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Materia medica · Nr. 3640

Positronum

Posit.

Auch: positr

In 1.715 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Positronum gehört zu den modernen Mitteln aus der Gruppe der Imponderabilien, die aus physikalischen Zuständen statt aus Stoffen bereitet werden; Ausgangspunkt ist das Positron, das Antiteilchen des Elektrons. Das Arzneibild stammt aus einer neueren Arzneimittelprüfung und ist in den klassischen Werken nicht enthalten. Im Vordergrund stehen eine auffällige Ruhe und Gleichgültigkeit, ein Gefühl von Isolation und Verlassensein sowie durchgehende Schwere, Steifheit und Erschöpfung des Körpers.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben; als Prüfungsmittel liegt kein konstitutionelles Bild im klassischen Sinn vor.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Prüfungsrubriken heben Ruhe und Gleichgültigkeit im höchsten Grad hervor, dazu Stumpfheit und den Eindruck, versagt zu haben. Beschrieben wird eine merkwürdig gelassene, teilnahmslose Verfassung, die sich zugleich schwer und abgetrennt anfühlt. Ein ausgeprägtes Temperamentsbild lässt sich aus dem vorliegenden Material nicht ableiten.

Gemütsbild

Ruhe und Gelassenheit bis zur Gleichgültigkeit gegen allesGefühl von Isolation und VerlassenseinEmpfinden, versagt zu habenGefühl von Schwere, auch im Erleben der eigenen PersonStumpfheit des Denkens mit Fluchtimpulsen

Das Gemütskapitel ist bei Positronum der am deutlichsten ausgeprägte Bereich. Die Prüfung verzeichnet Ruhe und Gleichgültigkeit im höchsten Grad: eine Gelassenheit, die nicht als Wohlbefinden, sondern als Abgetrenntsein von den eigenen Anliegen erlebt wird. Daneben stehen das Gefühl des Verlassenseins mit einer ausdrücklich genannten Empfindung von Isolation, die Wahnidee, ein Versager zu sein, und die Wahnidee, schwer zu sein. Beschrieben werden ferner Stumpfheit des Denkens, Fluchtversuche und eine Furcht vor Krebs. Da das Material aus einer modernen Prüfung stammt und keine lange klinische Erfahrung dahintersteht, sind diese Angaben zurückhaltend zu lesen; sie beschreiben Prüfungssymptome, keine gesicherten Konstitutionszüge.

Ängste: Furcht vor Krebs, Gefühl des Verlassenseins und der Isolation

Leitsymptome

Durchgehendes Schweregefühl, besonders der unteren Gliedmaßen, mit Steifheit und Schwäche
Drückender Kopfschmerz in der Stirn, über den Augen, in den Schläfen und im Scheitel
Steifheit der Halswirbelsäule und dumpfer Schmerz in der Lendenregion, dazu Jucken am Rücken
Jucken der Haut und der Augen, Zucken der Augenlider
Beklemmung der Brust mit erschwerter Atmung
Nicht erholsamer Schlaf mit frühem Erwachen und Schlaflosigkeit; lebhafte Träume von Gebäuden und vom Klettern
Verschlechterung
  • Bei körperlicher Anstrengung, entsprechend der allgemeinen Schwäche
  • Beim Einschlafen und in der Nacht, mit unerquicklichem Schlaf
  • Darüber hinaus in den Prüfungsrubriken nicht näher ausgewiesen
Verbesserung
  • Am Nachmittag
  • Darüber hinaus in den Prüfungsrubriken nicht näher ausgewiesen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Tabak und nach dem Rauchen
  • Durst
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In der Prüfungsliteratur bei Zuständen von Gleichgültigkeit und innerer Abgetrenntheit beschriebenBei Gefühlen von Isolation und Verlassensein aufgeführtBei drückendem Stirnkopfschmerz mit Schweregefühl verzeichnetBei Schwere und Steifheit der Glieder sowie Nacken- und Kreuzbeschwerden genanntBei nicht erholsamem Schlaf mit frühem Erwachen aufgeführt

Abgrenzung

Positronum ist ein modernes Prüfungsmittel ohne die lange Erfahrungsgrundlage der klassischen Arzneien; eine Abgrenzung kann daher nur vorläufig sein. Von Phosphoricum acidum, das ebenfalls Gleichgültigkeit und Schwere zeigt, unterscheidet es die ausdrücklich als Ruhe erlebte Teilnahmslosigkeit ohne vorausgegangenen Kummer. Sepia teilt die Gleichgültigkeit gegenüber allem, verbindet sie aber mit Erschöpfung im weiblichen Zyklus und Besserung durch Bewegung. Andere Imponderabilien wie Sol oder Magnetis polus werden bei ähnlichen Themen von Verbindung und Trennung genannt.

Verwandte Mittel

Phosphoricum acidumSepiaCarcinosinumSolNatrium muriaticum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.