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Materia medica · Nr. 2546

Ostrya virginica

Ost.

In 14 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ostrya virginica, die Amerikanische Hopfenbuche, ist ein kleines Leber- und Fiebermittel aus der nordamerikanischen Tradition. Die Literatur beschreibt es bei trägem Leberstoffwechsel und bei Blutarmut, wie sie in Malariagebieten nach wiederkehrenden Wechselfiebern auftritt. Dazu treten dumpfer Kopfschmerz mit Taubheitsgefühl und ein Ziehen in der Lendengegend.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden blasse, blutarme, matte Menschen mit gelblichem Hautton, oft nach durchgemachten Wechselfiebern und mit träger Verdauung.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Literatur zeichnet Ostrya virginica körperlich; ein eigenständiges Temperament ist nicht ausgearbeitet. Beschrieben wird die begleitende Abgeschlagenheit und Antriebsschwäche der blutarmen, leberkranken Menschen. Die Bestimmung des Mittels erfolgt über die Leber-, Fieber- und Kopfangaben.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild in der LiteraturAbgeschlagenheit und AntriebsschwächeBenommenheit als Begleitung des Kopfschmerzes

Das Repertorium führt für Ostrya virginica keine Gemütsrubriken. Die klassische Materia medica bei Boericke beschreibt das Mittel als Leberarznei und geht auf das seelische Bild nicht ein. Was sich aus dem Gesamtzustand ergibt, ist die Mattigkeit und Verdrossenheit blutarmer, chronisch fiebernder Menschen, verbunden mit der Benommenheit, die zum dumpfen Kopfschmerz gehört. Eine darüber hinausgehende Charakterisierung wäre nicht belegt. Wer das Mittel erwägt, orientiert sich an der Verbindung von Leberbeteiligung, Wechselfieberanamnese und dem dumpfen, betäubenden Kopfschmerz.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Trägheit der Leber, Beschwerden in der Lebergegend - die Leitangabe des Mittels im Bauchbereich
Blutarmut, in den Repertorien besonders als Anämie nach Wechselfieber geführt
Chronisches Wechselfieber, malariaartige Fieberzustände
Dumpfer, drückender Kopfschmerz
Taubheitsgefühl am Kopf - eine für das Mittel auffallende Begleitangabe
Schmerz in der Lendengegend des Rückens
Verschlechterung
  • Feuchte, sumpfige Gegenden und feuchtkalte Witterung
  • Anstrengung bei bestehender Schwäche
Verbesserung
  • Wärme und Ruhe
  • In der Literatur sonst nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Appetitlosigkeit bei Leberträgheit wird allgemein erwähnt
  • Charakteristische Speiseabneigungen sind nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Leberträgheit und Beschwerden der LebergegendBlutarmut nach WechselfieberChronisches WechselfieberDumpfer Kopfschmerz mit TaubheitsgefühlKreuzschmerz in der Lendengegend

Abgrenzung

China officinalis ist das große Mittel bei Wechselfieber und den Folgen von Säfteverlusten, mit ausgeprägter Blähung, Berührungsempfindlichkeit und periodischem Verlauf. Chelone glabra steht Ostrya virginica in der Verbindung von Leber, Wechselfieber und Kachexie am nächsten, führt zusätzlich Gelbsucht und Wurmbeschwerden. Ceanothus americanus und Carduus marianus decken die Leber- und Milzbeteiligung breiter ab. Natrium muriaticum wird bei chronischen Folgen von Wechselfieber mit ausgearbeitetem Gemütsbild geführt, das Ostrya virginica fehlt.

Verwandte Mittel

China officinalisChelone glabraCarduus marianusCeanothus americanusNatrium muriaticum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.