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Materia medica · Nr. 2606

Pastinaca sativa

Past.

In 9 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Pastinaca sativa, der Gartenpastinak, ist ein Doldenblütler und als Wurzelgemüse allgemein bekannt. In der homöopathischen Literatur ist er ein kleines Mittel: Clarke beschreibt einen rauschartigen Zustand mit Geschwätzigkeit und Verwirrtheit, wie er nach dem Genuss größerer Mengen der Wurzel beobachtet wurde, und ordnet das Mittel dem Delirium tremens zu. Auffällig ist außerdem die verzeichnete Unverträglichkeit von Milch.

Konstitution

KörperbauEin kennzeichnender Körperbau wird nicht beschrieben; das Mittel ist über den Zustand bestimmt, nicht über einen Habitus.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentDie vorliegenden Rubriken zeichnen einen aufgeregten, redseligen, in seiner Wahrnehmung getrübten Zustand, wie er bei Trunkenheit und beim Entzugsdelirium auftritt: viel Reden ohne Zusammenhang, wechselnde Einfälle, Verkennen der Umgebung. Ein Wesensbild im Sinne der großen Konstitutionsmittel ist daraus nicht abzuleiten.

Gemütsbild

Geschwätzigkeit, in den Rubriken ausdrücklich als eigener Eintrag geführtDelirium, besonders das Entzugsdelirium der TrinkerRauschartige Verwirrtheit mit Verkennen der Umgebung

Bemerkenswert an Pastinaca sativa ist, dass die wenigen vorliegenden Rubriken überwiegend das Gemüt betreffen. Verzeichnet sind Delirium, ausdrücklich das Delirium tremens, und die Geschwätzigkeit – der Redefluss ohne Zusammenhang, wie er im Rausch und im Entzug beobachtet wird. Clarke berichtet, dass der reichliche Genuss der Wurzel und besonders des daraus bereiteten Getränks zu Schwindel, Erregung und einem trunkenheitsähnlichen Zustand führt; auf dieser Beobachtung beruht die homöopathische Zuordnung. Eine umfassende Arzneimittelprüfung liegt nicht vor, das Bild ist daher schmal. Zu unterscheiden ist der Gartenpastinak sorgfältig vom giftigen Riesen-Bärenklau und vom Wasserschierling, mit denen er verwechselt worden ist – die Verwechslung erklärt manche der überlieferten Vergiftungsberichte.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken sind keine eigenen Angstrubriken ausgewiesen, Beschrieben wird die Erregung und Verkennung im deliranten Zustand

Leitsymptome

Verschlechterung durch Milch, in den Rubriken als eigener Eintrag unter den Allgemeinsymptomen geführt
Rauschartiger Zustand mit Schwindel und unsicherem Gang, wie ihn die Literatur nach dem Genuss der Wurzel beschreibt
Zittern und Unruhe im deliranten Zustand
Die Literatur nennt zusätzlich Kopfeingenommenheit und Übelkeit im Gefolge des Rauschzustandes
Verschlechterung
  • Milch und Milchspeisen, in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet
  • Alkoholgenuss und dessen Entzug, entsprechend der Zuordnung zum Delirium tremens
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Modalitäten ausgewiesen
  • Zu bessernden Umständen liegen keine belastbaren Angaben vor

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Milch wird schlecht vertragen, in den Rubriken als Verschlechterung durch Milch geführt

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien beim Entzugsdelirium der Trinker aufgeführtBei Geschwätzigkeit im deliranten Zustand verzeichnetBei Beschwerden durch Milch genanntBei rauschartiger Verwirrtheit in der Literatur beschrieben

Abgrenzung

Beim Entzugsdelirium sind die großen Mittel Stramonium mit seinen erschreckenden Gesichtern und der Lichtscheu, Hyoscyamus niger mit Geschwätzigkeit, Eifersucht und Schamlosigkeit sowie Nux vomica mit Gereiztheit und Magenbeschwerden nach Übermaß zu bedenken. Lachesis muta teilt die Geschwätzigkeit mit raschem Themenwechsel, dazu die Unverträglichkeit von Einengung am Hals. Pastinaca sativa bleibt demgegenüber ein kleines Mittel, für das neben dem deliranten Bild besonders die verzeichnete Milchunverträglichkeit spricht.

Verwandte Mittel

StramoniumHyoscyamus nigerNux vomicaLachesis mutaAethusa cynapium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.