Rhus glabra, der Kahle Sumach, ist ein nordamerikanisches Sumachgewächs und damit ein Verwandter des weit bekannteren Rhus toxicodendron. Die homöopathische Literatur führt ihn als kleines Mittel bei Blutungen, Mundgeschwüren und Durchfällen. Der Bestand von 22 Rubriken steht durchweg im niedrigsten Grad; auffällig sind zwei kräftig gefärbte Gemütsangaben und die Besserung des Kopfschmerzes durch körperliche Anstrengung.
Konstitution
Gemütsbild
Gedanken, denen etwas anzutun, die ihn gekränkt habenEmpfindung, in Gefahr zu seinReizbarkeit bei zunehmender ErschöpfungÄrgerliche, verdrießliche Träume
Das Gemütskapitel von Rhus glabra ist knapp, aber ungewöhnlich deutlich gefärbt. Verzeichnet ist der Impuls, sich an denen zu vergreifen, die einen beleidigt haben - eine Rubrik, die in der Repertorisation den aufsteigenden Zorn nach erlittener Kränkung beschreibt und nicht eine tatsächliche Handlung. Daneben steht die Wahnidee, in Gefahr zu sein, ein Gefühl drohenden Unglücks ohne fassbaren Anlass. Beide Angaben stehen im niedrigsten Grad und stammen aus einzelnen Beobachtungen. Ergänzend führt das Traumkapitel ärgerliche, verdrießliche Träume, was das Bild von unterschwelligem Groll fortsetzt. Ein ausgearbeitetes Seelenbild besteht gleichwohl nicht; die Angaben ergänzen das körperliche Bild, tragen es aber nicht allein.
Ängste: Empfindung drohender Gefahr, Furcht vor einem Unglück, Weitere benannte Ängste sind nicht überliefert
Leitsymptome
- Abends, mit deutlich zunehmender Schwäche
- Weitere Verschlechterungen sind im Repertorium nicht verzeichnet
- Körperliche Anstrengung, besonders für den Kopfschmerz
- Bewegung, soweit sie die abendliche Schwäche zulässt
Verlangen und Abneigungen
- Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Keine kennzeichnenden Speiseabneigungen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Kopfschmerz mit Besserung durch BewegungBlutungsneigung und NasenblutenGeschwüre und Entzündungen im MundDurchfall und ruhrartige BeschwerdenAbendliche Erschöpfung und Schwäche
Abgrenzung
Rhus glabra teilt mit Rhus toxicodendron die Besserung durch Bewegung, ist aber bei weitem nicht so umfassend ausgearbeitet: Bei Rhus toxicodendron steht die rheumatische Steifheit mit dem Anlaufschmerz und der Verschlechterung durch Nässe im Vordergrund, die Rhus glabra fehlt. Für Mundgeschwüre liegen Mercurius solubilis, Borax und Nitricum acidum näher. Für Nasenbluten sind Millefolium und Phosphorus die geläufigen Mittel. Rhus glabra wird in der Praxis selten und meist über eines seiner Einzelzeichen erwogen.
Verwandte Mittel
Rhus toxicodendronRhus aromaticaMercurius solubilisMillefoliumNitricum acidum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.