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Materia medica · Nr. 261

Rumex crispus

Rumx.

In 1.976 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Rumex crispus, der Krause Ampfer, wird in der Materia medica als ausgesprochenes Hustenmittel beschrieben. Kennzeichnend ist ein trockener, krampfartiger Reizhusten, der von einem Kitzeln in der Halsgrube ausgeht und durch das Einatmen kalter Luft ausgelöst wird. Charakteristisch ist die Beobachtung, dass die Betroffenen sich beim Husten den Mund bedecken oder die Bettdecke über den Kopf ziehen, um die kalte Luft nicht einzuatmen.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; beschrieben werden Menschen mit ausgeprägter Neigung zu Erkältungen der oberen Luftwege.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegt nur eine Rubrik vor: Ruhelosigkeit am Abend. Die Literatur beschreibt eine gereizte, empfindliche Verfassung, wie sie ein hartnäckiger nächtlicher Reizhusten mit sich bringt; ein eigenständiges Gemütsbild ist nicht überliefert.

Gemütsbild

Ruhelosigkeit am AbendGereiztheit durch den anhaltenden nächtlichen HustenGleichgültigkeit und Verdrießlichkeit, in der Literatur genanntIm Übrigen in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

Das Kapitel Gemüt ist bei Rumex crispus nahezu leer; verzeichnet ist allein eine abendliche Ruhelosigkeit. Die klassische Materia medica nennt eine verdrießliche, gleichgültige Stimmung und eine allgemeine Empfindlichkeit gegen Sinnesreize, die zu der ausgeprägten Reizbarkeit der Luftwege passt. Ein eigenständiges seelisches Bild ist in der Literatur nicht näher beschrieben. Die Verordnung stützt sich üblicherweise auf die deutlichen Hustenmodalitäten, allen voran die Verschlechterung durch das Einatmen kalter Luft.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine eigenen Angstrubriken ausgewiesen, Beklommenheit während der nächtlichen Hustenanfälle

Leitsymptome

Trockener, krampfartiger Reizhusten, ausgelöst durch Kitzeln in der Halsgrube, hinter dem Brustbein
Der Husten wird durch das Einatmen kalter Luft ausgelöst und verschlimmert, ebenso durch den Wechsel vom Warmen ins Kalte und durch Reden
Anfallsweise auftretender Husten, nachts und morgens beim Erwachen am stärksten, oft anhaltend und erschöpfend
Ausgeprägte Rohheit und Wundheit von Kehlkopf und Luftröhre, mit Katarrh und Schleimbildung; Heiserkeit gegen Abend
Stechender Brustschmerz, besonders links unter dem Schlüsselbein und beim Einatmen
Hautjucken, das sich beim Ausziehen deutlich verschlimmert; morgendlicher Durchfall, der aus dem Bett treibt
Verschlechterung
  • Einatmen kalter Luft und Wechsel vom Warmen ins Kalte
  • Liegen, besonders im Bett und nachts
  • Abends, nachts und vor Mitternacht
  • Reden und tiefes Atmen
  • Entblößen von Hals und Kopf, Ausziehen
  • Bewegung im Fahrzeug
Verbesserung
  • Warme Luft und Bedecken von Mund und Nase beim Atmen
  • Aufrechtes Sitzen
  • Warmes Einhüllen des Halses
  • Ruhe im warmen Raum

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Ausgeprägte Abneigung gegen frische Luft ist verzeichnet
  • In der Literatur genannt: Abneigung gegen Nahrung bei gleichzeitigen Magenbeschwerden

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei trockenem, krampfartigem Reizhusten durch Einatmen kalter Luft aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Kitzeln in der Halsgrube als HustenauslöserBei Kehlkopf- und Luftröhrenkatarrh mit Rohheitsgefühl genanntBei nächtlichem, anfallsweisem Husten mit Verschlechterung im Liegen verzeichnetBei morgendlichem Durchfall in der Literatur beschriebenBei Hautjucken mit Verschlechterung beim Ausziehen aufgeführt

Abgrenzung

Drosera zeigt ebenfalls einen krampfartigen, anfallsweisen Nachthusten, dort tritt er jedoch typischerweise nach Mitternacht und im Liegen mit würgenden Anfällen auf, während bei Rumex das Einatmen kalter Luft der maßgebliche Auslöser ist. Bryonia hat trockenen Husten mit stechendem Brustschmerz, verschlimmert sich aber deutlich durch Bewegung und bessert sich durch festen Druck. Phosphorus wird bei Kehlkopfrohheit und Heiserkeit genannt, verschlimmert sich beim Sprechen und beim Wechsel vom Warmen ins Kalte, zeigt jedoch Verlangen nach kalten Getränken und ein deutlich ausgeprägtes Gemütsbild. Spongia hat den bellenden, sägenden Husten des Krupps.

Verwandte Mittel

Drosera rotundifoliaBryonia albaPhosphorusSpongia tostaCausticumBelladonna

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.