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Materia medica · Nr. 239

Petroleum rectificatum

Petr.

Auch: petr-rec

In 9.469 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Petroleum ist das homöopathisch aufbereitete gereinigte Steinöl und gilt in der klassischen Materia medica als großes Mittel für rissige, aufgesprungene Haut und für Reisekrankheit. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei tief eingerissenen, blutenden Händen, die sich im Winter verschlimmern, sowie bei Übelkeit und Erbrechen beim Fahren. Beschrieben wird ein frostiger, leicht reizbarer Mensch mit chronisch ungesunder Haut.

Konstitution

KörperbauHäufig beschrieben werden Menschen mit trockener, ungesunder, zu Rissen und Ekzemen neigender Haut; auffällig ist der Heißhunger, der trotz reichlicher Nahrungsaufnahme mit Abmagerung einhergehen kann (Rubrik Heißhunger trotzdem Abmagerung, Grad 3).
Thermalitätfrostig
TemperamentReizbar, streitsüchtig und leicht aufgebracht (Rubriken Reizbarkeit, Streitsucht, Zorn, Grad 3). Zugleich besteht ein Mangel an Selbstvertrauen und eine ausgeprägte Unentschlossenheit. Vergesslichkeit und ein benommener Kopf gehören zum Bild.

Gemütsbild

Reizbarkeit und Streitsucht bei innerer UnsicherheitUnentschlossenheit und Mangel an SelbstvertrauenVergesslichkeit und Benommenheit des Kopfesdas klassisch beschriebene Gefühl der Verdopplung – als sei man zwei Personen

Die Repertorien zeigen ein Gemüt zwischen Gereiztheit und Verunsicherung: Streitsucht und Zorn stehen neben Zaghaftigkeit und Mangel an Selbstvertrauen, alle im höchsten Grad. Entscheidungen fallen schwer, die Rubrik Unentschlossenheit ist hochgradig geführt. Kennzeichnend ist eine Benommenheit des Kopfes mit Vergesslichkeit; Orte und Wege werden nicht wiedererkannt. Die klassische Materia medica beschreibt darüber hinaus eine eigentümliche Wahrnehmung der Verdopplung – das Gefühl, ein zweiter Mensch liege neben einem oder man selbst bestehe aus zwei Personen; die Rubrik Wahnideen ist entsprechend im höchsten Grad vertreten. Insgesamt wirkt die Verfassung dünnhäutig und rasch überfordert.

Ängste: Angst um die eigene Zukunft bei bestehender Unsicherheit, Beklemmung in ungewohnter Umgebung, verbunden mit Orientierungsunsicherheit, Furcht während der Zustände von Benommenheit und Verwirrung

Leitsymptome

Tief eingerissene, blutende Hände und Finger, die sich im Winter deutlich verschlimmern – ein Kennzeichen des Mittels (Rubrik Hände rissig, im Winter, Grad 3)
Übelkeit und Erbrechen beim Fahren im Wagen; Reisekrankheit (Rubriken Grad 3)
Nässende, krustige Ekzeme, besonders hinter den Ohren, an den Händen und an den Genitalien
Feuchtigkeit und Ausschlag am Hodensack, quälendes Jucken der Genitalregion
Ohrgeräusche in vielfältiger Form: Klingen, Knacken, Rauschen, Zischen; Schwerhörigkeit
Frostbeulen an Händen, Füßen und Zehen; ausgeprägt kalte Hände und Füße
Verschlechterung
  • Winter und kalte Jahreszeit
  • Fahren im Wagen und jede passive Bewegung
  • kalte Luft, Frost im Freien
  • Wechsel des Wetters
  • vor dem Essen, bei leerem Magen
Verbesserung
  • Essen (der Heißhunger drängt zur Nahrungsaufnahme, die die Übelkeit lindert)
  • warme, trockene Luft
  • warmes Wetter und Sommer
  • Liegen mit erhöhtem Kopf

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Heißhunger mit dem Drang, sofort zu essen (Rubrik Heißhunger, Grad 3)
  • Bier wird in der Materia medica als Verlangen genannt
Abneigung
  • Fleisch (Rubrik Abneigung gegen Fleisch, Grad 3)
  • fette, schwere Speisen (Rubrik Grad 3)

In Repertorien häufig zugeordnet

chronische Handekzeme mit tiefen, blutenden Rissen, besonders im Winternässende Ekzeme hinter den Ohren und an den GenitalienReisekrankheit mit Übelkeit und ErbrechenFrostbeulen an Händen und FüßenOhrgeräusche und Schwerhörigkeitchronische Entzündungen des Tränenapparats und der Lidränder

Abgrenzung

Graphites zeigt ebenfalls Risse und nässende Ekzeme, dort mit klebrig-honigartiger Absonderung und Neigung zu Verstopfung, während Petroleum die trockenen, tief blutenden Winterrisse und die Reisekrankheit kennzeichnet. Cocculus hat Reisekrankheit mit Schwindel und Erschöpfung nach Nachtwachen, aber ohne die Hautbeteiligung. Sepia teilt die Erschöpfung und die Hautprobleme, hat jedoch das Senkungsgefühl und die Besserung durch heftige Bewegung.

Verwandte Mittel

GraphitesCocculus indicusSepiaCarbo vegetabilisSulphurTabacum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.