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Materia medica · Nr. 236

Oxalicum acidum

Ox-ac.

In 2.432 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Oxalicum acidum, die Oxalsäure, ist ein Säuremittel mit ausgeprägtem Bezug zu Nerven, Rückenmark und Herz. Die Materia medica hebt ein besonderes Kennzeichen hervor: Die Beschwerden kehren wieder oder verstärken sich, sobald der Betroffene an sie denkt. Dazu treten Taubheit und Pelzigsein der Glieder, blaue Verfärbungen und heftige Schmerzen in der linken Brustseite.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden erschöpfte, kraftlose Menschen mit kalter, marmorierter Haut, bläulichen Nägeln und Neigung zu Taubheitsgefühlen; ein eigener Konstitutionstyp wird nicht ausgeführt.
Thermalitätfrostig
TemperamentLangsam im Denken und Handeln, dabei gedanklich stark auf die eigenen Beschwerden gerichtet. Die Repertorien führen Langsamkeit ebenso wie eine Konzentration, die zeitweise leicht fällt.

Gemütsbild

Beschwerden verschlimmern sich, sobald man an sie denktGedankliche Fixierung auf den eigenen KörperLangsamkeit im Denken und HandelnErschöpfung mit Gleichgültigkeit

Das auffälligste Gemütszeichen ist zugleich das Leitsymptom des Mittels: Die Repertorien führen, dass die Beschwerden schlechter werden, wenn man an sie denkt. Ein Gedanke an den Schmerz genügt, damit er wiederkehrt; auch der Harndrang stellt sich beim Denken daran ein. Daraus entsteht ein Kreislauf aus Aufmerksamkeit und Beschwerde, der Betroffene zunehmend auf den eigenen Körper einengt. Daneben sind Langsamkeit und eine wechselnde Konzentrationsfähigkeit verzeichnet. Ein weiter ausgearbeitetes seelisches Bild liegt in der Literatur nicht vor; die Auswahl erfolgt in der Regel über dieses charakteristische Zeichen zusammen mit den körperlichen Zeichen.

Ängste: Angst und Beklemmung bei den Herzbeschwerden, Furcht vor dem Wiederkehren der Schmerzen beim Gedanken daran

Leitsymptome

Schmerzen und Beschwerden kehren wieder oder verstärken sich beim bloßen Gedanken an sie
Heftiger Schmerz in der linken unteren Brusthälfte und in der Herzgegend, mit Herzklopfen nachts und beim Erwachen
Pelzigsein und Taubheitsgefühl, besonders in den Armen, teils in der Kreuzbeingegend
Bläuliche Verfärbung der Beine und Nägel, kalte Haut, netzförmige Venenzeichnung
Brennende Schmerzen im Bauch und in der Nabelgegend, teils mit Übelkeit
Brennen und Roheitsgefühl der Zunge; Kälte der Zunge
Oxalatsediment im Urin; Harndrang, der beim Denken daran einsetzt
Verschlechterung
  • Beim Denken an die Beschwerden
  • Durch Bewegung und Anstrengung
  • Im Liegen und nachts (Herzklopfen)
  • Durch Wein
  • Frühmorgens gegen 6 Uhr
Verbesserung
  • Durch Ablenkung und Beschäftigung
  • In Ruhe und ruhiger Lage
  • Im gebeugten Sitzen bei Magenschmerzen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Zu ausgeprägten Verlangen liegen keine belastbaren Rubriken vor
Abneigung
  • Wein, der die Kopfschmerzen verstärkt
  • Zucker, der die Durchfälle verstärkt

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Beschwerden aufgeführt, die sich beim Denken an sie verschlimmernKlassisch zugeordnet zu heftigen Schmerzen in der linken Brustseite und HerzgegendGenannt bei Taubheit und Pelzigsein der GliedmaßenVerzeichnet bei brennenden Bauchschmerzen mit ÜbelkeitAufgeführt bei Oxalatablagerungen im UrinGenannt bei Brennen und Roheitsgefühl der Zunge

Abgrenzung

Helonias teilt die Verschlechterung durch Aufmerksamkeit auf die Beschwerden, dort bessert Beschäftigung deutlich und das Bild ist von Erschöpfung und Beckenbeschwerden geprägt. Acidum picrinicum zeigt ebenfalls Rückenmarkserschöpfung mit Schwäche, ohne die blauen Verfärbungen und die Herzschmerzen. Arsenicum album hat brennende Schmerzen mit Unruhe und Todesangst, dort bessert Wärme deutlich. Für Oxalicum acidum spricht die Verbindung von Denkverschlechterung, Taubheit und linksseitigem Brustschmerz.

Verwandte Mittel

Acidum picrinicumHelonias dioicaArsenicum albumColchicum autumnaleArgentum metallicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.