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Materia medica · Nr. 2656

Phenacetinum

Phenac.

In 13 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Phenacetinum ist die homöopathische Zubereitung des Phenacetins, eines Anilinabkömmlings, der ab dem späten 19. Jahrhundert als fiebersenkendes und schmerzstillendes Mittel weit verbreitet war und später wegen seiner Nieren- und Blutschäden aus dem Handel genommen wurde. Das homöopathische Bild ist klein und stammt überwiegend aus der beobachteten Arzneiwirkung: Blaufärbung der Haut, Kopfschmerz, reichlicher Schweiß und Zeichen der Harnvergiftung. In der Materia medica ist es ein Randmittel ohne eigenständige Prüfung im klassischen Sinn.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist für dieses Mittel nicht überliefert; die vorliegenden Angaben beschreiben Zustände, nicht Körperformen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZur Gemütsverfassung liegen in den Repertorien keine Rubriken vor. Die Literatur beschreibt allenfalls die Abgeschlagenheit und Benommenheit, wie sie bei anhaltendem Fieber und bei Harnvergiftung geschildert wird. Ein durchgezeichnetes Temperamentsbild lässt sich daraus nicht ableiten.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken im Repertorium verzeichnetBenommenheit im Rahmen fieberhafter ZuständeAbgeschlagenheit und Teilnahmslosigkeit bei Harnvergiftung

Das Mittel ist im Repertorium ausschließlich über körperliche Zeichen erfasst; ein Gemütsbild fehlt vollständig. Was sich beschreiben lässt, ist der Allgemeinzustand, in dem Phenacetinum genannt wird: anhaltendes Fieber mit Benommenheit und starker Schweißneigung, dazu die Zeichen einer Harnvergiftung mit zunehmender Teilnahmslosigkeit. Diese Züge gehören zum Krankheitszustand, nicht zu einem eigenen Charakterbild des Mittels. Wer das Mittel erwägt, geht daher von den körperlichen Angaben aus, insbesondere von der Blaufärbung der Haut. In der Literatur ist das Arzneimittelbild nicht näher beschrieben.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Zyanose, also Blaufärbung von Haut und Lippen - das kennzeichnendste klinische Zeichen des Mittels, aus der Blutwirkung des Phenacetins abgeleitet
Zeichen der Harnvergiftung (Urämie) bei nachlassender Nierenleistung
Kopfschmerz
Anhaltendes, kontinuierliches Fieber; ausdrücklich auch im Zusammenhang mit Typhus aufgeführt
Reichlicher, ausgiebiger Schweiß
Hautausschläge im Gesicht
Verschlechterung
  • Im Verlauf anhaltender fieberhafter Zustände
  • Bei fortgesetzter Einwirkung der Substanz
Verbesserung
  • Zu Besserungen liegen keine Repertoriumsangaben vor
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Zyanose aufgeführtBei urämischen Zuständen genanntKlassisch zugeordnet zu anhaltendem Fieber, auch im Zusammenhang mit TyphusBei Kopfschmerz verzeichnetBei reichlichem Schweiß aufgeführtBei Gesichtsausschlägen genannt

Abgrenzung

Antipyrinum und Acetanilidum stammen aus derselben Stoffgruppe der fiebersenkenden Anilinabkömmlinge und teilen die Blaufärbung der Haut sowie die Schwächewirkung auf das Blut; Antipyrinum steht dabei stärker bei Nesselsucht und Hautausschlägen. Carbolicum acidum zeigt ebenfalls dunkle Verfärbung mit Nierenbeteiligung, jedoch mit dem kennzeichnenden Geruchsbild. Terebinthina und Apis mellifica werden bei Nierenzuständen mit Harnvergiftung genannt, sind dort aber weit besser ausgearbeitet. Für Phenacetinum spricht in erster Linie der Bezug zur Arzneiwirkung selbst.

Verwandte Mittel

AntipyrinumAcetanilidumCarbolicum acidumTerebinthinaApis mellifica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.