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Materia medica · Nr. 93

Prunus spinosa

Prun.

In 1.332 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Prunus spinosa, die Schlehe aus der Familie der Rosengewächse, wird in der Materia medica vor allem wegen ihrer Augen- und Harnwegssymptome beschrieben. Kennzeichnend ist ein berstender, quetschender Schmerz im Augapfel, der sich bei Bewegung der Augen verschlimmert, sowie ein tropfenweises Wasserlassen mit brennendem Blasendrang. Das Mittelbild wird in der klassischen Literatur als klein, aber gut umschrieben geführt.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; das Mittel wird über Organsymptome, nicht über eine Konstitution beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen in den Rubriken keine belastbaren Angaben vor. Die Literatur beschreibt eine bedrückte, beklommene Stimmung im Zusammenhang mit der Atemnot und den Schmerzen, ohne eine eigenständige seelische Charakteristik zu entwickeln.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesenBeklemmung und Ängstlichkeit im Zusammenhang mit der erschwerten AtmungDas Mittelbild ist überwiegend körperlich geprägt

Zu Prunus spinosa liegen in den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Gemütssymptome vor. Verzeichnet ist eine ängstliche, beklommene Atmung, die auf eine innere Bedrängnis hinweist. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel im Wesentlichen über die Augen, die Harnorgane und die Empfindungen; ein eigenständiges seelisches Grundthema wird nicht überliefert. Angaben zum Gemüt sollten deshalb zurückhaltend beurteilt werden.

Ängste: Ängstlichkeit bei erschwerter Atmung, In den vorliegenden Rubriken nicht weiter ausgewiesen

Leitsymptome

Berstender, quetschender Schmerz im Augapfel, verschlimmert durch Bewegung der Augen und nachts; wundes, empfindliches Gefühl
Stechende Schmerzen, die von außen nach innen ziehen; periodisch wiederkehrend
Tropfenweises Wasserlassen mit schmerzhaftem Blasendrang und Brennen in der Harnröhre
Beklommene, kurze, keuchende Atmung mit Ängstlichkeit
Empfindung von Taubheit in den leidenden Teilen; brodelndes, blubberndes Gefühl
Drückender Schmerz wie von einer Last, besonders in der Stirn
Eingeklemmte, gestaute Blähungen mit Beschwerden im linken Hypochondrium
Beschwerden nach Verstauchungen und Verrenkungen der Gelenke; Wassersucht äußerer Teile
Verschlechterung
  • Bewegung der Augen
  • Nachts
  • Berührung der empfindlichen Teile
  • Reiz und Kitzel im Kehlkopf, die Husten auslösen
Verbesserung
  • Ruhe
  • Abgang von Winden bei Blähungsbeschwerden
  • Ruhige Lage der Augen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht weiter ausgewiesen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Abneigung gegen Essen im Allgemeinen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht weiter ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei berstenden Augapfelschmerzen mit Verschlimmerung durch Augenbewegung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu tropfenweisem Wasserlassen mit BlasendrangBei brennenden Beschwerden der Harnröhre verzeichnetBei beklommener, kurzer Atmung genanntBei eingeklemmten Blähungen in der Literatur beschriebenBei Beschwerden nach Verstauchungen der Gelenke aufgeführt

Abgrenzung

Spigelia teilt den heftigen Augenschmerz mit Verschlimmerung durch Augenbewegung, hat aber die charakteristische linksseitige Neuralgie und Herzsymptome. Prunus laurocerasus, das ebenfalls zu den Rosengewächsen zählt, steht mehr für Atem- und Herzbeschwerden mit Blaufärbung und mangelnder Reaktion. Cantharis zeigt den Harndrang mit Brennen noch heftiger und ununterbrochen. Für Prunus spinosa spricht die Verbindung von berstendem Augenschmerz und tropfenweisem Wasserlassen.

Verwandte Mittel

SpigeliaPrunus laurocerasusCantharisBryoniaColocynthis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.