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Materia medica · Nr. 250

Podophyllum peltatum

Podo.

In 2.676 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Podophyllum peltatum, der Maiapfel oder Fußblatt, ist eines der großen Durchfallmittel der Materia medica. Die Literatur beschreibt reichliche, schmerzlose, herausschießende Stühle in den frühen Morgenstunden, die eine auffallende Schwäche und Ohnmachtsneigung hinterlassen. Ein zweites Wirkungsfeld liegt in der Lebergegend rechts unter dem Rippenbogen.

Konstitution

KörperbauKlassisch beschrieben bei kleinen Kindern in der Zahnungszeit und bei Erwachsenen mit Leber- und Darmbeschwerden; ein eigener Konstitutionstyp wird nicht ausgeführt.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentNach den Entleerungen matt, hinfällig und wortkarg. Die Repertorien führen daneben Geschwätzigkeit sowie Stöhnen im Schlaf. Kinder rollen den Kopf hin und her und wirken zwischen den Attacken erschöpft.

Gemütsbild

Erschöpfung und Hinfälligkeit nach den StuhlentleerungenAngstgefühl, das im Bauch empfunden wirdGeschwätzigkeit im Wechsel mit TeilnahmslosigkeitStöhnen und Unruhe im Schlaf

Das Gemüt steht bei diesem Mittel nicht im Vordergrund und ist in den Rubriken nur mit wenigen Einträgen belegt. Charakteristisch ist, dass die Angst körperlich erlebt wird: Die Repertorien führen ein Angstgefühl, das nach dem Stuhlgang im Bauch empfunden wird, verbunden mit einem Gefühl von Leere und Schwäche. Weiter verzeichnet sind Geschwätzigkeit sowie Stöhnen im Schlaf. Die klassische Literatur beschreibt Betroffene nach den morgendlichen Entleerungen als völlig kraftlos, nahe der Ohnmacht, ohne dass ein ausgearbeitetes seelisches Konstitutionsbild vorläge.

Ängste: Im Bauch empfundene Angst nach dem Stuhlgang, Ohnmachtsgefühl mit Furcht vor dem Zusammenbrechen

Leitsymptome

Reichlicher, wässriger, gelber oder grüner Durchfall, der plötzlich und mit großer Gewalt herausschießt, oft schmerzlos
Ausgeprägte Häufung morgens und vormittags, klassisch als Frühdurchfall beschrieben, mit Nachlassen im Lauf des Tages
Große Schwäche, Hinfälligkeit und Ohnmachtsgefühl nach dem Stuhlgang
Lautes Gurgeln und Kollern im Bauch, bevor der Stuhl abgeht; Gefühl von Leere im Bauch
Mastdarmvorfall bei und nach dem Stuhlgang, auch bei Kindern
Schmerzen im rechten Oberbauch in der Lebergegend, oft mit dem Bedürfnis, die Gegend zu reiben; Wechsel von Durchfall und Verstopfung
Verschlechterung
  • Frühmorgens und vormittags, sowie nach Mitternacht
  • Bei heißem Wetter und im Sommer
  • Nach dem Essen
  • Während der Zahnung
  • Durch Bewegung
Verbesserung
  • Durch Wärme auf dem Bauch
  • Durch Druck und Reiben der Lebergegend
  • Im Liegen auf dem Bauch
  • Am Nachmittag und Abend

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kalte Getränke bei den Durchfällen
  • Zu weiteren Verlangen liegen keine belastbaren Rubriken vor
Abneigung
  • Speisen während der Attacken
  • Zu weiteren Abneigungen liegen keine belastbaren Rubriken vor

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei reichlichen, herausschießenden Morgendurchfällen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Sommerdurchfällen und Durchfall in der ZahnungsphaseGenannt bei Mastdarmvorfall bei und nach dem StuhlgangVerzeichnet bei Beschwerden in der Lebergegend rechts unter dem RippenbogenAufgeführt bei Wechsel von Durchfall und Verstopfung mit großer SchwächeGenannt bei Schmerzen der Eierstöcke, besonders rechtsseitig

Abgrenzung

Sulphur teilt den Frühdurchfall, der aus dem Bett treibt, zeigt aber die typische Hitze, das Brennen und die Verschlimmerung durch Waschen. Aloe hat ebenfalls plötzliche, unsichere Stühle, dort steht jedoch das Gefühl im Vordergrund, den Stuhl nicht halten zu können, oft mit gleichzeitigem Blähungsabgang. Chamomilla betrifft den zornigen, schmerzhaften Kinderdurchfall mit grünem Stuhl. Für Podophyllum sprechen die enorme Menge, die Schmerzlosigkeit und die Erschöpfung danach.

Verwandte Mittel

AloeSulphurChelidonium majusChina officinalisCroton tiglium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.