Radium bromatum, das Bromsalz des radioaktiven Elements Radium, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geprüft, nachdem die Hautschäden der Strahlenarbeiter aufgefallen waren. Das Mittel steht klassisch für hartnäckige Hautleiden mit Brennen und Jucken, für wandernde rheumatische Schmerzen und für Muttermale und Warzen. Kennzeichnend sind Empfindungen, die langsam bis zu einem Höhepunkt anschwellen und dann plötzlich abfallen - oder umgekehrt plötzlich beginnen und langsam vergehen.
Konstitution
Gemütsbild
Nervöse Erschöpfung und KraftlosigkeitUnruhe mit Drang, in Bewegung zu bleibenKein durchgezeichnetes seelisches Bild überliefert
Das Repertorium führt für Radium bromatum keine eigenständigen Gemütsrubriken; verzeichnet ist lediglich eine nervöse Schwäche im Sinne einer allgemeinen Erschöpfung. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel über Haut, Knochen und Gelenke. Prüfungsberichte erwähnen eine Unruhe, die sich als Bedürfnis nach Bewegung äußert - sie gehört jedoch zum Schmerzbild, nicht zu einer seelischen Eigenart. Wer das Mittel erwägt, geht von den Hautzeichen, den wandernden Schmerzen und dem eigentümlichen An- und Abschwellen der Empfindungen aus. Weitergehende Gemütszuschreibungen wären hier nicht gedeckt.
Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Kreuzen der Gliedmaßen - eine eigens verzeichnete Angabe
- Nachts und in Ruhe zu Beginn der Bewegung
- Fortgesetzte Bewegung und Umhergehen
- Warme Anwendungen, heißes Bad; frische Luft
Verlangen und Abneigungen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Chronische Hautausschläge mit Brennen und JuckenAkne und gerötete GesichtshautWarzen und MuttermaleWandernde rheumatische GelenkschmerzenNervöse ErschöpfungszuständeHitzewallungen in den Wechseljahren
Abgrenzung
Rhus toxicodendron teilt die Besserung durch fortgesetzte Bewegung und die anfängliche Steifheit, zeigt aber die ausgeprägte Verschlimmerung durch Nässe und Kälte sowie die typische nächtliche Unruhe im Bett. Für wandernde Gelenkschmerzen ist Pulsatilla das geläufigere Mittel, dort jedoch mit Wärmeverschlimmerung und mildem Gemüt. Bei brennenden Hautleiden mit Besserung durch Wärme steht Arsenicum album näher; Radium bromatum unterscheidet sich durch die Verbindung von Hautbild, Warzen und Muttermalen mit dem eigentümlichen An- und Abschwellen der Empfindungen.
Verwandte Mittel
Rhus toxicodendronArsenicum albumPulsatillaSulfurThuja occidentalisX-ray
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.