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Materia medica · Nr. 242

Phellandrium aquaticum

Phel.

In 1.153 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Phellandrium aquaticum, der Wasserfenchel aus der Familie der Doldenblütler, ist in der Materia medica vor allem als Brust- und Stillmittel beschrieben. Kennzeichnend ist ein stechender Schmerz in einem umschriebenen Punkt der rechten Brust, der bis in den Rücken durchzieht, dazu wunde Brustwarzen bei stillenden Frauen. Die zweite Wirkungsrichtung betrifft die Atemwege: reichlicher, lockerer und auffallend übelriechender Auswurf bei langwierigen Katarrhen.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; klassisch beschrieben ist das Mittel bei stillenden Frauen und bei Menschen mit langwierigen Katarrhen der Atemwege.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken enthalten wenig zum Gemüt; verzeichnet ist ein auffallendes Verlangen nach Licht sowie ein wechselnd rotes Gesicht. Beschrieben wird eine empfindliche, rasch erschöpfte Verfassung, in der die Schmerzen die Stimmung bestimmen.

Gemütsbild

Ausgeprägtes Verlangen nach Licht und HelligkeitReizbarkeit durch anhaltende SchmerzenErschöpfung stillender FrauenEmpfindlichkeit gegen Zuwendung im Schmerz

Zum Gemüt liegen in den Repertorien nur wenige Angaben vor. Auffällig ist die verzeichnete Lichtsucht, also ein Verlangen nach heller Umgebung, das bei Augenbeschwerden und Kopfsymptomen genannt wird. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel überwiegend körperlich und geht auf ein ausgearbeitetes Gemütsbild nicht ein. Genannt wird eine Reizbarkeit, die aus dem anhaltenden Brustschmerz und der Erschöpfung des Stillens entsteht, sowie ein Wechsel der Gesichtsfarbe zwischen Röte und Blässe. Über diese Angaben hinaus ist das seelische Bild in der Literatur nicht näher beschrieben, sodass die Mittelwahl sich hier auf die körperlichen Zeichen stützt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Stechender Schmerz in einem umschriebenen Punkt der rechten Brust, der zum Rücken durchzieht; in den Repertorien im höchsten Grad aufgeführt
Entzündung der Brustdrüse und stechende Schmerzen in der Brustdrüse, besonders rechts
Wunde, empfindliche Brustwarzen bei stillenden Frauen; die Schmerzen ziehen beim Anlegen durch die Brust
Lockerer, reichlicher und ausgeprägt übelriechender Auswurf beim Husten; rasselnde Atmung durch Schleim in den Bronchien
Jucken der inneren Augenwinkel, besonders rechts, mit brennendem, heißem Tränenfluss
Erfolgloses, leeres Aufstoßen sowie fauliges Aufstoßen; Blutandrang in den Beinen mit schießenden, nach außen stechenden Schmerzen
Verschlechterung
  • Beim Stillen und beim Anlegen des Kindes
  • Gebeugte Haltung des betroffenen Teils
  • Rechte Körperseite
  • Kaltes Wasser
  • Anhaltendes Sitzen
Verbesserung
  • Helles Licht
  • Aufrechte Haltung
  • Lockerer Auswurf beim Husten
  • Warme Getränke

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Milch, in den Repertorien deutlich ausgewiesen
  • Alkoholische Getränke, besonders Bier
  • Saure Speisen und saure Getränke
Abneigung
  • Kaltes Wasser
  • Fettes und Schweres bei Magenverstimmung

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Brustdrüsenentzündung und Beschwerden stillender Frauen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu wunden Brustwarzen mit durchziehendem Schmerz beim StillenBei umschriebenem stechendem Schmerz der rechten Brust mit Ausstrahlung in den Rücken verzeichnetBei langwierigen Bronchialkatarrhen mit reichlichem, übelriechendem Auswurf genanntBei Jucken und Brennen der inneren Augenwinkel beschrieben

Abgrenzung

Phytolacca, in der Datenbank als verwandtes Mittel geführt, steht ebenfalls bei Brustdrüsenentzündung und bei Schmerzen, die beim Stillen durch die ganze Brust ausstrahlen, zeigt aber steinharte, empfindliche Knoten und ausgeprägte Drüsenbeteiligung. Silicea teilt die Neigung zu Eiterung und wunden Brustwarzen, mit Frostigkeit und Schweiß. Croton tiglium hat den durchziehenden Schmerz von der Brustwarze zum Schulterblatt beim Stillen, ohne den übelriechenden Auswurf. Für Phellandrium spricht die Verbindung von umschriebenem rechtsseitigem Brustschmerz, wunden Brustwarzen und übelriechendem lockerem Auswurf.

Verwandte Mittel

PhytolaccaSiliceaConium maculatumAsa foetidaCroton tigliumPulsatilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.