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Materia medica · Nr. 318

Osmium metallicum

Osm.

In 999 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Osmium metallicum ist das homöopathisch aufbereitete Schwermetall Osmium aus der Platingruppe; sein Dampf reizt in der Chemie bekanntermaßen Augen und Atemwege. Entsprechend steht in der Materia medica ein Bild von gereizten Schleimhäuten der Luftwege, von Kehlkopfenge mit tiefer, heiserer Stimme und von auffälligen Sehstörungen mit Farbenerscheinungen im Vordergrund. Beschrieben werden Menschen mit trockenen, brennenden, zugleich taub wirkenden Schleimhäuten und einer Neigung zu Entzündungen.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; das Mittel wird über seine Organbeziehungen zu Augen, Kehlkopf und Haut charakterisiert.
Thermalitätfrostig
TemperamentIn den Rubriken ist die Verschlechterung durch Untätigkeit ausgewiesen, was die Literatur als Unruhe beim Nichtstun beschreibt. Ein ausgearbeitetes Gemütsbild liegt nicht vor; das Mittel wird vorrangig über körperliche Reizerscheinungen bestimmt.

Gemütsbild

Verschlechterung durch Untätigkeit und MüßiggangReizbarkeit im Gefolge der andauernden SchleimhautreizungLichtsucht: auffälliges Verlangen nach hellem Licht

Zum Gemüt liegen bei Osmium metallicum nur wenige belastbare Angaben vor. Auffällig ist die in den Rubriken hoch bewertete Photomanie, also ein Hingezogensein zu hellem Licht, das gemeinsam mit den Farbenerscheinungen des Sehens auftritt. Ferner ist eine Verschlimmerung durch Untätigkeit verzeichnet, die in der Literatur als Bedürfnis nach Beschäftigung gedeutet wird. Darüber hinaus beschreibt die Materia medica das Mittel überwiegend körperlich, mit Betonung von Augen, Kehlkopf und Haut. Weitergehende seelische Zuschreibungen sind aus der vorliegenden Datenlage nicht abzuleiten.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Farbenerscheinungen des Sehens: Farbhöfe um Lichtquellen, rote und bunt schillernde Farbtäuschungen; in den Repertorien auch bei grünem Star aufgeführt
Enge und Zusammenschnürung des Kehlkopfs und der Luftröhre mit tiefer, rauher Stimme
Trockener Husten, später zäher Auswurf; charakteristisch ist der in den Rubriken verzeichnete Geschmack nach Tabaksaft im Auswurf
Brennen, Trockenheit und zugleich Taubheitsgefühl der betroffenen inneren Teile; ausgeprägte Empfindlichkeit
Kalter Urin mit eitrigem Bodensatz; harnartiger Geruch aus der Nase
Vermehrter Speichelfluss, Hautausschläge und schmerzende Hühneraugen
Verschlechterung
  • Untätigkeit, Müßiggang
  • Kalte Luft
  • Einziehen des Bauches
  • Kohlengas und Rauch
  • Wasserlassen sowie unterdrückter Schweiß
Verbesserung
  • Frische, offene Luft
  • Rückwärtsbeugen des Kopfes, Beugen überhaupt
  • Essen, insbesondere Fleisch

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Fleisch, das in den Rubriken als bessernd verzeichnet ist
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Sehstörungen mit Farbhöfen um Lichtquellen und bei grünem Star aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Kehlkopfreizung mit Enge und tiefer, heiserer StimmeBei trockenem Husten mit zähem Auswurf genanntBei chronischen Reizzuständen der Atemwege verzeichnetBei Hautausschlägen und Hühneraugen in der Materia medica erwähntBei vermehrtem Speichelfluss aufgeführt

Abgrenzung

Die Materia medica stellt Osmium neben die übrigen reizenden Metalle und Halogene: Von Selenium und Manganum unterscheidet es die Verbindung von Kehlkopfenge und ausgeprägten Farbenerscheinungen des Sehens. Iodum teilt die Reizung der Luftwege und die Unruhe bei Untätigkeit, zeigt aber Heißhunger bei Abmagerung und Wärmeunverträglichkeit. Phosphorus überschneidet sich bei Heiserkeit und Sehstörungen, ist jedoch durch Blutungsneigung, Durst auf kalte Getränke und ein weit ausgearbeitetes Gemütsbild gekennzeichnet.

Verwandte Mittel

Argentum nitricumArsenicum albumIodumManganumPhosphorusSelenium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.