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Materia medica · Nr. 248

Platinum metallicum

Plat.

In 8.133 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Platinum metallicum ist das homöopathisch aufbereitete Platin und zeichnet in der Materia medica ein Bild von Hochmut und innerer Vereinzelung. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Hochmut, Selbstüberhebung und der Wahrnehmung, dass alle Gegenstände und Menschen kleiner erscheinen. Körperlich stehen zusammenziehende, betäubende Schmerzen und eine ausgeprägte Empfindlichkeit der Genitalorgane im Vordergrund.

Konstitution

KörperbauKein einheitlicher Habitus; die Literatur beschreibt häufig Frauen mit blasser Haut und wechselnder Gesichtsfarbe (Rubriken Gesichtsfarbe wechselt und Haut blaß, Grad 3). Die Rubrik Prickeln der Haut und Ameisenlaufen ist kennzeichnend.
Thermalitätfrostig
TemperamentStolz, empfindlich und zugleich zutiefst verunsichert. Die Rubriken Hochmut, Selbstüberhebung und Reizbarkeit stehen im höchsten Grad, ebenso wechselnde Stimmung und Schwermut. Zwischen Erhabenheit und Verzweiflung wechselt die Verfassung rasch.

Gemütsbild

Hochmut und Gefühl der eigenen ÜberlegenheitAlles und alle erscheinen kleiner und geringerWechsel zwischen Erhabenheit und VerzweiflungVereinzelung: Man findet keinen Anschluss an die als klein empfundene UmgebungBeschwerden nach Kränkung, Demütigung oder Kummer

Die klassische Materia medica beschreibt einen Menschen, der sich innerlich über seine Umgebung erhebt und dabei zunehmend vereinsamt. Die Rubriken Hochmut und Selbstüberhebung, spricht immer von sich, stehen im höchsten Grad, ebenso die charakteristische Wahrnehmung, dass Gegenstände kleiner erscheinen – ein körperlich erlebtes Bild für die Geringschätzung der Umwelt. Zugleich führen die Repertorien Schwermut, Teilnahmslosigkeit und unwillkürliches Weinen im höchsten Grad; das Bild ist also kein triumphierendes, sondern ein leidendes. Die Stimmung wechselt rasch, hysterische Zustände und Schreien werden hochgradig geführt. Ein weiteres Kernthema der Literatur ist die Verbindung von Sexualität und innerer Not: gesteigerter Trieb bei gleichzeitiger Empfindlichkeit und Abwehr.

Ängste: Furcht vor dem Tod (Rubrik Grad 3), Furcht vor Krebs und vor schwerer Erkrankung, qualvolle, beklemmende Angst mit körperlicher Enge (Rubrik Angst qualvolle, Grad 3)

Leitsymptome

Zusammenziehende und betäubende Schmerzen, die allmählich zunehmen und allmählich wieder abnehmen – ein Kennzeichen des Mittels (Rubriken Grad 3)
Taubheit und Ameisenlaufen im Wechsel mit dem Schmerz, oft an derselben Stelle
Ausgeprägte Empfindlichkeit der weiblichen Genitalorgane und der Scheide (Rubriken Grad 3)
Gesteigerter Sexualtrieb bei Frauen wie Männern, mit quälendem, wollüstigem Jucken
Menses zu früh, zu reichlich, dunkel und klumpig, mit abwärtszerrenden Schmerzen
Gefühl wie eingebunden oder von einem Band umschnürt an Kopf, Gliedern und Rumpf
Verschlechterung
  • abends und nachts
  • Ruhe und Sitzen
  • nach Kränkung, Demütigung und Kummer
  • während und vor der Menses
  • in geschlossenen Räumen
Verbesserung
  • im Freien – die Schwermut bessert sich an frischer Luft (Rubrik Grad 3)
  • Bewegung und Umhergehen
  • Ablenkung und Beschäftigung
  • Wärme an den betroffenen Stellen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Die Literatur nennt zeitweiliges Verlangen nach kalten Getränken
  • zu einem durchgängigen Nahrungsverlangen liegen keine kennzeichnenden Angaben vor
Abneigung
  • Abneigung gegen Speisen bei bestehendem Widerwillen und Übelkeit
  • Abneigung gegen Gesellschaft und gegen Reden (Rubrik Reden, Abneigung gegen, Grad 3)

In Repertorien häufig zugeordnet

Menstruationsbeschwerden mit dunkler, klumpiger, zu früher BlutungÜberempfindlichkeit im Genitalbereichneuralgische Schmerzen mit Taubheit im WechselZustände nach Kränkung, Demütigung und KummerGesichtsneuralgien mit bohrendem Charakterkrampfartige Zustände mit Steifheit der Glieder

Abgrenzung

Palladium teilt das Thema von Stolz und Kränkbarkeit, tritt aber weit weniger schroff auf und zeigt vor allem rechtsseitige Eierstockbeschwerden. Von Sepia unterscheidet sich Platinum dadurch, dass Sepia Gleichgültigkeit gegenüber den Angehörigen und Senkungsgefühl zeigt, während Platinum die Geringschätzung der Umgebung und die Überempfindlichkeit der Genitalien in den Vordergrund stellt. Ignatia hat ebenfalls Beschwerden nach Kummer, jedoch mit Widersprüchlichkeit und Kloßgefühl im Hals statt Hochmut.

Verwandte Mittel

PalladiumSepiaIgnatiaStannum metallicumCuprum metallicumValeriana

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.