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Materia medica · Nr. 237

Paeonia officinalis

Paeon.

In 623 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Paeonia officinalis, die Pfingstrose, ist in der Materia medica vor allem als Mittel des schmerzhaft geschwürigen Afters geführt. Beschrieben wird ein Mensch mit wunden, brennenden Beschwerden am After und am Damm: Einrisse, gestaute und eingeklemmte Hämorrhoiden, Abszesse und Fisteln, mit übelriechender Absonderung. Ein zweiter Zug sind schlecht heilende, dunkel verfärbte Geschwüre an den Beinen und Zehen.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden Menschen mit Neigung zu Krampfadern und schlecht heilenden Unterschenkelgeschwüren; die Haut ist wenig elastisch und dunkel verfärbt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken heben eine Verschlimmerung beim Sitzen und beim ersten Hinsetzen hervor. Beschrieben wird ein durch die anhaltenden Schmerzen zermürbter Zustand mit unruhigem Schlaf und Alpträumen.

Gemütsbild

Alpträume und schreckhafte Träume, in hohem Grad verzeichnetUnruhiger, nicht erholsamer SchlafZermürbung durch anhaltende, wunde SchmerzenRückzug und Verschlossenheit wegen der Art des Leidens

Eigene Gemütsrubriken liegen für Paeonia kaum vor; verzeichnet und in hohem Grad ausgewiesen sind jedoch Alpträume. Der Schlaf ist unruhig und wird von schreckhaften Träumen durchsetzt, was in der klassischen Materia medica als kennzeichnend genannt wird. Im Übrigen bestimmt das körperliche Leiden das Bild: Die wunden, brennenden Schmerzen am After lassen den Kranken weder sitzen noch liegen, jeder Stuhlgang wird gefürchtet, und das Reinigen danach verschlimmert die Beschwerden. Daraus entstehen Gereiztheit und eine verständliche Zurückhaltung, über das Leiden zu sprechen. Eine tiefere seelische Ausarbeitung ist für dieses Mittel nicht überliefert.

Ängste: Schreckhafte Träume und nächtliche Beklemmung, Furcht vor dem Stuhlgang wegen der Schmerzen

Leitsymptome

Wunde, empfindliche Schmerzen am After, in hohem Grad ausgewiesen; Einriss des Afters
Gestaute und eingeklemmte Hämorrhoiden; deutliche Verschlimmerung durch das Reinigen nach dem Stuhlgang
Abszess und Fistel am Damm, in hohem Grad verzeichnet
Geschwüre mit übelriechender Absonderung; dunkel bis schwärzlich verfärbte Haut, purpurfarbener Ausschlag, wenig elastische Haut
Geschwüre und Schwellungen an Zehen und Unterschenkeln; Krampfadern
Gefühl von Schwellung der betroffenen Teile; taub machende Schmerzen; brodelndes Gefühl im Inneren
Verschlechterung
  • Sitzen, besonders beim ersten Hinsetzen
  • Reinigen nach dem Stuhlgang
  • Nach dem Stuhlgang bleiben die Beschwerden bestehen
  • Nachts, mit Alpträumen
Verbesserung
  • Übereinanderschlagen der Beine
  • Abwärtsgehen
  • Ruhe im Liegen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei wunden Schmerzen am After und bei Einrissen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu eingeklemmten und gestauten HämorrhoidenBei Abszess und Fistel am Damm verzeichnetBei schlecht heilenden Geschwüren mit übelriechender Absonderung genanntBei Krampfadern und Unterschenkelgeschwüren aufgeführtIn der Literatur bei Alpträumen mit unruhigem Schlaf beschrieben

Abgrenzung

Ratanhia zeigt den Einriss des Afters mit dem kennzeichnenden Brennen wie von glühenden Kohlen, das noch Stunden nach dem Stuhl anhält. Aesculus hippocastanum steht bei Hämorrhoiden mit dem Gefühl kleiner Stöcke im Mastdarm und Kreuzschmerz, Nitricum acidum bei splitterartigem Schmerz mit Rissen. Hamamelis wird bei blutenden, gestauten Hämorrhoiden mit wundem Gefühl genannt. Für Paeonia spricht die Verbindung von wundem, geschwürigem After, Abszess oder Fistel am Damm, übelriechender Absonderung und Verschlimmerung durch das Reinigen nach dem Stuhl.

Verwandte Mittel

RatanhiaAesculus hippocastanumHamamelis virginianaNitricum acidumSiliceaGraphites

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.