Picrotoxinum ist der stark krampferregende Wirkstoff der Kockelskörner, der Früchte von Anamirta cocculus, aus denen auch das Mittel Cocculus indicus gewonnen wird. In der homöopathischen Literatur ist es ein kleines Mittel; die überlieferten Angaben betreffen Bewegungsstörungen mit Unsicherheit, Nachtschweiße, reichlichen Harn und Beschwerden des Verdauungstrakts. Das Repertorium führt nur wenige Rubriken, das Bild bleibt umrissartig.
Konstitution
Gemütsbild
Kein ausgearbeitetes Gemütsbild überliefertToxikologisch geprägt durch KrampfneigungBeschwerden stehen körperlich im Vordergrund
Zu Picrotoxinum liegen im Repertorium keine Gemütsrubriken vor. Was über die Substanz bekannt ist, stammt überwiegend aus der Toxikologie: Picrotoxin ist ein Krampfgift, das die Erregbarkeit des Nervensystems steigert. Die homöopathische Literatur greift diesen Bezug auf und ordnet dem Mittel Zustände von Krampfneigung und Bewegungsunsicherheit zu. Ein seelisches Bild ist daraus nicht abgeleitet worden und wäre auch nicht belegt. Von Cocculus indicus, dem aus derselben Frucht bereiteten und breit geprüften Mittel, unterscheidet sich Picrotoxinum darin, dass es nur als isolierter Giftstoff und nicht als vollständig geprüftes Arzneimittel vorliegt.
Ängste: Keine Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Nachts, entsprechend den verzeichneten Nachtschweißen
- Bewegung, bei der die Unsicherheit hervortritt
- Ruhe und Liegen
- Nähere Besserungsangaben sind in der Literatur nicht beschrieben
Verlangen und Abneigungen
- Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Keine kennzeichnenden Abneigungen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Bewegungsunsicherheit und KoordinationsstörungenNachtschweißeVermehrte HarnmengeRuhrartige DurchfälleVerdauungsschwäche
Abgrenzung
Cocculus indicus stammt aus derselben Frucht, ist aber vollständig geprüft und durch Schwindel, Übelkeit bei Bewegung und die Folgen von Schlafmangel und Pflegebelastung gekennzeichnet; diese Kennzeichen fehlen dem isolierten Wirkstoff. Bei Nachtschweißen mit Schwäche sind China officinalis und Silicea die besser belegten Mittel. Bei Bewegungsunsicherheit führt die Literatur unter anderem Agaricus muscarius und Argentum nitricum. Picrotoxinum bleibt wegen der schmalen Datenlage ein Mittel für eng umgrenzte Übereinstimmungen.
Verwandte Mittel
Cocculus indicusAgaricus muscariusChina officinalisNux vomica
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.