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Materia medica · Nr. 3624

petroleum raffinatum

petr-ra

In 3 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Petroleum raffinatum ist die gereinigte Form des Steinöls und steht als Zubereitungsvariante neben dem klassischen Petroleum, dem Oleum petrae. Die wenigen vorliegenden Rubriken zeigen den Bezug zur Verdauung und zu den Schleimhäuten: Verschlimmerung nach dem Überessen, Verlangen nach Unverdaulichem und grünlicher Auswurf. Für das ausgearbeitete Arzneibild ist auf das Hauptmittel Petroleum zurückzugreifen, dessen Kern die tiefen, rissigen Hautveränderungen und die Übelkeit beim Fahren sind.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist für die raffinierte Zubereitung nicht überliefert. Beim Hauptmittel Petroleum werden Menschen mit trockener, rissiger, leicht aufspringender Haut und schlechter Wundheilung beschrieben.
Thermalitätfrostig
TemperamentFür Petroleum raffinatum selbst liegt kein eigenes Temperamentsbild vor. Das Hauptmittel Petroleum wird als reizbar, streitlustig und leicht beleidigt beschrieben, mit Verwirrtheit über bekannte Wege und einem Gefühl der Doppelexistenz.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild der raffinierten Zubereitung überliefertIn den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesenGemütsangaben nur über das Hauptmittel Petroleum zugänglich

Zu Petroleum raffinatum sind in den Repertorien keine Gemütsrubriken verzeichnet. Die drei vorliegenden Einträge betreffen ausschließlich Verdauung und Auswurf. Ein eigenes Gemütsbild lässt sich daraus nicht ableiten, und die Literatur führt die raffinierte Form nicht als eigenständig geprüftes Mittel. Wer das Gemüt einbeziehen will, greift auf das Hauptmittel Petroleum zurück: Dort beschreibt die klassische Materia medica Reizbarkeit mit Streitneigung, große Empfindlichkeit gegen den geringsten Widerspruch, Verwirrung über vertraute Orte und das eigentümliche Gefühl, ein Doppelgänger liege neben einem. Diese Angaben gelten dem Steinöl allgemein und sind für die raffinierte Variante nicht gesondert bestätigt.

Ängste: Für die raffinierte Zubereitung nicht überliefert, Beim Hauptmittel Petroleum beschrieben: Angst um die Zukunft und beim Alleinsein

Leitsymptome

Verschlimmerung nach dem Überessen; die Verdauung erträgt reichliche Mahlzeiten schlecht
Verlangen nach Unverdaulichem, also nach Speisen, die der Magen nicht gut aufnimmt
Grünlicher Auswurf beim Husten, ein Hinweis auf die Beteiligung der Atemwegsschleimhäute
Über das Hauptmittel Petroleum sind die tiefen, blutenden Hautrisse an Händen und Fingerspitzen und die Übelkeit beim Fahren überliefert; für die raffinierte Form sind sie nicht gesondert geprüft
Verschlechterung
  • Nach dem Essen, besonders nach zu reichlicher Mahlzeit
  • Nach schwer verdaulichen Speisen
  • Beim Hauptmittel Petroleum zusätzlich beschrieben: Winter und Fahren im Wagen
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • Beim Hauptmittel Petroleum beschrieben: warme, trockene Luft und Liegen mit erhöhtem Kopf

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Unverdauliche Speisen; dies ist eine der drei vorliegenden Rubriken
  • Beim Hauptmittel Petroleum überliefert: Bier und deftige, fette Kost
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • Beim Hauptmittel Petroleum beschrieben: Abneigung gegen Fleisch und fette Speisen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Beschwerden nach zu reichlichem Essen aufgeführtBeim Verlangen nach unverdaulichen Speisen verzeichnetBei grünlichem Auswurf genanntAls Zubereitungsvariante des Steinöls dem Arzneibild von Petroleum zugeordnet

Abgrenzung

Petroleum raffinatum ist keine eigene Arznei mit eigenem Prüfungsbild, sondern eine Zubereitungsvariante des Steinöls; das ausgearbeitete Bild liegt bei Petroleum. Von Antimonium crudum unterscheidet es sich, obwohl auch dort das Überessen und die belegte Zunge im Vordergrund stehen: Antimonium crudum zeigt zusätzlich die dicke, weiße Zunge und die Abneigung, angesehen und berührt zu werden. Nux vomica trägt ebenfalls die Folgen von Überladung des Magens, dort jedoch mit Reizbarkeit, Frühwachen und Besserung nach kurzem Schlaf. Pulsatilla pratensis erträgt fette Speisen schlecht, ist aber durch Durstlosigkeit, Weinerlichkeit und Besserung in frischer Luft geschieden.

Verwandte Mittel

PetroleumAntimonium crudumNux vomicaPulsatilla pratensisGraphitesSepia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.