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Materia medica · Nr. 2580

Palladium metallicum

Pall.

In 1.114 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Palladium metallicum, das Edelmetall Palladium, ist in der Materia medica das Mittel eines ausgeprägten Selbstwertthemas: Beschrieben wird ein Mensch, der auf Anerkennung angewiesen ist, in Gesellschaft glänzt und danach erschöpft und gekränkt zusammenfällt. Stolz, Herablassung und Spott stehen neben Weinen und dem Gefühl, übergangen zu werden. Körperlich steht die Beziehung zu den Eierstöcken und zur Gebärmutter im Vordergrund, mit Schmerzen, die nach lebhafter Unterhaltung auftreten.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; klassisch beschrieben ist das Mittel überwiegend bei Frauen mit Unterleibsbeschwerden.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken führen im höchsten Grad Verächtlichkeit, Spott und Hochmut auf, dazu die Wahnidee, vernachlässigt zu werden, sowie Weinen und Kränkung. Beschrieben wird eine stolze, leicht verletzbare Verfassung, die nach außen Haltung wahrt und im Rückzug in Tränen ausbricht.

Gemütsbild

Stolz, Hochmut und ein starkes Bedürfnis nach guter Meinung andererVerächtliches, spöttisches, überhebliches AuftretenWahnidee, vernachlässigt und übergangen zu werdenBeschwerden nach Kränkung und ZurücksetzungVerlangen nach Gesellschaft bei gleichzeitiger Verschlimmerung durch sieWeinerlichkeit im Rückzug

Das Gemütsbild ist bei diesem Mittel besonders klar gezeichnet. In den höchsten Graden stehen Verächtlichkeit, Spott und Überheblichkeit sowie ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl; unmittelbar daneben stehen die Wahnidee, vernachlässigt zu werden, die Kränkbarkeit und die Beschwerden nach erlittener Zurücksetzung. Die Repertorien verzeichnen zugleich das Verlangen nach Gesellschaft und die Verschlimmerung durch sie. Die klassische Materia medica beschreibt daraus einen kennzeichnenden Ablauf: In Gesellschaft strengt sich der Kranke an, gefällt zu wirken und Beifall zu erhalten; ist der Besuch vorüber, folgen Erschöpfung, Weinen und Unterleibsschmerzen. Die Kränkung wird nicht ausgesprochen, sondern in Spott oder gekränktes Schweigen gewendet. Tagesschläfrigkeit und Schwindel begleiten die seelische Erschöpfung.

Ängste: Furcht, nicht geachtet oder übergangen zu werden, Angst vor Bloßstellung in Gesellschaft

Leitsymptome

Schmerzen in den Eierstöcken, die nach lebhafter Unterhaltung und nach Gesellschaft auftreten; klassisch wird vor allem die rechte Seite genannt, in den vorliegenden Rubriken ist auch die linke Seite verzeichnet
Druck und Herabdrängen in der Gebärmutter, Gebärmuttersenkung; die Unterleibsbeschwerden bessern sich ausdrücklich durch Reiben
Schweregefühl im Unterbauch, gebessert durch Liegen auf der linken Seite; drückender Schmerz nach unten, bei Anstrengung verschlimmert
Beschwerden im Anschluss an die Regelblutung, unter anderem im Bauch und mit Ausfluss; auch vor der Blutung Ausfluss
Kopfschmerz, der quer über den Scheitel zieht; Schwindel und ausgeprägte Tagesschläfrigkeit
Wundheits- und Zerschlagenheitsgefühl, wandernde, ihren Ort wechselnde Beschwerden; Symptome über Kreuz, links oben und rechts unten
Verschlechterung
  • Gesellschaft und lebhafte Unterhaltung
  • Nach Kränkung und Zurücksetzung
  • Körperliche Anstrengung
  • Stehen und Gehen bei Herabdrängen im Becken
  • Nach der Regelblutung
Verbesserung
  • Reiben der schmerzenden Stelle
  • Liegen auf der linken Seite
  • Anheben der Glieder
  • Ruhe und Schlaf
  • Rückzug aus der Gesellschaft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Eierstockschmerzen nach Gesellschaft und lebhafter Unterhaltung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Gebärmuttersenkung mit Herabdrängen im BeckenBei Beschwerden nach Kränkung und Zurücksetzung verzeichnetBei Erschöpfung nach gesellschaftlicher Anstrengung genanntBei Beschwerden im Anschluss an die Regelblutung aufgeführtBei Schwindel mit Tagesschläfrigkeit beschrieben

Abgrenzung

Platinum metallicum teilt Hochmut und Herablassung, erlebt aber die Umgebung als klein und geringwertig und zeigt eine ausgeprägte Empfindlichkeit der Genitalien; Palladium bleibt auf die gute Meinung der anderen bezogen und bricht nach der Anstrengung weinend zusammen. Lilium tigrinum teilt das Herabdrängen im Becken und die Hast, mit deutlicher Betonung der linken Seite und einem Widerstreit zwischen Sinnlichkeit und Gewissen. Sepia zeigt ebenfalls Senkungsbeschwerden, jedoch mit Gleichgültigkeit gegenüber den Angehörigen und Besserung durch Bewegung. Staphisagria steht bei Beschwerden nach Kränkung, jedoch mit unterdrücktem Zorn statt mit Spott. Für Palladium spricht die Verbindung von Anerkennungsbedürfnis, Eierstockschmerz nach Gesellschaft und Besserung durch Reiben.

Verwandte Mittel

Platinum metallicumLilium tigrinumSepiaStaphisagriaPulsatillaApis mellifica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.