Sabadilla wird aus den Samen des Sabadillstrauches (Schoenocaulon officinale, Liliengewächs) gewonnen und gilt in der klassischen Materia medica als ausgeprägtes Schleimhaut- und Frostmittel. Die Repertorien führen es in hohem Grad bei anfallsweisem Niesen, Fließschnupfen, Tränen der Augen und Heuschnupfen sowie bei durchdringendem Frösteln. Der typische Zustand ist der eines fröstelnden, überempfindlichen Menschen, dessen Vorstellungskraft mit ihm durchgeht.
Konstitution
Gemütsbild
übersteigerte Einbildungskraft und wahnhafte Vorstellungen über den eigenen KörperBeschwerden verstärken sich, sobald die Aufmerksamkeit darauf gerichtet wirdSchreckhaftigkeit und leichte ErregbarkeitFrösteln als durchgehendes Grundgefühl
Die Materia medica beschreibt bei Sabadilla eine ausgeprägte Neigung zu Wahnideen und Phantasiegebilden, die sich besonders auf den eigenen Körper beziehen – etwa die Vorstellung, ein Körperteil sei verändert, geschrumpft oder krank. Diese Bilder werden mit Ernst festgehalten und lassen sich schwer ausreden. Kennzeichnend ist, dass sich Beschwerden verschlimmern, sobald der Betroffene an sie denkt, und dass Anstrengung Angst auslöst. Daneben steht eine große Empfindlichkeit gegenüber Kälte in jeder Form. Insgesamt zeichnen die Rubriken einen nervösen, leicht zu erschreckenden und stark auf den eigenen Körper bezogenen Zustand.
Ängste: Angst um die eigene Gesundheit und um den Zustand einzelner Körperteile, Angst, die durch Anstrengung ausgelöst oder verstärkt wird, Furcht vor Kälte und Zugluft
Leitsymptome
- Kälte und kalte Luft
- Gähnen
- vormittags und vor Mitternacht
- kaltes Wetter (Kopfschmerz, oft rechtsseitig)
- Wärme, warmes Zimmer, äußere Wärme
- Bewegung und Gehen
- frische Luft (bei einzelnen Beschwerden)
- warme Getränke
Verlangen und Abneigungen
- Süßigkeiten
- Saures
- warme Getränke
- Milch
- Bier und Delikatessen
- ausgeprägter Heißhunger bei gleichzeitiger Durstlosigkeit
- Knoblauch
- Zwiebeln
- Saures (wechselnd mit dem Verlangen danach)
In Repertorien häufig zugeordnet
Heuschnupfen mit Niesanfällen, Fließschnupfen und AugentränenErkältungen mit Frösteln und HalstrockenheitHalsentzündungen mit Schluckbeschwerden, klassisch von rechts ausgehendFrostzustände und wechselfieberartige VerläufeMadenwurmbefall, in den Repertorien traditionell zugeordnetgedankliche Fixierung auf Körperempfindungen
Abgrenzung
Von Allium cepa unterscheidet sich Sabadilla dadurch, dass die Absonderung aus der Nase mild und der Tränenfluss wundmachend beschrieben wird, während Allium cepa das umgekehrte Bild zeigt und im Warmen schlechter ist. Nux vomica teilt die Frostigkeit und die Niesanfälle, ist jedoch reizbar und aufbrausend, wo Sabadilla ängstlich in sich hineinhorcht. Lycopodium hat ebenfalls rechtsseitige Halsbeschwerden, die sich aber durch warme Getränke bessern und mit ganz anderer Verdauungssymptomatik verbunden sind.
Verwandte Mittel
Nux vomicaPulsatillaArsenicum albumColchicum autumnaleAllium cepaLycopodium
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.