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Materia medica · Nr. 2946

Rhus glabra

Rhus-g.

In 22 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Rhus glabra, der Kahle Sumach, ist ein nordamerikanisches Sumachgewächs und damit ein Verwandter des weit bekannteren Rhus toxicodendron. Die homöopathische Literatur führt ihn als kleines Mittel bei Blutungen, Mundgeschwüren und Durchfällen. Der Bestand von 22 Rubriken steht durchweg im niedrigsten Grad; auffällig sind zwei kräftig gefärbte Gemütsangaben und die Besserung des Kopfschmerzes durch körperliche Anstrengung.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine Angaben vor. Ein eigener Konstitutionstyp ist für Rhus glabra nicht beschrieben; das Mittel wird über die überlieferten Einzelzeichen erwogen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie wenigen Gemütsangaben zeichnen eine gereizte, gekränkte Verfassung: der Gedanke, denen etwas anzutun, die einen beleidigt haben, und die Empfindung, in Gefahr zu sein. Beides sind Zeichen innerer Anspannung, nicht abgewogene Absichten. Dazu passt die abendliche Schwäche, in der die Kräfte nachlassen und die Reizbarkeit zunimmt.

Gemütsbild

Gedanken, denen etwas anzutun, die ihn gekränkt habenEmpfindung, in Gefahr zu seinReizbarkeit bei zunehmender ErschöpfungÄrgerliche, verdrießliche Träume

Das Gemütskapitel von Rhus glabra ist knapp, aber ungewöhnlich deutlich gefärbt. Verzeichnet ist der Impuls, sich an denen zu vergreifen, die einen beleidigt haben - eine Rubrik, die in der Repertorisation den aufsteigenden Zorn nach erlittener Kränkung beschreibt und nicht eine tatsächliche Handlung. Daneben steht die Wahnidee, in Gefahr zu sein, ein Gefühl drohenden Unglücks ohne fassbaren Anlass. Beide Angaben stehen im niedrigsten Grad und stammen aus einzelnen Beobachtungen. Ergänzend führt das Traumkapitel ärgerliche, verdrießliche Träume, was das Bild von unterschwelligem Groll fortsetzt. Ein ausgearbeitetes Seelenbild besteht gleichwohl nicht; die Angaben ergänzen das körperliche Bild, tragen es aber nicht allein.

Ängste: Empfindung drohender Gefahr, Furcht vor einem Unglück, Weitere benannte Ängste sind nicht überliefert

Leitsymptome

Kopfschmerz, der sich durch körperliche Anstrengung bessert - eine ungewöhnliche und daher wegweisende Modalität
Neigung zu Blutungen, im Repertorium eigens als Blutungsneigung geführt
Nasenbluten
Geschwüre im Mund
Durchfall und ruhrartige Stühle
Schwäche, besonders abends, mit Verschlechterung zu dieser Tageszeit
Verschlechterung
  • Abends, mit deutlich zunehmender Schwäche
  • Weitere Verschlechterungen sind im Repertorium nicht verzeichnet
Verbesserung
  • Körperliche Anstrengung, besonders für den Kopfschmerz
  • Bewegung, soweit sie die abendliche Schwäche zulässt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine kennzeichnenden Speiseabneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Kopfschmerz mit Besserung durch BewegungBlutungsneigung und NasenblutenGeschwüre und Entzündungen im MundDurchfall und ruhrartige BeschwerdenAbendliche Erschöpfung und Schwäche

Abgrenzung

Rhus glabra teilt mit Rhus toxicodendron die Besserung durch Bewegung, ist aber bei weitem nicht so umfassend ausgearbeitet: Bei Rhus toxicodendron steht die rheumatische Steifheit mit dem Anlaufschmerz und der Verschlechterung durch Nässe im Vordergrund, die Rhus glabra fehlt. Für Mundgeschwüre liegen Mercurius solubilis, Borax und Nitricum acidum näher. Für Nasenbluten sind Millefolium und Phosphorus die geläufigen Mittel. Rhus glabra wird in der Praxis selten und meist über eines seiner Einzelzeichen erwogen.

Verwandte Mittel

Rhus toxicodendronRhus aromaticaMercurius solubilisMillefoliumNitricum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.