HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 2674

Phosphorus hydrogenatus

Phos-h.

In 13 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Phosphorus hydrogenatus ist die homöopathische Zubereitung des Phosphorwasserstoffs, eines farblosen, hochgiftigen Gases, das bei der Zersetzung von Phosphorverbindungen entsteht. Das überlieferte Bild ist klein und kreist um eine Reizbarkeit und Erschöpfung des Nervensystems: übersteigerte Empfindlichkeit aller Sinne, Unsicherheit der Bewegungen, Sehschwäche und stockende Sprache. Dazu treten zerbröckelnde Zähne, wie sie aus der Phosphorwirkung auf den Knochen bekannt sind.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Die Angaben passen zu geschwächten, nervlich überreizten Menschen, bei denen Sinnesempfindlichkeit und körperliche Unsicherheit zusammentreffen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen keine Repertoriumsrubriken vor. Aus der allgemeinen Überempfindlichkeit lässt sich eine leichte Erregbarkeit und rasche Erschöpfbarkeit ableiten, wie sie für die Phosphorreihe insgesamt beschrieben wird. Weiter reichende Aussagen wären nicht belegt.

Gemütsbild

Keine eigenständigen Gemütsrubriken verzeichnetÜbersteigerte Empfindlichkeit gegenüber Reizen jeder ArtRasche nervliche Erschöpfung

Das Mittel ist im Repertorium ohne Gemütsrubriken erfasst. Was über die Verfassung gesagt werden kann, ergibt sich mittelbar aus der Allgemeinrubrik der Überempfindlichkeit: Betroffene reagieren auf Sinnesreize verstärkt, was erfahrungsgemäß mit Unruhe und schneller Ermüdung einhergeht. Auffällig ist die Sprachstörung in Form des Stotterns, die im Repertorium als körperliches Zeichen geführt wird, sich in der Wahrnehmung des Kranken aber unmittelbar auf das Zutrauen zur eigenen Äußerung auswirkt. Ein durchgezeichnetes Gemütsbild wie bei Phosphorus selbst liegt nicht vor. In der Literatur ist das Mittel als Randmittel der Phosphorgruppe nicht näher beschrieben.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Allgemeine Überempfindlichkeit (Hyperästhesie) - der Leitzug des Mittels: Sinnesreize wirken verstärkt und ermüden rasch
Unsicherheit und Ungeschicklichkeit der Bewegungen im Sinne einer Ataxie
Sehschwäche ohne erkennbare äußere Veränderung des Auges (Amblyopie)
Stockende, stotternde Sprache
Zerbröckelnde, brüchige Zähne - der aus der Phosphorwirkung auf das Knochengewebe bekannte Zug
Durchfall
Verschlechterung
  • Sinnesreize, Lärm und Licht wegen der Überempfindlichkeit
  • Anstrengung und längere Beanspruchung
Verbesserung
  • Ruhe und Reizabschirmung
  • Zu weiteren Besserungen liegen keine Repertoriumsangaben vor

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei allgemeiner Überempfindlichkeit aufgeführtBei ataktischen Bewegungsstörungen genanntBei Sehschwäche ohne äußeren Befund verzeichnetKlassisch zugeordnet zu Sprachstörungen mit StotternBei brüchigen, zerbröckelnden Zähnen aufgeführtBei Durchfall genannt

Abgrenzung

Phosphorus selbst ist das weit umfassender ausgearbeitete Hauptmittel der Gruppe und zeigt die Überempfindlichkeit eingebettet in ein deutliches Gemüts-, Blutungs- und Brustbild; Phosphorus hydrogenatus bleibt demgegenüber auf wenige nervliche und knochenbezogene Züge beschränkt. Acidum phosphoricum teilt die Erschöpfung, ist jedoch durch Gleichgültigkeit und Folgen von Kummer oder Wachstum gekennzeichnet. Bei Ataxie mit Sehschwäche stehen Argentum nitricum und Alumina mit ungleich reicherem Bild. Für die zerbröckelnden Zähne wird in der Materia medica vor allem Kreosotum genannt.

Verwandte Mittel

PhosphorusAcidum phosphoricumArgentum nitricumAluminaKreosotum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.