Rhus radicans, der Kletternde Giftsumach, ist ein naher Verwandter des viel bekannteren Rhus toxicodendron und teilt dessen Grundzüge, ist aber weit seltener verordnet. Das Repertorium betont bei ihm rheumatische Kopfschmerzen, besonders im Hinterkopf, häufiges Wasserlassen mit reichlichem, tiefrotem Harn sowie Frost mit Schütteln und Schweiß. Bläschenausschläge an Unterarmen und Genitale erinnern an die Wirkung der Pflanze auf die Haut.
Konstitution
Gemütsbild
Unschlüssigkeit, besonders beim Fassen von VorhabenErschwerte Sammlung und KonzentrationVerwirrung nachts und beim HinlegenGefühl, vertraute Orte seien fremd
Das Gemütsbild von Rhus radicans ist im Repertorium nur mit niedrigen Graden besetzt, zeigt aber einen erkennbaren Zug: eine Unsicherheit des Denkens. Vorhaben lassen sich nicht entscheiden, die Konzentration hält nicht, es unterlaufen Fehler. Nachts und beim Hinlegen verstärkt sich die Benommenheit. Eigentümlich ist die verzeichnete Wahrnehmungsstörung, vertraute Orte erschienen fremd, sowie der Eindruck, kritisiert zu werden. Daneben steht die scherzende Aufgeräumtheit, sodass das Bild zwischen Aufhellung und Trübung schwankt. Für die Mittelwahl bleiben in der Praxis die rheumatischen Zeichen und der Harnbefund ausschlaggebend.
Ängste: Gefühl, von anderen kritisiert zu werden, Unsicherheit, wenn Vertrautes fremd erscheint
Leitsymptome
- Nachmittags - Benommenheit und Schwäche
- Beim Gehen gegen den Wind
- Längeres Stehen - Ohnmachtsneigung
- Nachts beim Hinlegen
- Fortgesetzte Bewegung, wie für die Rhus-Gruppe allgemein beschrieben
- Wärme und Schweißausbruch
Verlangen und Abneigungen
- Kein charakteristisches Verlangen überliefert
- Keine charakteristische Abneigung überliefert
In Repertorien häufig zugeordnet
Rheumatische Kopf- und GliederschmerzenKreuzschmerzen im Bereich des KreuzbeinsHäufiges Wasserlassen mit reichlichem HarnBläschenausschläge der HautFieberhafte Zustände im Wochenbett, wie in der älteren Literatur genanntFrostzustände mit Schütteln und Schweiß
Abgrenzung
Rhus toxicodendron ist das ungleich besser geprüfte Hauptmittel der Gruppe, gekennzeichnet durch die Ruhelosigkeit, die Verschlimmerung bei Beginn der Bewegung und die Besserung durch fortgesetztes Bewegen sowie durch Nässeempfindlichkeit. Rhus radicans wird in der Literatur häufig als dessen Abwandlung geführt und dort erwogen, wo der Hinterkopfschmerz und die reichliche, brennende Harnentleerung im Vordergrund stehen. Bryonia alba ist das Gegenstück bei rheumatischen Beschwerden, die sich durch jede Bewegung verschlimmern und durch Ruhe bessern.
Verwandte Mittel
Rhus toxicodendronRhus venenataBryonia albaAnacardium orientaleDulcamara
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.