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Materia medica · Nr. 238

Pareira brava

Pareir.

In 255 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Pareira brava, eine südamerikanische Schlingpflanze (Grießwurzel), ist in der klassischen Materia medica fast ausschließlich ein Mittel der Harnwege. Das Repertorium zeigt ein sehr geschlossenes Bild: quälender, anhaltender Harndrang, tropfenweise und nur unter starkem Pressen erfolgende Entleerung, dazu schneidende Schmerzen im Harnleiter und Nierengrieß im Urin. Bei Männern kommen Prostatavergrößerung und brennende Schmerzen an der Eichel hinzu.

Konstitution

KörperbauKein Konstitutionsbild überliefert. Pareira brava wird in der Literatur nach dem Beschwerdebild der Harnwege verordnet, nicht nach einem Typus. Genannt werden vor allem ältere Männer mit vergrößerter Vorsteherdrüse.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen im Repertorium praktisch keine Angaben vor. Die Literatur beschreibt die Qual und Unruhe des Betroffenen während der Harnbeschwerden - ein Zustand, der aus dem Leiden selbst erwächst, nicht aus einer eigenen Gemütsanlage. Ein Temperamentsbild ist nicht näher beschrieben.

Gemütsbild

Unruhe und Gequältsein durch den anhaltenden HarndrangErschöpfung durch schlaflose, von Drang unterbrochene NächteGemütsbild in der Literatur nicht näher beschrieben

Pareira brava gehört zu den Mitteln mit einem eng umgrenzten Wirkungsbereich; die Rubrik Gemüt ist im vorliegenden Repertorium nicht besetzt. Beschrieben wird der Zustand während der Beschwerden: getrieben von unablässigem, schmerzhaftem Drang, angestrengt in immer neuen Versuchen, Wasser zu lassen, dabei kaum Erleichterung findend. Die alten Autoren schildern, dass Betroffene die ungewöhnlichsten Haltungen einnehmen, um überhaupt Harn zu entleeren - ein Zeichen, das als besonders kennzeichnend für dieses Mittel gilt. Seelische Merkmale im engeren Sinn sind nicht überliefert.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Anhaltender, schmerzhafter Harndrang mit Tenesmus - die höchstbewerteten Angaben des Mittels
Stark erschwerte Entleerung: Der Harn kommt erst nach langem Warten und Pressen, dann nur tropfenweise
Harnverhaltung bis zur Blasenlähmung, klassisch beschrieben bei vergrößerter Prostata
Schneidende Schmerzen im Verlauf des Harnleiters, dazu wunde, empfindliche Nierengegend
Sediment aus Nierengrieß, schleimig oder gallertartig; dunkelroter, schaumiger bis schwärzlicher Urin
Brennender Schmerz an der Eichel, teils bis in die Oberschenkel ausstrahlend
Verschlechterung
  • Beim Wasserlassen - Prostataschmerz und Brennen
  • Nachts durch wiederholten Drang
Verbesserung
  • Ungewöhnliche Körperhaltungen beim Wasserlassen, wie in der Literatur beschrieben
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind in der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kein charakteristisches Verlangen überliefert
Abneigung
  • Keine charakteristische Abneigung überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Harnverhaltung und erschwerte BlasenentleerungNierengrieß und Nierensteinleiden mit KolikenBeschwerden bei vergrößerter ProstataSchmerzhafter, anhaltender HarndrangSchleimiger oder gonorrhoischer Ausfluss aus der Harnröhre

Abgrenzung

Berberis vulgaris teilt den Nierenbezug, zeigt aber die typisch strahlenden, wandernden Schmerzen von der Nierengegend in alle Richtungen und einen wechselhaften Charakter der Beschwerden; bei Pareira brava steht die mühsame, tropfenweise Entleerung im Vordergrund. Cantharis ist durch das unerträgliche Brennen vor, während und nach dem Wasserlassen gekennzeichnet, ohne die Blasenlähmung. Sabal serrulata und Conium werden ebenfalls bei Prostatavergrößerung genannt, jedoch ohne die ausgeprägten Harnleiterschmerzen und den Grießbefund.

Verwandte Mittel

Berberis vulgarisCantharisSabal serrulataMedorrhinumLycopodium clavatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.