Raphanus sativus, der Gartenrettich, ist in der Materia medica vor allem als Mittel der eingeklemmten Blähungen beschrieben. Kennzeichnend ist ein aufgetriebener, harter Bauch, in dem sich Winde weder nach oben noch nach unten lösen, mit heftigen kolikartigen Schmerzen; klassisch genannt wird dieser Zustand nach Bauchoperationen. Daneben verzeichnen die Repertorien eine Beziehung zu den weiblichen Geschlechtsorganen mit gesteigertem Verlangen und Brennen in der Gebärmutter.
Konstitution
Gemütsbild
Angst, in den Rubriken in hohem Grad ausgewiesenNervöse Erregbarkeit und ÜbererregungUnruhe durch die eingeklemmten BlähungenGesteigerte Erregbarkeit im geschlechtlichen Bereich
Zum Gemüt liegen wenige, aber deutliche Angaben vor. Die Repertorien führen Angst in hohem Grad auf; hinzu kommen hysterisch genannte Erregungszustände und eine gesteigerte geschlechtliche Erregbarkeit. Die klassische Materia medica beschreibt einen Kranken, der durch die anhaltende Auftreibung des Bauches und die vergeblichen Versuche, Winde abgehen zu lassen, in wachsende Unruhe gerät; die Angst ist eng mit dem körperlichen Zustand verbunden und lässt nach, sobald sich die Blähungen lösen. Nachts verstärken sich Unruhe und Kollern im Bauch. Ein ausgearbeitetes chronisches Gemütsbild abseits dieser Zustände liegt in der Literatur nicht vor.
Ängste: Angst, die mit der Auftreibung des Bauches zunimmt, Nächtliche Unruhe und Beklemmung
Leitsymptome
- Nachts, besonders Kollern und Auftreibung
- Nach Bauchoperationen
- Blähende Speisen
- Anhaltendes Sitzen und enge Kleidung am Bauch
- Kalter Schweiß, in den Repertorien ausdrücklich als bessernd verzeichnet
- Abgang von Winden
- Bewegung im Freien
- Zusammenkrümmen und warme Auflagen auf den Bauch
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Blähende Speisen, die schlecht vertragen werden
- Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei eingeklemmten Blähungen mit Blähungskolik im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Blähungsbeschwerden nach BauchoperationenBei aufgetriebenem, hartem Unterbauch mit nächtlichem Kollern verzeichnetBei verzögertem Harnlassen und auffallend kalt empfundenem Urin genanntBei brennendem Gebärmutterschmerz mit Ausstrahlung zur Magengrube beschrieben
Abgrenzung
China officinalis teilt die schmerzhafte Auftreibung des Bauches, bei der der Abgang von Winden keine Erleichterung bringt, zeigt jedoch die Schwäche nach Säfteverlust und die periodische Verschlimmerung. Lycopodium hat ebenfalls starke Blähungen mit Auftreibung, die sich vor allem nachmittags verschlimmern und durch warme Getränke bessern. Carbo vegetabilis steht bei Auftreibung des Oberbauches mit Kollaps und Verlangen nach Luftzufuhr. Colocynthis teilt die Kolik, mit deutlicher Besserung durch Zusammenkrümmen und harten Druck. Für Raphanus spricht die vollständige Einklemmung der Winde in beide Richtungen, besonders nach Bauchoperationen, mit Besserung durch kalten Schweiß.
Verwandte Mittel
China officinalisLycopodium clavatumCarbo vegetabilisColocynthisAsa foetidaNux vomica
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.