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Materia medica · Nr. 2955

Ricinus communis

Ric.

In 24 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ricinus communis, der Wunderbaum, liefert das Rizinusöl; die Samen enthalten daneben ein stark giftiges Eiweiß. Die homöopathische Literatur ordnet das Mittel klassisch dem Magen-Darm-Bereich zu: heftige Durchfälle mit Erbrechen, choleraartige Zustände bei Kindern, Entzündungen von Magen und Zwölffingerdarm. Ein zweites, davon unabhängiges Thema ist die Anregung der Milchbildung bei Stillenden. Mit 24 Rubriken bleibt das Bild schmal.

Konstitution

KörperbauKein festgelegter Konstitutionstyp; das Mittel wird als Zustandsmittel bei akuten Verdauungsbeschwerden geführt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine Prüfungsangaben vor. Beschrieben wird der Zustand während heftiger Brechdurchfälle: schnell einsetzende Erschöpfung und Kraftlosigkeit durch den Flüssigkeitsverlust. Ein Wesensbild ist nicht überliefert.

Gemütsbild

kein eigenständiges Gemütsbild überliefertrasche Erschöpfung im akuten Zustanddas Mittel ist über Verdauungserscheinungen charakterisiert

Für Ricinus communis sind keine Gemütsrubriken verzeichnet. Die Literatur beschreibt das Mittel über die heftige Wirkung auf den Verdauungskanal, wie sie sich aus der Vergiftungssymptomatik der Samen ableitet. Was an seelischer Beteiligung genannt werden kann, ist die Erschöpfung und Teilnahmslosigkeit, die sich bei starkem Flüssigkeitsverlust einstellt. Bei Säuglingen mit Brechdurchfall beschreibt die Literatur ein rasches Einsinken der Kräfte. Darüber hinausgehende Angaben liegen nicht vor.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine Angstrubriken in der Datenbasis vorhanden

Leitsymptome

Heftiger, wässriger Durchfall mit Erbrechen, in der Literatur bei choleraartigen Zuständen aufgeführt
Brechdurchfall bei Säuglingen und Kleinkindern
Ruhrartige Stühle
Entzündung von Magen und Zwölffingerdarm mit Schmerz im Oberbauch
Anregung der Milchbildung bei Stillenden — in der Literatur eigens genannt
Aphthen im Mund
Gelbliche Verfärbung der Haut
Eiweiß im Urin
Verschlechterung
  • nach dem Essen und Trinken
  • durch Berührung des Oberbauchs
  • im Verlauf des Flüssigkeitsverlusts
Verbesserung
  • durch Ruhe und Nahrungskarenz
  • durch Wärme auf dem Bauch
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
Abneigung
  • Abneigung gegen Speisen im akuten Zustand, wie sie die Literatur bei Magenentzündung beschreibt

In Repertorien häufig zugeordnet

heftige Durchfälle mit ErbrechenBrechdurchfall bei Säuglingen und Kleinkindernruhrartige StühleEntzündungen von Magen und Zwölffingerdarmmangelnde Milchbildung bei StillendenAphthen im Mund

Abgrenzung

Veratrum album ist das große Mittel choleraartiger Zustände mit kaltem Schweiß auf der Stirn und Kollaps; Ricinus communis bleibt demgegenüber blasser gezeichnet. Arsenicum album zeigt brennende Schmerzen, Ruhelosigkeit und Verschlimmerung nach Mitternacht. Podophyllum peltatum wird bei stürmischen Morgendurchfällen geführt. Das Thema der Milchbildung teilt Ricinus communis mit Urtica urens und Lac caninum, wobei die Literatur dort andere Begleitzeichen nennt.

Verwandte Mittel

Veratrum albumArsenicum albumPodophyllum peltatumUrtica urensCroton tiglium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.