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Materia medica · Nr. 252

Psorinum

Psor.

In 5.076 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Psorinum ist eine Nosode und in der klassischen Homöopathie das Hauptmittel des psorischen Miasmas. In den Repertorien fällt es durch zwei Kernzüge auf: einen ausgeprägten Reaktionsmangel, bei dem der Organismus auf gut gewählte Mittel nicht antwortet, und ein anhaltendes Frieren mit Mangel an Lebenswärme. Der typische Patient wirkt schmutzig-blass, ungewaschen, hoffnungslos und zweifelt daran, jemals wieder gesund zu werden.

Konstitution

KörperbauMager, hinfällig, mit ungesund wirkender, oft fettiger oder schuppiger Haut. Die Literatur beschreibt einen verwahrlosten Gesamteindruck und übelriechende Absonderungen.
Thermalitätfrostig
TemperamentSchwermütig, mutlos, ohne Zuversicht. Die Kraft fehlt schon für geringe geistige oder körperliche Anstrengung. Kennzeichnend ist die Verzweiflung an der eigenen Genesung bei gleichzeitig starker Empfindlichkeit gegen Kälte und Zugluft.

Gemütsbild

Verzweiflung an der eigenen GenesungMangel an SelbstvertrauenGefühl des VerlassenseinsSchwermut mit ZukunftsangstAusgeprägte Angstzustände mit konkreten Befürchtungen

Die Rubriken führen mit hohem Grad Schwermut, Verzweiflung, Mangel an Selbstvertrauen, verlassenes Gefühl und Gedanken an Selbstmord. Die Furcht ist dabei nicht diffus, sondern richtet sich auf Unheil und auf schwere Erkrankung. Die klassische Materia medica beschreibt einen Menschen, der überzeugt ist, seine Sache stehe hoffnungslos, und der sich zugleich fortwährend um seine Zukunft sorgt. Ein bekanntes Kennzeichen ist das auffallende Wohlbefinden kurz vor einer Verschlimmerung: Der Patient fühlt sich ungewöhnlich gut, bevor die Beschwerden zurückkehren. Insgesamt zeigt sich eine erschöpfte, mutlose, innerlich frierende Verfassung.

Ängste: Furcht vor Unheil, Furcht vor schwerer Erkrankung, Angst um die eigene Zukunft und die Existenz

Leitsymptome

Reaktionsmangel: der Organismus antwortet auf sonst passende Reize nicht — ein Leitzug des Mittels
Anhaltendes Frieren und Mangel an Lebenswärme; Frost auch im Sommer, wärmste Kleidung zu jeder Jahreszeit
Übelriechende Absonderungen aller Art: Schweiß, Stuhl, Fluor, Hautausschläge
Hartnäckige Hautausschläge mit Jucken, das sich beim Warmwerden im Bett verschlimmert; Kratzen bis zum Wundsein
Heißhunger, auch nachts und während des Kopfschmerzes
Atemnot, die im Liegen gebessert wird — eine ungewöhnliche und daher kennzeichnende Modalität
Verschlechterung
  • Kälte, Zugluft und Wetterwechsel
  • Wärme des Bettes (Juckreiz)
  • Geistige und körperliche Anstrengung
  • Frische Luft
Verbesserung
  • Liegen, auch bei Atemnot
  • Warmes Einhüllen
  • Essen, besonders bei nächtlichem Hunger

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Heißhunger, besonders nachts
  • Gesteigerter Appetit auch während Kopfschmerz
Abneigung
  • Abneigung gegen kalte Getränke, die den Husten verschlimmern
  • Unverträglichkeit von frischer Luft, die die Atemnot verstärkt

In Repertorien häufig zugeordnet

Zustände mit ausbleibender Reaktion, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtChronische Hautausschläge und Ekzeme mit üblem GeruchChronische Katarrhe der Atemwege mit grünlichem AuswurfErschöpfungszustände nach durchgemachten ErkrankungenWiederkehrende Kopfschmerzen mit Heißhunger

Abgrenzung

Sulphur teilt das Hautbild und das Brennen, ist jedoch warmblütig und tritt selbstbewusst bis nachlässig auf, während Psorinum friert und an sich zweifelt. Calcium carbonicum kennt ebenfalls Frost und Erschöpfung, zeigt aber den festen, schwammigen Körperbau und die Angst vor Beobachtung. Tuberculinum steht dem Reaktionsmangel nahe, verbindet ihn jedoch mit Rastlosigkeit und Verlangen nach Veränderung; Psorinum bleibt hoffnungslos und still.

Verwandte Mittel

SulphurCalcium carbonicumTuberculinumGraphitesPhosphorus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.