Origanum majorana, der Majoran, ist ein kleines, aber scharf umrissenes Mittel: Nahezu alle hochgradigen Rubriken kreisen um gesteigerten Geschlechtstrieb, erotische Erregung und den Drang zur Selbstbefriedigung. Klassisch beschrieben wird es vor allem bei jungen Mädchen und bei Frauen, die längere Zeit ohne Partnerschaft leben. Die begleitende Unruhe — Umherlaufen, Verzweiflung, Erschöpfung nach der Erregung — gehört zum Bild.
Konstitution
Gemütsbild
Lüsternheit und erotische Gedanken, die sich aufdrängenNymphomanie und Satyriasis, in den Rubriken mit hohem Grad geführtGetriebene Unruhe, UmherlaufenVerzweiflung und Unzufriedenheit nach der ErregungErschwerte Konzentration, weil die Gedanken abgleiten
Das Gemütsbild ist ungewöhnlich einheitlich: Die sexuelle Erregung steht im Vordergrund und wird als aufdringlich und nicht steuerbar beschrieben. Die Betroffenen können sich schlecht sammeln, weil die Gedanken immer wieder in dieselbe Richtung laufen. Die Repertorien verzeichnen daneben Hysterie, Umherlaufen und eine Form von Verstörtheit, die als erotischer Wahn geführt wird. Nach den Erregungsphasen folgen Unzufriedenheit, Verzweiflung und Selbstvorwürfe; die Rubrik über selbstzerstörerische Neigungen ist niedrig graduiert, gehört aber zum überlieferten Bild. Klassisch wird das Mittel bei heranwachsenden Mädchen und bei Frauen nach längerer Zeit ohne Partnerschaft beschrieben.
Ängste: Angst vor dem eigenen Drang und vor Kontrollverlust, Verzweiflung über die eigene Verfassung
Leitsymptome
- Um die Regelblutung
- Abends, besonders für die Krämpfe in den Beinen
- Nach Selbstbefriedigung, mit Erschöpfung und Verzweiflung
- Untätigkeit und Alleinsein
- Körperliche Betätigung und Ablenkung
- Frische Luft
- In den vorliegenden Rubriken sind nur wenige Besserungen verzeichnet
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Speiseverlangen verzeichnet
- In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Speiseabneigungen verzeichnet
In Repertorien häufig zugeordnet
Zustände mit stark gesteigertem Geschlechtstrieb, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtWollüstiges Jucken im GenitalbereichNächtliche SamenergüsseWeißfluss mit ReizungErschöpfung und Verstimmung nach sexueller Erregung
Abgrenzung
Platinum metallicum verbindet gesteigerten Trieb mit Hochmut, Geringschätzung anderer und einem Gefühl körperlicher Größe; bei Origanum fehlt dieser stolze Zug, das Bild ist getrieben und ratlos. Cantharis zeigt die Erregung zusammen mit brennenden Harnbeschwerden, Hyoscyamus mit Schamlosigkeit und Erregtheit bis zur Verwirrtheit. Murex und Lachesis werden ebenfalls bei starkem Verlangen genannt, tragen aber ein breiteres Gesamtbild; Origanum ist ein schmales Mittel mit fast ausschließlich sexueller Symptomatik.
Verwandte Mittel
Platinum metallicumMurex purpureaCantharis vesicatoriaHyoscyamus nigerLachesis mutaGratiola officinalis
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.