Rhus venenata, der Gift-Sumach aus der Familie der Anacardiaceen, ist in der Materia medica das ausgesprochene Hautmittel dieser Gruppe. Beschrieben wird ein heftiger Bläschenausschlag mit unerträglichem Juckreiz, rosenartiger Schwellung und großen, entzündlich geröteten Flecken, besonders an Händen, Armen, Beinen, im Gesicht und an den Geschlechtsteilen. Die Hautbeschwerden treten stärker und stürmischer hervor als bei dem verwandten Rhus toxicodendron, während die rheumatischen Zeichen zurücktreten.
Konstitution
Gemütsbild
Überdruss am Leben durch den anhaltenden JuckreizGereiztheit und Ruhelosigkeit bei HautausschlägenNächtliche Unruhe wegen des KratzzwangsNiedergeschlagenheit bei langem Verlauf
Das Gemütsbild ist schmal ausgewiesen und eng an das Hautleiden gebunden. Die Repertorien verzeichnen einen Abscheu vor dem Leben, also einen Zustand, in dem der Kranke unter der Dauerbelastung durch Brennen und Juckreiz die Freude am Dasein verliert. Die klassische Literatur beschreibt dazu Ruhelosigkeit und Gereiztheit, wie sie für die Rhus-Mittel kennzeichnend sind: Der Kranke wechselt beständig die Lage, findet keine Ruhe und kratzt, obwohl es die Beschwerden verschlimmert. Nachts nimmt die Unruhe zu. Ein von der Haut unabhängiges seelisches Bild ist in der Literatur zu diesem Mittel nicht ausgearbeitet.
Ängste: Ängstliche Unruhe in der Nacht, Sorge vor erneutem Aufflammen des Ausschlags
Leitsymptome
- Kratzen und Berührung der befallenen Haut
- Nachts und in der Bettwärme
- Kaltes, nasses Wetter
- Bücken, bei Stirnkopfschmerz
- Ruhe nach längerem Sitzen
- Fortgesetzte Bewegung
- Warme Anwendungen bei Gliederschmerzen
- Freie Luft in Maßen
- Ruhe der Haut ohne Kratzen
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei juckendem Bläschenausschlag an Armen, Beinen und Gesicht aufgeführtKlassisch zugeordnet zu rosenartigen Hautentzündungen mit starker SchwellungBei Ausschlägen und Schwellungen an den äußeren Geschlechtsteilen verzeichnetBei Lidschwellung mit Juckreiz genanntBei Kontaktekzemen nach Berührung reizender Pflanzen in der Literatur beschrieben
Abgrenzung
Rhus toxicodendron ist der nächste Verwandte und teilt Bläschenausschlag, Juckreiz und Besserung durch fortgesetzte Bewegung, hat aber deutlich stärker ausgeprägte rheumatische Zeichen und den kennzeichnenden steifen Anlaufschmerz; bei Rhus venenata steht die Haut ganz im Vordergrund. Anacardium orientale, in der Datenbank als verwandtes Mittel geführt, gehört derselben Pflanzenfamilie an und zeigt ebenfalls Bläschenausschläge, dazu jedoch ein eigenes Gemütsbild mit Zwiespältigkeit. Apis mellifica teilt die rasche, rosenartige Schwellung, mit stechend brennendem Schmerz und Besserung durch Kälte. Croton tiglium hat ebenfalls den Bläschenausschlag am Hodensack mit heftigem Juckreiz. Für Rhus venenata spricht die Verbindung von stürmischem Bläschenausschlag, Lidschwellung und Beteiligung der Geschlechtsteile.
Verwandte Mittel
Rhus toxicodendronAnacardium orientaleApis mellificaCroton tigliumGraphitesRanunculus bulbosus
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.