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Materia medica · Nr. 2908

Radium bromatum

Rad-br.

In 116 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Radium bromatum, das Bromsalz des radioaktiven Elements Radium, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geprüft, nachdem die Hautschäden der Strahlenarbeiter aufgefallen waren. Das Mittel steht klassisch für hartnäckige Hautleiden mit Brennen und Jucken, für wandernde rheumatische Schmerzen und für Muttermale und Warzen. Kennzeichnend sind Empfindungen, die langsam bis zu einem Höhepunkt anschwellen und dann plötzlich abfallen - oder umgekehrt plötzlich beginnen und langsam vergehen.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionstyp ist nicht scharf gezeichnet. Beschrieben werden Menschen mit auffälliger Haut - Muttermale, Warzen, Akne, hartnäckige Ausschläge - und mit rheumatischer Neigung der Gelenke.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie vorliegenden Angaben zeichnen eine nervöse Erschöpfung mit Kraftlosigkeit. Ein ausgearbeitetes Gemütsbild fehlt; die Prüfer beschrieben vor allem eine Unruhe, die zum Umhergehen drängt, weil Bewegung die Schmerzen erträglicher macht. Über diesen Bewegungsdrang hinaus liegt zum Temperament nichts Belastbares vor.

Gemütsbild

Nervöse Erschöpfung und KraftlosigkeitUnruhe mit Drang, in Bewegung zu bleibenKein durchgezeichnetes seelisches Bild überliefert

Das Repertorium führt für Radium bromatum keine eigenständigen Gemütsrubriken; verzeichnet ist lediglich eine nervöse Schwäche im Sinne einer allgemeinen Erschöpfung. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel über Haut, Knochen und Gelenke. Prüfungsberichte erwähnen eine Unruhe, die sich als Bedürfnis nach Bewegung äußert - sie gehört jedoch zum Schmerzbild, nicht zu einer seelischen Eigenart. Wer das Mittel erwägt, geht von den Hautzeichen, den wandernden Schmerzen und dem eigentümlichen An- und Abschwellen der Empfindungen aus. Weitergehende Gemütszuschreibungen wären hier nicht gedeckt.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Hartnäckige Hautleiden: Ekzem, Schuppenflechte, Nesselsucht, Geschwüre, Warzen und Muttermale; Jucken und Brennen der Haut
Akne, besonders die gerötete Form im Gesicht (Rosazea)
Wandernde Schmerzen, die von Ort zu Ort ziehen; Gelenkentzündung mit Verformung
Empfindungen, die allmählich bis zu einem Höhepunkt zunehmen und dann plötzlich abfallen - oder plötzlich beginnen und langsam nachlassen
Gefühl, als würden die Knochen hervortreten; neuralgische Schmerzen
Herabhängendes rechtes Oberlid; Geschwür im Zwölffingerdarm; niedriger Blutdruck
Verschlechterung
  • Kreuzen der Gliedmaßen - eine eigens verzeichnete Angabe
  • Nachts und in Ruhe zu Beginn der Bewegung
Verbesserung
  • Fortgesetzte Bewegung und Umhergehen
  • Warme Anwendungen, heißes Bad; frische Luft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Chronische Hautausschläge mit Brennen und JuckenAkne und gerötete GesichtshautWarzen und MuttermaleWandernde rheumatische GelenkschmerzenNervöse ErschöpfungszuständeHitzewallungen in den Wechseljahren

Abgrenzung

Rhus toxicodendron teilt die Besserung durch fortgesetzte Bewegung und die anfängliche Steifheit, zeigt aber die ausgeprägte Verschlimmerung durch Nässe und Kälte sowie die typische nächtliche Unruhe im Bett. Für wandernde Gelenkschmerzen ist Pulsatilla das geläufigere Mittel, dort jedoch mit Wärmeverschlimmerung und mildem Gemüt. Bei brennenden Hautleiden mit Besserung durch Wärme steht Arsenicum album näher; Radium bromatum unterscheidet sich durch die Verbindung von Hautbild, Warzen und Muttermalen mit dem eigentümlichen An- und Abschwellen der Empfindungen.

Verwandte Mittel

Rhus toxicodendronArsenicum albumPulsatillaSulfurThuja occidentalisX-ray

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.