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Materia medica · Nr. 2920

Ranunculus sceleratus

Ran-s.

In 2.798 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ranunculus sceleratus, der Gift-Hahnenfuß, ist ein scharfes Hahnenfußgewächs, dessen frischer Saft auf der Haut Blasen und wunde Stellen hervorruft. Die homöopathische Literatur überträgt dieses Bild: beißende, nagende, wie zerfressen empfundene Schmerzen an Haut und Schleimhäuten sowie ein wundes, wie zerschlagen empfundenes Brustgefühl. Das Mittel steht Ranunculus bulbosus nahe, ist aber deutlich schärfer und schleimhautbezogener beschrieben.

Konstitution

KörperbauEin eigenständiger Konstitutionstyp wird in der Literatur nicht beschrieben; das Mittel wird nach der Schmerzqualität und den Hauterscheinungen gewählt.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie vorliegenden Rubriken enthalten keine belastbaren Gemütsangaben. Beschrieben wird eine allgemeine Empfindlichkeit gegenüber Kälte, feuchter Luft und Berührung der betroffenen Stellen.

Gemütsbild

In den Repertoriumsrubriken nicht näher belegtEmpfindlichkeit gegen kalte, feuchte LuftGereiztheit durch die brennenden, beißenden Schmerzen

Zum Gemüt liegen in den ausgewerteten Rubriken keine charakteristischen Angaben vor, und auch die klassische Materia medica beschreibt Ranunculus sceleratus fast ausschließlich über körperliche Symptome. Die vorhandenen Einträge betreffen Empfindungen, Schmerzqualitäten und Modalitäten, nicht das seelische Erleben. Was sich aus dem Gesamtbild ergibt, ist eine Reizbarkeit, die aus dem anhaltenden Brennen und Nagen der Haut- und Schleimhautbeschwerden erwächst. Ein ausgearbeitetes Konstitutionsbild wie bei den großen Polychresten liegt für dieses Mittel nicht vor; eine weitergehende Darstellung wäre nicht durch die Quellen gedeckt.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Unruhe während der abendlichen und nächtlichen Hitzezustände

Leitsymptome

Beißende, scharfe, nagende Schmerzen, äußerlich wie innerlich, als würde die Stelle zerfressen
Nagender Schmerz in den Gelenken und an äußeren Körperteilen, mit reißend-zuckendem Ziehen in den Muskeln
Wundes, wie zerschlagen empfundenes Gefühl im Brustkorb, dazu Druck und Beklemmung wie durch einen stumpfen Pfropf
Stechende Schmerzen in den Zehen, rechtsseitig betonte Beschwerden der oberen Gliedmaßen
Hitze mit Durst, abends, nachts und nach Mitternacht; im warmen Zimmer und nach dem Gehen im Freien verstärkt
Völlegefühl innerer Teile, Verhärtungen und Schwellungen nach Entzündungen
Verschlechterung
  • Abends, nachts und nach Mitternacht
  • Nach dem Gehen an freier Luft
  • Im warmen Zimmer (Hitzezustände)
  • Durch Berührung der betroffenen Stellen
  • Bei feuchtem, kaltem Wetter
Verbesserung
  • Durch Wärme, besonders Ofenwärme
  • Bei trockenem Wetter
  • In Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Vermehrter Durst, besonders nachts
  • Wärme und trockene Umgebung
Abneigung
  • Zu Speiseabneigungen liegen keine belastbaren Rubriken vor
  • Feuchte, kalte Luft

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei brennenden, beißenden Schmerzen an Haut und Schleimhäuten aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Bläschen- und Blasenbildung mit wund machender AbsonderungGenannt bei wundem, zerschlagen empfundenem Schmerz im BrustkorbVerzeichnet bei nagenden Gelenkschmerzen und reißendem Ziehen in den MuskelnAufgeführt bei abendlichen und nächtlichen Hitzezuständen mit Durst

Abgrenzung

Ranunculus bulbosus, das bekanntere Schwestermittel, betrifft vor allem stechende Zwischenrippenschmerzen und Gürtelrose mit deutlicher Verschlechterung durch Wetterwechsel und Berührung. Ranunculus sceleratus wird dagegen schärfer beschrieben, mit ausgeprägt beißenden, wie zerfressenden Empfindungen und stärkerem Bezug zu Schleimhäuten. Cantharis teilt das Brennen und die Blasenbildung, dort steht jedoch der stürmische Verlauf mit heftigem Harndrang im Vordergrund; Mezereum zeigt ähnlich beißende Ausschläge mit dicken Krusten.

Verwandte Mittel

Ranunculus bulbosusCantharisMezereumBryoniaRhus toxicodendron

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.