorausgeht.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentNervös, leicht erregbar und schnell aus der Fassung zu bringen. Verzeichnet sind Unruhe, Nervosität, Seufzen und hysterisch gefärbte Zustände. Erregung verschlechtert die Verfassung ausdrücklich.

Gemütsbild

Vorstellung, jemand befinde sich hinter oder neben einemAusgeprägtes Heimweh, Sehnsucht nach dem ZuhauseInnere Unruhe und NervositätVerschlimmerung durch ErregungHäufiges SeufzenHysterisch gefärbte Zustände

Das Gemüt ist der am besten belegte Teil des Bildes. Im Vordergrund steht eine hartnäckige Wahrnehmung: Der Betroffene meint, es stehe jemand hinter ihm oder befinde sich jemand an seiner Seite — eine Rubrik, die mit mittlerem Grad geführt wird und in mehreren Fassungen im Repertorium erscheint. Daneben steht ein deutliches Heimweh, das Sehnen nach dem vertrauten Ort. Die Verfassung ist unruhig und nervös; jede Erregung verschlechtert sie. Das häufige Seufzen und die hysterisch gefärbten Zustände runden das Bild einer angespannten, leicht überschwemmten Gemütslage ab. Wegen der Herkunft des Mittels als Trägersubstanz ist bei der Bewertung dieser Prüfung Zurückhaltung angebracht; die Rubriken werden hier so wiedergegeben, wie sie überliefert sind.

Ängste: Beunruhigung durch das Gefühl einer Anwesenheit im Rücken, Sehnsucht und Angst in der Fremde, Heimweh

Leitsymptome

Schmerzen, die im Zickzack durch die Brustwirbelsäule ziehen, in den Rubriken eigens verzeichnet
Körpergeruch nach Stuhl, der dem Stuhlgang vorausgeht
Neuralgische Schmerzen allgemein, auch als Ischias beschrieben
Augenbeschwerden mit Sehschwäche und Gerstenkörnern
Entzündung im Bereich des Nabels
Beklemmung in der Brustgegend
Wundheitsgefühl an den äußeren Geschlechtsteilen, Eierstocksbeschwerden
Übelriechender Schweiß
Verschlechterung
  • Erregung und Aufregung
  • Vor dem Stuhlgang, mit Körpergeruch
  • Fremde Umgebung, mit Heimweh
  • In den vorliegenden Rubriken sind die Modalitäten spärlich verzeichnet
Verbesserung
  • Vertraute Umgebung und Rückkehr nach Hause
  • Ruhe
  • In den vorliegenden Rubriken sind kaum Besserungen eigens verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Heimweh und Sehnsucht nach dem Zuhause, in Repertorien aufgeführtVorstellung einer Anwesenheit hinter oder neben sichZickzackförmige Schmerzen im Bereich der BrustwirbelsäuleNervöse Unruhe mit SeufzenNeuralgische SchmerzenVerdauungsstörungen

Abgrenzung

Beim Heimweh sind Capsicum annuum — mit brennenden Beschwerden und schlaflosen Nächten — und Ignatia amara die klassisch genannten Mittel; Ignatia zeigt zusätzlich das Seufzen und den raschen Stimmungswechsel, der auch hier verzeichnet ist. Die Vorstellung, jemand stehe hinter einem, wird ebenfalls Medorrhinum, Lachesis muta und Anacardium orientale zugeordnet. Da Saccharum lactis zugleich als Trägersubstanz dient, wird das Mittel in der Praxis selten eigenständig herangezogen; die überlieferten Zeichen sind entsprechend vorsichtig zu bewerten.

Verwandte Mittel

Ignatia amaraCapsicum annuumMedorrhinumAnacardium orientaleLac defloratum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.