Physostigma venenosum, die Kalabarbohne, ist in der homöopathischen Materia medica vor allem als Augenmittel bekannt. Beschrieben werden Krampf des Ziliarmuskels mit rasch zunehmender Kurzsichtigkeit, Lichtscheu, Flimmern, schwarze schwebende Punkte und Höfe um Lichtquellen. Daneben steht eine ausgeprägte Wirkung auf Muskeln und Rückenmark mit Spannung, Zuckungen und starrer Steifheit.
Konstitution
Gemütsbild
Gefühl, die Sinne zu verlieren, mit Neigung zur OhnmachtNervöse Überreizung bei gleichzeitiger ErschöpfungKein ausgearbeitetes chronisches Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesen
Im Gemütskapitel liegt für Physostigma nur wenig Belastbares vor. Die Rubriken nennen im höheren Grad das Empfinden, die Sinne zu verlieren, verbunden mit Ohnmachtsneigung und Schwächeanfällen. Die klassische Literatur beschreibt darüber hinaus eine nervöse Übererregbarkeit, in der der Kranke auf Reize überschießend reagiert, während die Kraft insgesamt nachlässt. Ein eigenständiges seelisches Thema, wie es etwa für Gelsemium oder Nux vomica ausgearbeitet ist, wird für dieses Mittel nicht beschrieben. Es wird in der Praxis überwiegend nach den Augen- und Muskelsymptomen bestimmt, nicht nach dem Gemüt.
Ängste: Furcht, ohnmächtig zu werden oder die Sinne zu verlieren, Darüber hinaus in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Leitsymptome
- Durch Überanstrengung der Augen und feine Sehaufgaben
- Durch Berührung, besonders am Scheitel
- Durch Kälte
- Bei geringster Erregung, wegen der nervösen Überreizbarkeit
- Durch körperliche Bewegung und Anstrengung, in den Rubriken ausdrücklich als Besserung verzeichnet
- Durch Ruhe der Augen
- In gedämpftem Licht
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Abneigung gegen Wasser, besonders gegen kaltes Wasser
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Sehstörungen mit Krampf der Augenmuskulatur und zunehmender Kurzsichtigkeit aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Lidzucken, Lichtscheu und Flimmern vor den AugenBei Muskelspannung, Steifheit und Zuckungen der Glieder verzeichnetIn der Literatur bei krampfartiger Starre und Beschwerden des Rückenmarks genanntBei Beschwerden nach Überanstrengung der Augen durch feine Arbeit aufgeführtBei Empfindlichkeit der Kopfhaut gegen Berührung verzeichnet
Abgrenzung
Von Gelsemium, das ebenfalls bei Sehstörungen mit Lidschwere und allgemeiner Schwäche genannt wird, unterscheidet Physostigma der ausdrückliche Krampf des Ziliarmuskels und die Besserung durch körperliche Bewegung. Ruta wird bei Augenermüdung durch feine Arbeit genannt, jedoch mit Hitzegefühl und Brennen. Agaricus teilt Zuckungen und Muskelrucke, zeigt aber Kältegefühl wie von Eisnadeln. Conium ist ebenfalls bei Lichtscheu und Sehschwäche aufgeführt, mit Schwindel bei Kopfbewegung. Für Physostigma spricht die Verbindung von Augenkrampf, Lidzucken und muskulärer Spannung.
Verwandte Mittel
GelsemiumConium maculatumAgaricus muscariusRuta graveolensNux vomicaBelladonna
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.