Onosmodium virginicum, die amerikanische Lotwurz, wird in der Materia medica als Mittel für einen Zustand tiefer nervöser Erschöpfung beschrieben, in dem Sehen, Denken und Geschlechtstrieb gleichermaßen erlahmen. Kennzeichnend sind ein drückender Hinterkopfschmerz nach Augenanstrengung, eine ausgeprägte Unentschlossenheit mit benommenem Kopf und ein Pelzigsein von Händen und Beinen. Enge Kleidung wird nicht ertragen, morgens ist alles am schlimmsten.
Konstitution
Gemütsbild
Unentschlossenheit und Unschlüssigkeit, im höchsten Grad verzeichnetVerwirrung mit benommenem, dumpfem KopfVergesslichkeit für Wörter beim SprechenLangsamkeit aller geistigen VorgängeReizbarkeit und Widerwille gegen geistige Anstrengung
Das Gemütsbild wird von zwei im höchsten Grad verzeichneten Zeichen getragen: Unentschlossenheit und Verwirrung mit benommenem Kopf. Der Kranke steht vor Entscheidungen und findet keinen Zugang zu ihnen; sein Kopf ist wie in Nebel gehüllt. Dazu kommt eine Vergesslichkeit, die sich mitten im Sprechen zeigt: Die Wörter fehlen, der Satz bricht ab. Alles läuft langsamer, das Denken wie das Handeln. Die klassische Materia medica beschreibt diesen Zustand als Folge von Erschöpfung, häufig nach anhaltender Naharbeit oder nervöser Überbeanspruchung, und nennt zusätzlich Reizbarkeit und eine trübe, mutlose Stimmung. Der Kranke möchte in Ruhe gelassen werden und meidet Anforderungen, denen er sich nicht gewachsen fühlt.
Ängste: Beklemmung angesichts der eigenen Entschlusslosigkeit und Vergesslichkeit, Besorgnis über das Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit
Leitsymptome
- Anstrengung der Augen, Lesen und Naharbeit — im höchsten Grad verzeichnet
- Morgens, im höchsten Grad aufgeführt
- Enge Kleidung und Druck am Körper
- Geistige Anstrengung
- Zusammenkrümmen
- Ruhe der Augen, Schließen der Lider
- Lockern der Kleidung
- Frische Luft
- Ruhe ohne geistige Anforderungen
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Abneigung gegen enge Kleidung und Druck am Körper
- Bezogen auf Speisen in der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien im höchsten Grad bei Beschwerden durch Augenanstrengung und Naharbeit aufgeführtIn Repertorien im höchsten Grad bei Unentschlossenheit mit benommenem Kopf verzeichnetKlassisch zugeordnet zu Zuständen nervöser Erschöpfung mit Schwindel und GangunsicherheitBei Schmerzen im Kreuzbein- und Lendenbereich im höchsten Grad genanntBei nachlassendem Geschlechtstrieb und Ausbleiben der Erektionen in der Materia medica aufgeführtBei Taubheits- und Pelzigkeitsgefühl in Händen und Beinen beschrieben
Abgrenzung
Gelsemium sempervirens teilt Schwindel, Doppelbilder und die nervöse Schwäche, zeigt dort jedoch das ausgeprägte Zittern, die Durstlosigkeit und die Beschwerden nach Erwartungsspannung. Ruta graveolens steht bei Augenbeschwerden nach Naharbeit mit Brennen und Ermüdung, ohne die geistige Benommenheit und die Unverträglichkeit von Kleidung. Natrium muriaticum bringt ebenfalls Kopfschmerz nach Augenanstrengung mit, verbunden mit Salzverlangen und dem verschlossenen Gemütsbild. Lilium tigrinum teilt die Beckenbeschwerden. Für Onosmodium sprechen die Verbindung von Augenanstrengung, Entschlusslosigkeit, Kreuzschmerz und der Unverträglichkeit jeder Enge am Körper.
Verwandte Mittel
Gelsemium sempervirensRuta graveolensNatrium muriaticumLilium tigrinumArgentum nitricumPicricum acidum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.