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Materia medica · Nr. 2693

Picrotoxinum

Picro.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Picrotoxinum ist der stark krampferregende Wirkstoff der Kockelskörner, der Früchte von Anamirta cocculus, aus denen auch das Mittel Cocculus indicus gewonnen wird. In der homöopathischen Literatur ist es ein kleines Mittel; die überlieferten Angaben betreffen Bewegungsstörungen mit Unsicherheit, Nachtschweiße, reichlichen Harn und Beschwerden des Verdauungstrakts. Das Repertorium führt nur wenige Rubriken, das Bild bleibt umrissartig.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine kennzeichnenden Angaben vor. Beschrieben werden geschwächte Menschen mit Nachtschweißen und unsicherer Bewegung, kein bestimmter Konstitutionstyp.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin eigenständiges Temperamentsbild ist nicht überliefert. Die Substanz ist toxikologisch als Krampfgift beschrieben; die homöopathischen Angaben beziehen sich auf körperliche Zeichen, nicht auf die Gemütsverfassung.

Gemütsbild

Kein ausgearbeitetes Gemütsbild überliefertToxikologisch geprägt durch KrampfneigungBeschwerden stehen körperlich im Vordergrund

Zu Picrotoxinum liegen im Repertorium keine Gemütsrubriken vor. Was über die Substanz bekannt ist, stammt überwiegend aus der Toxikologie: Picrotoxin ist ein Krampfgift, das die Erregbarkeit des Nervensystems steigert. Die homöopathische Literatur greift diesen Bezug auf und ordnet dem Mittel Zustände von Krampfneigung und Bewegungsunsicherheit zu. Ein seelisches Bild ist daraus nicht abgeleitet worden und wäre auch nicht belegt. Von Cocculus indicus, dem aus derselben Frucht bereiteten und breit geprüften Mittel, unterscheidet sich Picrotoxinum darin, dass es nur als isolierter Giftstoff und nicht als vollständig geprüftes Arzneimittel vorliegt.

Ängste: Keine Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Unsicherheit und Koordinationsstörung der Bewegungen, in den Rubriken als Ataxie geführt
Nachtschweiße - eine der wenigen ausdrücklich verzeichneten Angaben
Reichlicher, vermehrter Harn
Ruhrartige Durchfälle mit Bauchbeschwerden
Verdauungsschwäche, klinisch der Dyspepsie zugeordnet
Bruchleiden des Bauches, in den Rubriken verzeichnet
Verschlechterung
  • Nachts, entsprechend den verzeichneten Nachtschweißen
  • Bewegung, bei der die Unsicherheit hervortritt
Verbesserung
  • Ruhe und Liegen
  • Nähere Besserungsangaben sind in der Literatur nicht beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine kennzeichnenden Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Bewegungsunsicherheit und KoordinationsstörungenNachtschweißeVermehrte HarnmengeRuhrartige DurchfälleVerdauungsschwäche

Abgrenzung

Cocculus indicus stammt aus derselben Frucht, ist aber vollständig geprüft und durch Schwindel, Übelkeit bei Bewegung und die Folgen von Schlafmangel und Pflegebelastung gekennzeichnet; diese Kennzeichen fehlen dem isolierten Wirkstoff. Bei Nachtschweißen mit Schwäche sind China officinalis und Silicea die besser belegten Mittel. Bei Bewegungsunsicherheit führt die Literatur unter anderem Agaricus muscarius und Argentum nitricum. Picrotoxinum bleibt wegen der schmalen Datenlage ein Mittel für eng umgrenzte Übereinstimmungen.

Verwandte Mittel

Cocculus indicusAgaricus muscariusChina officinalisNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.