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Materia medica · Nr. 2827

Propylaminum

Prop.

In 6 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Propylaminum, in der älteren Literatur meist mit Trimethylaminum gleichgesetzt, ist ein flüchtiges Amin, das erstmals aus Heringslake gewonnen wurde und deren stechenden Fischgeruch verursacht. In die Arzneimittellehre gelangte es im 19. Jahrhundert wegen einer beobachteten Beziehung zum akuten Gelenkrheumatismus. Genau dort liegt auch der Schwerpunkt der wenigen überlieferten Zeichen: wandernde Gelenkschmerzen mit Fieber.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Das Mittel wird über den akuten Gelenkzustand gefunden, nicht über den Körperbau.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentZum Gemüt liegen im Repertorium keine Einträge vor. Propylaminum wurde als Arznei des akuten Rheumatismus eingeführt; ein Temperamentsbild wird in der Literatur nicht gezeichnet.

Gemütsbild

Keine charakteristischen Gemütsrubriken vorhandenIn der Literatur nicht näher beschrieben

Zu Propylaminum sind keine Gemütszeichen verzeichnet. Das Mittel stammt aus der klinischen Beobachtung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als das Amin gegen den akuten Gelenkrheumatismus verordnet wurde; eine Prüfung an Gesunden mit ausgearbeitetem Gemütsbild liegt nicht vor. Sein homöopathisches Bild ist daher rein körperlich und eng auf die Gelenke begrenzt. Wer das Mittel erwägt, geht vom akuten Gelenkbefund und vom Fieber aus, nicht vom seelischen Zustand.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Gelenkschmerzen der Gliedmaßen - das Kernzeichen des Mittels
Schmerz im Sprunggelenk, ausdrücklich geführt
Schmerz im Handgelenk, ausdrücklich geführt - die kleinen und mittleren Gelenke stehen im Vordergrund
Fieber mit rheumatischem Gepräge; klassisch zugeordnet zum akuten Gelenkrheumatismus
Nach der älteren Literatur wechseln die Schmerzen von Gelenk zu Gelenk
Verschlechterung
  • Bewegung des betroffenen Gelenks
  • Berührung und Erschütterung
Verbesserung
  • Ruhige Lagerung des Gelenks
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Akute Gelenkentzündung mit FieberSchmerzen in Sprung- und HandgelenkVon Gelenk zu Gelenk wandernde SchmerzenRheumatisches Fieber

Abgrenzung

Bei wandernden Gelenkschmerzen mit Fieber sind Bryonia alba, Rhus toxicodendron, Pulsatilla und Kalmia latifolia die vollständig geprüften und klar unterscheidbaren Mittel - Bryonia mit Verschlechterung durch jede Bewegung, Rhus toxicodendron mit Besserung durch fortgesetzte Bewegung, Pulsatilla mit dem raschen Wechsel des Ortes. Propylaminum besitzt keine solchen kennzeichnenden Modalitäten und bleibt ein historisches Mittel des akuten Gelenkrheumatismus.

Verwandte Mittel

Bryonia albaRhus toxicodendronKalmia latifoliaPulsatillaSalicylicum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.