Phenacetinum ist die homöopathische Zubereitung des Phenacetins, eines Anilinabkömmlings, der ab dem späten 19. Jahrhundert als fiebersenkendes und schmerzstillendes Mittel weit verbreitet war und später wegen seiner Nieren- und Blutschäden aus dem Handel genommen wurde. Das homöopathische Bild ist klein und stammt überwiegend aus der beobachteten Arzneiwirkung: Blaufärbung der Haut, Kopfschmerz, reichlicher Schweiß und Zeichen der Harnvergiftung. In der Materia medica ist es ein Randmittel ohne eigenständige Prüfung im klassischen Sinn.
Konstitution
Gemütsbild
Keine Gemütsrubriken im Repertorium verzeichnetBenommenheit im Rahmen fieberhafter ZuständeAbgeschlagenheit und Teilnahmslosigkeit bei Harnvergiftung
Das Mittel ist im Repertorium ausschließlich über körperliche Zeichen erfasst; ein Gemütsbild fehlt vollständig. Was sich beschreiben lässt, ist der Allgemeinzustand, in dem Phenacetinum genannt wird: anhaltendes Fieber mit Benommenheit und starker Schweißneigung, dazu die Zeichen einer Harnvergiftung mit zunehmender Teilnahmslosigkeit. Diese Züge gehören zum Krankheitszustand, nicht zu einem eigenen Charakterbild des Mittels. Wer das Mittel erwägt, geht daher von den körperlichen Angaben aus, insbesondere von der Blaufärbung der Haut. In der Literatur ist das Arzneimittelbild nicht näher beschrieben.
Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Im Verlauf anhaltender fieberhafter Zustände
- Bei fortgesetzter Einwirkung der Substanz
- Zu Besserungen liegen keine Repertoriumsangaben vor
- In der Literatur nicht näher beschrieben
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Zyanose aufgeführtBei urämischen Zuständen genanntKlassisch zugeordnet zu anhaltendem Fieber, auch im Zusammenhang mit TyphusBei Kopfschmerz verzeichnetBei reichlichem Schweiß aufgeführtBei Gesichtsausschlägen genannt
Abgrenzung
Antipyrinum und Acetanilidum stammen aus derselben Stoffgruppe der fiebersenkenden Anilinabkömmlinge und teilen die Blaufärbung der Haut sowie die Schwächewirkung auf das Blut; Antipyrinum steht dabei stärker bei Nesselsucht und Hautausschlägen. Carbolicum acidum zeigt ebenfalls dunkle Verfärbung mit Nierenbeteiligung, jedoch mit dem kennzeichnenden Geruchsbild. Terebinthina und Apis mellifica werden bei Nierenzuständen mit Harnvergiftung genannt, sind dort aber weit besser ausgearbeitet. Für Phenacetinum spricht in erster Linie der Bezug zur Arzneiwirkung selbst.
Verwandte Mittel
AntipyrinumAcetanilidumCarbolicum acidumTerebinthinaApis mellifica
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.