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Materia medica · Nr. 2948

Rhus radicans

Rhus-r.

In 231 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Rhus radicans, der Kletternde Giftsumach, ist ein naher Verwandter des viel bekannteren Rhus toxicodendron und teilt dessen Grundzüge, ist aber weit seltener verordnet. Das Repertorium betont bei ihm rheumatische Kopfschmerzen, besonders im Hinterkopf, häufiges Wasserlassen mit reichlichem, tiefrotem Harn sowie Frost mit Schütteln und Schweiß. Bläschenausschläge an Unterarmen und Genitale erinnern an die Wirkung der Pflanze auf die Haut.

Konstitution

KörperbauKein eigener Körperbau überliefert. Die Rhus-Mittel werden in der Literatur Menschen zugeordnet, die auf Nässe, Kälte und Überanstrengung mit rheumatischen Beschwerden reagieren.
Thermalitätfrostig
TemperamentBeschrieben wird eine gedämpfte, unschlüssige Verfassung: Vorhaben werden begonnen und wieder verworfen, die Sammlung fällt schwer, Wörter geraten durcheinander. Abends und beim Hinlegen nimmt die Verwirrung zu. Daneben verzeichnet das Repertorium eine scherzende, aufgeräumte Stimmung - ein Wechsel, wie er für die Rhus-Gruppe beschrieben wird.

Gemütsbild

Unschlüssigkeit, besonders beim Fassen von VorhabenErschwerte Sammlung und KonzentrationVerwirrung nachts und beim HinlegenGefühl, vertraute Orte seien fremd

Das Gemütsbild von Rhus radicans ist im Repertorium nur mit niedrigen Graden besetzt, zeigt aber einen erkennbaren Zug: eine Unsicherheit des Denkens. Vorhaben lassen sich nicht entscheiden, die Konzentration hält nicht, es unterlaufen Fehler. Nachts und beim Hinlegen verstärkt sich die Benommenheit. Eigentümlich ist die verzeichnete Wahrnehmungsstörung, vertraute Orte erschienen fremd, sowie der Eindruck, kritisiert zu werden. Daneben steht die scherzende Aufgeräumtheit, sodass das Bild zwischen Aufhellung und Trübung schwankt. Für die Mittelwahl bleiben in der Praxis die rheumatischen Zeichen und der Harnbefund ausschlaggebend.

Ängste: Gefühl, von anderen kritisiert zu werden, Unsicherheit, wenn Vertrautes fremd erscheint

Leitsymptome

Rheumatischer Kopfschmerz, besonders im Hinterkopf - die höchstbewertete Kopfangabe
Häufiges Wasserlassen mit reichlichem, brennendem und tiefrotem Harn
Frost mit Schütteln, begleitet von Schweiß; jährlich wiederkehrende Frostzustände
Bläschenausschlag an den Unterarmen und feinknotiger Ausschlag am männlichen Genitale
Kreuzschmerzen im Bereich des Kreuzbeins und rheumatische Schmerzen der unteren Gliedmaßen
Erschwerte Atmung beim Gehen, besonders gegen den Wind; Niesen und Tränenfluss beim Kopfschmerz
Verschlechterung
  • Nachmittags - Benommenheit und Schwäche
  • Beim Gehen gegen den Wind
  • Längeres Stehen - Ohnmachtsneigung
  • Nachts beim Hinlegen
Verbesserung
  • Fortgesetzte Bewegung, wie für die Rhus-Gruppe allgemein beschrieben
  • Wärme und Schweißausbruch

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kein charakteristisches Verlangen überliefert
Abneigung
  • Keine charakteristische Abneigung überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Rheumatische Kopf- und GliederschmerzenKreuzschmerzen im Bereich des KreuzbeinsHäufiges Wasserlassen mit reichlichem HarnBläschenausschläge der HautFieberhafte Zustände im Wochenbett, wie in der älteren Literatur genanntFrostzustände mit Schütteln und Schweiß

Abgrenzung

Rhus toxicodendron ist das ungleich besser geprüfte Hauptmittel der Gruppe, gekennzeichnet durch die Ruhelosigkeit, die Verschlimmerung bei Beginn der Bewegung und die Besserung durch fortgesetztes Bewegen sowie durch Nässeempfindlichkeit. Rhus radicans wird in der Literatur häufig als dessen Abwandlung geführt und dort erwogen, wo der Hinterkopfschmerz und die reichliche, brennende Harnentleerung im Vordergrund stehen. Bryonia alba ist das Gegenstück bei rheumatischen Beschwerden, die sich durch jede Bewegung verschlimmern und durch Ruhe bessern.

Verwandte Mittel

Rhus toxicodendronRhus venenataBryonia albaAnacardium orientaleDulcamara

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.