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Materia medica · Nr. 2816

Primula obconica

Prim-o.

In 13 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Primula obconica, die Becherprimel, ist eine als Zimmerpflanze verbreitete Primelart, deren Drüsenhaare den stark hautreizenden Stoff Primin enthalten. Sie gilt als eines der klassischen Kontaktallergene und war lange ein häufiger Auslöser von Handekzemen bei Gärtnern und Blumenbindern. Das homöopathische Bild ist entsprechend ein Hautbild: juckender, ekzematöser Ausschlag mit rissiger Haut, besonders an den Händen, dazu Reizung der Augen.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert; das Mittel wird über den Hautbefund und den Zusammenhang mit Berührungskontakt bestimmt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen keine Repertoriumsrubriken vor. Die Literatur beschreibt allenfalls die Gereiztheit und Ruhelosigkeit, die ein anhaltend juckender Ausschlag mit sich bringt; ein eigenständiges Gemütsbild ist für dieses Mittel nicht ausgearbeitet.

Gemütsbild

Keine eigenständigen Gemütsrubriken verzeichnetUnruhe und Gereiztheit durch anhaltenden JuckreizBelastung durch immer wiederkehrende Hautbeschwerden

Primula obconica ist im Repertorium ausschließlich über körperliche Rubriken erfasst, ein Gemütsbild fehlt. Was sich beschreiben lässt, gehört zur Erfahrung mit juckenden, rissigen Händen: Der Juckreiz stört den Schlaf und die Arbeit, die Haut reißt beim Zugreifen wieder auf, und der Zusammenhang mit dem auslösenden Kontakt zwingt zu ständiger Vorsicht. Die Materia medica behandelt das Mittel dementsprechend als örtlich wirkendes Hautmittel und nicht als Konstitutionsmittel. Wer es erwägt, geht vom Ekzembild und von der Berührungsgeschichte aus, nicht von einer seelischen Verfassung.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Juckender Hautausschlag mit ekzematösem Charakter - der Leitzug des Mittels, aus der bekannten Kontaktwirkung der Pflanze abgeleitet
Rissige, aufgesprungene Haut, ausdrücklich an den Händen
Starkes Jucken, das zum Kratzen zwingt
Entzündung und Reizung der Augen, wie sie beim Berühren des Gesichts nach Pflanzenkontakt entsteht
Schmerzen im Bauch, ausdrücklich in der Leber- und in der Milzgegend
Beschwerden, die sich nach dem Umgang mit Zierpflanzen erneuern
Verschlechterung
  • Berührung der Pflanze und erneuter Kontakt mit hautreizenden Stoffen
  • Wärme und Bettwärme, wie bei juckenden Ausschlägen üblich
Verbesserung
  • Kühle Anwendungen und kühle Luft
  • Vermeidung des auslösenden Kontakts

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei juckenden Hautausschlägen und Ekzem aufgeführtBei rissiger, aufgesprungener Haut an den Händen genanntKlassisch zugeordnet zu Hautreizungen nach PflanzenkontaktBei Augenentzündung verzeichnetBei Schmerzen in der Leber- und Milzgegend aufgeführt

Abgrenzung

Rhus toxicodendron ist das große Vergleichsmittel bei Ausschlägen nach Pflanzenkontakt; dort steht die bläschenbildende, brennend juckende Entzündung mit ausgeprägter Ruhelosigkeit und Besserung durch Bewegung im Vordergrund. Anagallis arvensis und Croton tiglium werden bei stark juckenden, nässenden Ausschlägen der Hände genannt, Croton mit dem kennzeichnenden Wechsel zwischen Haut und Darm. Petroleum steht bei tief rissiger, aufgesprungener Haut der Hände, besonders im Winter, mit deutlicher Verschlimmerung durch Kälte. Für Primula obconica spricht die Verbindung von Handekzem, Rissen und Augenreizung im Zusammenhang mit dem Umgang mit Zierprimeln.

Verwandte Mittel

Rhus toxicodendronPetroleumCroton tigliumAnagallis arvensisGraphites

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.