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Materia medica · Nr. 264

Sabal serrulata

Sabal.

In 142 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Sabal serrulata, die Sägepalme aus dem Südosten Nordamerikas, gilt in der Materia medica als eines der Hauptmittel für die Harn- und Geschlechtsorgane. Im Vordergrund stehen Beschwerden am Blasenhals und an der Vorsteherdrüse, ein unterbrochener Harnstrahl, der erst durch Pressen in Gang kommt, sowie nächtliches Einnässen. Bei Frauen verzeichnen die Repertorien nervenschmerzartige Beschwerden der Eierstöcke. Auffällig ist eine Gemütsangabe: Zuspruch und Mitgefühl verschlimmern.

Konstitution

KörperbauHäufig kräftig bis fülliger Körperbau; in den Rubriken ist ausdrücklich Wohlbeleibtheit verzeichnet. Daneben beschreibt die Literatur eine nervöse Schwäche mit Erschöpfbarkeit, die nicht zum äußeren Eindruck passen muss.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken heben die Verschlimmerung durch Trost und freundliche Worte hervor - ein Zug, der auf Verschlossenheit und Unwillen deutet, über die eigenen Beschwerden angesprochen zu werden. Beschrieben werden Menschen, die ihr Leiden für sich behalten, reizbar auf Anteilnahme reagieren und dabei nervlich erschöpfbar sind.

Gemütsbild

Verschlimmerung durch Trost und AnteilnahmeVerschlossenheit gegenüber Nachfragen zum eigenen BefindenNervöse ErschöpfbarkeitReizbarkeit bei anhaltenden HarnbeschwerdenZurückgezogenheit

Der bemerkenswerteste Zug im Gemütskapitel von Sabal serrulata ist die ausdrückliche Verschlimmerung durch Trost, Mitgefühl und freundliche Worte. Wer dieses Mittel braucht, zieht sich zurück, wenn andere teilnehmen wollen, und empfindet den Zuspruch eher als Zumutung. Dazu tritt eine nervöse Schwäche, die in den allgemeinen Rubriken als Erschöpfung des Nervensystems verzeichnet ist. Die anhaltenden Beschwerden beim Wasserlassen, das nächtliche Aufstehen und das Einnässen belasten das Selbstgefühl und tragen zur Reizbarkeit bei. Ein weiter ausgearbeitetes Charakterbild liegt in der klassischen Literatur nicht vor; die Mittelwahl gründet vor allem auf den örtlichen Zeichen.

Ängste: Beunruhigung wegen der Beschwerden beim Wasserlassen und des nächtlichen Einnässens, Scham, die zu Rückzug führt, sobald andere Anteil nehmen

Leitsymptome

Nächtliches Einnässen im Bett - im höchsten Grad der vorliegenden Rubriken verzeichnet
Unterbrochener Harnstrahl; das Wasserlassen kommt erst durch Pressen in Gang
Beschwerden am Blasenhals und Verengung der Harnröhre; Harnzwang und erschwertes Wasserlassen
Vergrößerung und Schwellung der Vorsteherdrüse; Abgang von Prostatasekret während des Stuhlgangs
Empfindliche, schmerzhafte Hoden; unwillkürliche Samenverluste
Nervenschmerzartige Beschwerden der Eierstöcke; ein Gefühl von Geweitetsein in den weiblichen Organen
Rückenschmerz nach dem Beischlaf
Beschwerden der Harnorgane, die sich während der Regelblutung verstärken; Rückbildung der Brustdrüse
Verschlechterung
  • Nachts, mit Aufstehen zum Wasserlassen und Einnässen
  • Trost und Anteilnahme
  • Nach dem Beischlaf
  • Während der Regelblutung
  • Kalte, feuchte Luft
Verbesserung
  • Ruhe und Alleinsein
  • Wärme
  • Vollständige Entleerung der Blase
  • Milch, nach der ein ausdrückliches Verlangen verzeichnet ist

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Milch, in den Rubriken ausdrücklich als Verlangen geführt
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei nächtlichem Einnässen im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Beschwerden der Vorsteherdrüse mit Vergrößerung und erschwertem WasserlassenBei unterbrochenem Harnstrahl, der Pressen erfordert, verzeichnetBei nervenschmerzartigen Beschwerden der Eierstöcke genanntBei empfindlichen, schmerzhaften Hoden aufgeführtBei Blasenentzündung im Zusammenhang mit Prostatabeschwerden beschriebenBei Verschlimmerung durch Trost im Gemütskapitel verzeichnet

Abgrenzung

Natrium muriaticum teilt die Verschlimmerung durch Trost, hat aber ein weit umfassenderes Bild mit Verlangen nach Salz, Kummer im Verborgenen und Verschlimmerung an der Sonne. Sepia zeigt ebenfalls Abneigung gegen Zuwendung, dazu jedoch das kennzeichnende Herabdrängen im Becken und Besserung durch heftige Bewegung. Bei Prostatabeschwerden sind Conium maculatum mit dem unterbrochenen Harnfluss und Schwäche nach dem Beischlaf sowie Pulsatilla mit tropfenweisem Harnabgang zu erwägen. Für Sabal serrulata sprechen die Verbindung von Blasenhalsbeschwerden, unterbrochenem Harnstrahl, Einnässen und der Empfindlichkeit der Hoden.

Verwandte Mittel

Conium maculatumNatrium muriaticumSepiaApis mellificaAcidum phosphoricumAcidum picrinicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.