Petroleum raffinatum ist die gereinigte Form des Steinöls und steht als Zubereitungsvariante neben dem klassischen Petroleum, dem Oleum petrae. Die wenigen vorliegenden Rubriken zeigen den Bezug zur Verdauung und zu den Schleimhäuten: Verschlimmerung nach dem Überessen, Verlangen nach Unverdaulichem und grünlicher Auswurf. Für das ausgearbeitete Arzneibild ist auf das Hauptmittel Petroleum zurückzugreifen, dessen Kern die tiefen, rissigen Hautveränderungen und die Übelkeit beim Fahren sind.
Konstitution
Gemütsbild
Kein eigenständiges Gemütsbild der raffinierten Zubereitung überliefertIn den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesenGemütsangaben nur über das Hauptmittel Petroleum zugänglich
Zu Petroleum raffinatum sind in den Repertorien keine Gemütsrubriken verzeichnet. Die drei vorliegenden Einträge betreffen ausschließlich Verdauung und Auswurf. Ein eigenes Gemütsbild lässt sich daraus nicht ableiten, und die Literatur führt die raffinierte Form nicht als eigenständig geprüftes Mittel. Wer das Gemüt einbeziehen will, greift auf das Hauptmittel Petroleum zurück: Dort beschreibt die klassische Materia medica Reizbarkeit mit Streitneigung, große Empfindlichkeit gegen den geringsten Widerspruch, Verwirrung über vertraute Orte und das eigentümliche Gefühl, ein Doppelgänger liege neben einem. Diese Angaben gelten dem Steinöl allgemein und sind für die raffinierte Variante nicht gesondert bestätigt.
Ängste: Für die raffinierte Zubereitung nicht überliefert, Beim Hauptmittel Petroleum beschrieben: Angst um die Zukunft und beim Alleinsein
Leitsymptome
- Nach dem Essen, besonders nach zu reichlicher Mahlzeit
- Nach schwer verdaulichen Speisen
- Beim Hauptmittel Petroleum zusätzlich beschrieben: Winter und Fahren im Wagen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Beim Hauptmittel Petroleum beschrieben: warme, trockene Luft und Liegen mit erhöhtem Kopf
Verlangen und Abneigungen
- Unverdauliche Speisen; dies ist eine der drei vorliegenden Rubriken
- Beim Hauptmittel Petroleum überliefert: Bier und deftige, fette Kost
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Beim Hauptmittel Petroleum beschrieben: Abneigung gegen Fleisch und fette Speisen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Beschwerden nach zu reichlichem Essen aufgeführtBeim Verlangen nach unverdaulichen Speisen verzeichnetBei grünlichem Auswurf genanntAls Zubereitungsvariante des Steinöls dem Arzneibild von Petroleum zugeordnet
Abgrenzung
Petroleum raffinatum ist keine eigene Arznei mit eigenem Prüfungsbild, sondern eine Zubereitungsvariante des Steinöls; das ausgearbeitete Bild liegt bei Petroleum. Von Antimonium crudum unterscheidet es sich, obwohl auch dort das Überessen und die belegte Zunge im Vordergrund stehen: Antimonium crudum zeigt zusätzlich die dicke, weiße Zunge und die Abneigung, angesehen und berührt zu werden. Nux vomica trägt ebenfalls die Folgen von Überladung des Magens, dort jedoch mit Reizbarkeit, Frühwachen und Besserung nach kurzem Schlaf. Pulsatilla pratensis erträgt fette Speisen schlecht, ist aber durch Durstlosigkeit, Weinerlichkeit und Besserung in frischer Luft geschieden.
Verwandte Mittel
PetroleumAntimonium crudumNux vomicaPulsatilla pratensisGraphitesSepia
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.