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Materia medica · Nr. 256

Rheum palmatum

Rheum

Auch: rheum-p

In 3.193 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Rheum palmatum, der Rhabarber, ist in der homöopathischen Literatur vor allem als Kindermittel beschrieben: gereizte, quengelige kleine Kinder in der Zahnungszeit mit saurem Durchfall. Kennzeichnend ist der durchdringend saure Geruch von Stuhl, Schweiß und Erbrochenem, der dem ganzen Kind anhaftet. Das Kernthema ist der überreizte, säuerlich riechende Verdauungstrakt bei gleichzeitiger seelischer Unzufriedenheit.

Konstitution

KörperbauKlassisch beschrieben bei kleinen Kindern und Säuglingen; Erwachsenenbilder werden in der Literatur nur am Rande erwähnt. Kein eigenständiger Konstitutionstyp im engeren Sinne.
Thermalitätwechselnd
TemperamentLaunisch, ungeduldig und schnell aufgebracht. Die Repertorien führen Reizbarkeit beim Schwitzen sowie ausgeprägte Launenhaftigkeit. Kinder verlangen nach Dingen, weisen sie im nächsten Moment aber wieder zurück.

Gemütsbild

Launenhaftigkeit und rascher StimmungswechselReizbarkeit, besonders während des SchwitzensUngeduld und UnentschlossenheitVerlangen nach Dingen, die dann abgelehnt werden

Das Gemütsbild ist in den Rubriken nur schmal belegt und bleibt dem Verdauungsgeschehen untergeordnet. Im Vordergrund steht eine unruhige Gereiztheit: Das Kind quengelt, schreit, lässt sich schlecht beruhigen und ist mit keinem Angebot lange zufrieden. Die Repertorien nennen Launenhaftigkeit, Unentschlossenheit und eine Reizbarkeit, die mit dem starken Schwitzen einhergeht. Weiter verzeichnet sind Angst, die durch Bewegung schlechter wird, sowie traurige Träume. Ein ausgearbeitetes seelisches Konstitutionsbild wie bei Chamomilla wird in der Literatur nicht beschrieben.

Ängste: Angst, die sich bei Bewegung verstärkt, Unruhe und Schreckhaftigkeit bei Bauchbeschwerden

Leitsymptome

Saurer Geruch des ganzen Körpers: Stuhl, Schweiß und Ausdünstungen riechen sauer, das Kind riecht auch nach dem Waschen sauer
Durchfall bei Kindern und in der Zahnungszeit, breiig-pastenartig, braun oder auffällig hell bis weißlich
Reichlicher Kopfschweiß, oft während des Schlafs, mit saurem Geruch
Kolikartige, schneidende Bauchschmerzen um den Nabel; das Kind krümmt sich zusammen, was Erleichterung verschafft
Anhaltender Stuhldrang, der nach dem Stuhlgang nicht nachlässt
Appetit vorhanden, doch alle Speisen schmecken fade; rasche Sättigung
Verschlechterung
  • Vor dem Stuhlgang
  • Nach dem Essen
  • Während der Zahnung
  • Nach dem Schlaf
  • Beim Aufdecken
Verbesserung
  • Durch Zusammenkrümmen
  • Im Sitzen
  • Nach dem Stuhlgang (bei einem Teil der Bauchschmerzen)
  • Durch Wärme und Zudecken

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Süßigkeiten
  • Verschiedene Speisen, die nach dem Anbieten abgelehnt werden
Abneigung
  • Milch
  • Fette, schwere Speisen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Durchfall kleiner Kinder und in der Zahnungsphase aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Zahnungsbeschwerden mit Unruhe und saurem SchweißGenannt bei kolikartigen Bauchschmerzen um den Nabel mit ZusammenkrümmenVerzeichnet bei sauer riechenden Ausscheidungen und Kopfschweiß im SchlafAufgeführt bei Appetitlosigkeit mit fadem Geschmack und schneller Sättigung

Abgrenzung

Chamomilla teilt die Gereiztheit des zahnenden Kindes, dort steht jedoch der unerträgliche Schmerz mit dem Verlangen, getragen zu werden, im Vordergrund, und der Stuhl ist grün und spinatartig. Bei Rheum ist der durchdringend saure Geruch aller Ausscheidungen das führende Zeichen. Magnesium carbonicum wird ebenfalls bei saurem Kinderdurchfall genannt, zeigt aber grünlichen, schaumigen Stuhl; Podophyllum hat massive, herausschießende Durchfälle mit Erschöpfung statt der sauren Note.

Verwandte Mittel

ChamomillaPodophyllumMagnesium carbonicumHepar sulfurisCalcium carbonicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.