HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 2671

Phlorizinum

Phlor.

In 9 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Phlorizinum ist das Phlorizin, ein Glykosid aus der Wurzelrinde von Apfel- und anderen Obstbäumen. Bekannt wurde die Substanz dadurch, dass sie im Versuch Zucker im Harn erscheinen lässt, ohne den Blutzucker zu erhöhen – die sogenannte Phlorizin-Zuckerharnruhr. Boericke führt das Mittel entsprechend bei Zuckerharnruhr und bei der Entkräftung nach lang bestehenden Wechselfiebern. Es ist ein kleines, wenig geprüftes Mittel.

Konstitution

KörperbauBeschrieben wird kein Habitus, sondern ein Zustand: der abgezehrte, blasse, kraftlose Mensch nach langen Fieberzuständen oder bei schwerer Stoffwechselstörung.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentZum Temperament liegen keine geprüften Angaben vor. In den vorliegenden Rubriken sind keine Gemütszeichen verzeichnet; die Literatur beschreibt lediglich die Mattigkeit erschöpfter Kranker.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken sind keine Gemütszeichen verzeichnetDas Mittel ist über Stoffwechsel, Fieber und Haut erfasstBeschrieben wird allgemeine Erschöpfung, kein eigenständiges Gemütsbild

Für Phlorizinum enthält die Datenbasis ausschließlich körperliche Rubriken. Die Substanz wurde im neunzehnten Jahrhundert aus der Wurzelrinde des Apfelbaums gewonnen und diente der Forschung als Werkzeug, um Zuckerausscheidung über die Niere zu erzeugen; aus dieser Beobachtung leitet sich die homöopathische Zuordnung zur Zuckerharnruhr ab. Daneben wurde Phlorizin, wie andere bittere Rindenauszüge, gegen Wechselfieber verwendet, weshalb die Rubriken chronisches, wiederkehrendes Fieber führen. Eine breite Arzneimittelprüfung mit Gemütssymptomen liegt nicht vor. Über diese Einordnung hinaus lässt sich zum Gemüt nichts Belastbares sagen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Zuckerharnruhr, in den klinischen Rubriken ausdrücklich geführt; diese Erkrankung gehört in ärztliche Behandlung und Überwachung
Chronisches, wiederkehrendes Wechselfieber mit Erschöpfung, in den Rubriken verzeichnet
Bläschenartige Ausschläge am Vorhautbereich der männlichen Geschlechtsorgane, in den Rubriken als eigener Eintrag geführt
Die Literatur beschreibt zusätzlich große Mattigkeit, Abmagerung und vermehrte Harnmenge
Beschrieben wird die Verbindung von Stoffwechselschwäche und wiederkehrenden Fieberzuständen
Verschlechterung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Modalitäten ausgewiesen
  • Beschrieben wird der wiederkehrende, anfallsweise Verlauf des Fiebers
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Modalitäten ausgewiesen
  • Zu bessernden Umständen liegen keine belastbaren Angaben vor

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • Die Literatur zur Zuckerharnruhr nennt vermehrten Durst, ohne dass dies eine Rubrik des Mittels wäre
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In den klinischen Rubriken bei Zuckerharnruhr geführt; ärztliche Behandlung ist hier unerlässlichBei chronischem, wiederkehrendem Wechselfieber verzeichnetBei bläschenartigen Ausschlägen im Vorhautbereich aufgeführtIn der Literatur bei Erschöpfung nach langen Fieberzuständen beschrieben

Abgrenzung

Syzygium jambolanum ist bei Zuckerharnruhr das bekanntere und breiter verwendete Mittel, kenntlich an großem Durst, reichlichem Harn und schlecht heilenden Hautstellen. Uranium nitricum wird bei derselben Zuordnung mit Abmagerung trotz gutem Appetit genannt. China officinalis steht bei Erschöpfung nach Wechselfiebern und Säfteverlust im Vordergrund. Natrium muriaticum ist bei Bläschenausschlägen mit Fieberverlauf zu bedenken. Phlorizinum bleibt ein kleines Mittel mit schmaler Prüfungsgrundlage.

Verwandte Mittel

Syzygium jambolanumUranium nitricumChina officinalisAcidum phosphoricumNatrium muriaticum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.