Der Eintrag ist in der Datenbank als Piper azinum geführt; nach den zugeordneten Rubriken handelt es sich um Piperazinum, die 1888 eingeführte Verbindung Piperazin. Sie wurde in der Medizin des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts als Lösungsmittel für Harnsäure verwendet und daher bei Gicht, Harngrieß und Nierenkolik eingesetzt. Die Repertorien führen das Mittel entsprechend bei Gicht, bei Nierenkolik sowie bei Lähmung durch Bleivergiftung.
Konstitution
Gemütsbild
In den vorliegenden Rubriken sind keine Gemütszeichen verzeichnetDas Mittel ist über Harnsäurestoffwechsel, Nierenkolik und Nervenlähmung erfasstEin Gemütsbild ist aus der Datenlage nicht ableitbar
Für dieses Mittel enthält die Datenbasis ausschließlich körperliche Rubriken. Piperazin galt der Medizin um 1890 als das wirksamste damals bekannte Lösungsmittel für Harnsäure und wurde bei Gicht, Steinleiden und harnsaurer Diathese verordnet; über diese Verwendung ist es in die homöopathische Arzneimittellehre gelangt. Die Rubrik zur Lähmung durch Blei erklärt sich aus derselben Überlegung: Man erhoffte sich eine Lösung der schwer ausscheidbaren Bleiverbindungen. Eine eigenständige homöopathische Arzneimittelprüfung mit Gemütssymptomen liegt nicht vor. Über diese Einordnung hinaus lässt sich zum Gemüt nichts Belastbares sagen.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- In den vorliegenden Rubriken keine Modalitäten ausgewiesen
- Für harnsaure Zustände wird allgemein Verschlechterung durch reichliche, eiweißreiche Kost beschrieben, ohne dass dies für dieses Mittel geprüft wäre
- In den vorliegenden Rubriken keine Modalitäten ausgewiesen
- Zu bessernden Umständen liegen keine belastbaren Angaben vor
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Gicht aufgeführtBei Nierenkolik verzeichnetBei Lähmungen im Gefolge einer Bleivergiftung genanntIn den Rubriken beim grünen Star geführt; augenärztliche Behandlung ist hier unerlässlich
Abgrenzung
Benzoicum acidum ist bei harnsaurer Belastung das bekanntere Mittel, kenntlich am auffallend stark riechenden, dunklen Harn. Lithium carbonicum verbindet Gichtbeschwerden mit Herz- und Augenzeichen. Berberis vulgaris steht bei Nierenkolik mit vom Rücken ausstrahlendem Schmerz im Vordergrund, Lycopodium clavatum bei rechtsseitigem Steinleiden mit rotem Sandsatz im Harn. Bei Bleivergiftung ist Plumbum metallicum das zugehörige Hauptmittel mit Koliken und Lähmung der Streckmuskeln. Dieses Mittel bleibt demgegenüber eine kleine, chemisch begründete Zuordnung.
Verwandte Mittel
Benzoicum acidumLithium carbonicumBerberis vulgarisLycopodium clavatumPlumbum metallicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.