Ratanhia peruviana, die Wurzel des südamerikanischen Krameriastrauchs, ist in der Materia medica das ausgesprochene Mittel für den schmerzhaften After. Kennzeichnend ist der Splitterschmerz: Der Stuhlgang fühlt sich an, als würden Glassplitter durch den After getrieben, und der brennende Schmerz hält danach noch lange an. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Afterfissur, vorfallenden Hämorrhoiden und starken, zu früh eintretenden Regelblutungen auf.
Konstitution
Gemütsbild
Kein eigenständiges Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesenAnspannung und Furcht vor dem schmerzhaften StuhlgangReizbarkeit durch die anhaltenden Schmerzen
Zu Ratanhia liegen im Gemütskapitel keine belastbaren Rubriken vor; das Mittel ist in der Materia medica fast ausschließlich über örtliche Beschwerden charakterisiert. Beschrieben wird die verständliche Anspannung eines Menschen, der den Stuhlgang aufschiebt, weil er den nachfolgenden, stundenlang anhaltenden Brennschmerz kennt. Daraus können sich Reizbarkeit und Schlafstörungen ergeben, die jedoch als Folge der Schmerzen und nicht als eigenständiges seelisches Bild gelten. Wer ein Gemütsbild sucht, findet es bei den verwandten Mitteln Nitricum acidum oder Paeonia deutlicher ausgearbeitet. Für Ratanhia ist in der Literatur nichts weiter beschrieben, und es wird hier auch nichts ergänzt.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Nach dem Stuhlgang, mit stundenlang anhaltendem Brennen
- Während des Stuhlgangs
- Im Sitzen
- Rechtsseitige Beschwerden
- Durch Bewegung, bezogen auf die Gliederschmerzen
- Durch kaltes Wasser am After, wie in der Literatur beschrieben
- Im Gehen
Verlangen und Abneigungen
- Anhaltender Appetit
- Darüber hinaus in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Abneigung gegen Getränke
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Afterfissur mit Splitter- und Brennschmerz aufgeführtKlassisch zugeordnet zu vorfallenden äußeren Hämorrhoiden mit anhaltendem Brennen nach dem StuhlgangBei Madenwurmbeschwerden mit Afterjucken verzeichnetBei starken, zu früh eintretenden Regelblutungen genanntIn der Literatur bei rissigen Brustwarzen beschriebenBei Zucken und Zittern der Augenlider aufgeführt
Abgrenzung
Von Nitricum acidum, dem wichtigsten Vergleichsmittel bei Afterfissur, unterscheidet Ratanhia die stärker brennende, hitzeartige Qualität des Nachschmerzes; Nitricum acidum zeigt den Splitterschmerz ebenfalls, aber mit stechender Schärfe, übelriechenden Absonderungen und großer Reizbarkeit. Paeonia wird bei Afterfissur mit Geschwürsbildung und feuchter Wundheit genannt. Aesculus zeigt Hämorrhoiden mit Kreuzschmerz und dem Gefühl von Stöcken im Mastdarm, meist ohne Brennen. Für Ratanhia spricht das lange Nachbrennen und die Verschlimmerung im Sitzen.
Verwandte Mittel
Nitricum acidumPaeonia officinalisAesculus hippocastanumAloe socotrinaCroton tigliumSulphur
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.