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Materia medica · Nr. 333

Onosmodium virginicum

Onos.

In 735 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Onosmodium virginicum, die amerikanische Lotwurz, wird in der Materia medica als Mittel für einen Zustand tiefer nervöser Erschöpfung beschrieben, in dem Sehen, Denken und Geschlechtstrieb gleichermaßen erlahmen. Kennzeichnend sind ein drückender Hinterkopfschmerz nach Augenanstrengung, eine ausgeprägte Unentschlossenheit mit benommenem Kopf und ein Pelzigsein von Händen und Beinen. Enge Kleidung wird nicht ertragen, morgens ist alles am schlimmsten.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben. Beschrieben werden Menschen in Zuständen nervöser Erschöpfung, häufig nach anhaltender Naharbeit oder geistiger Überlastung.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken heben Unentschlossenheit und Verwirrung mit benommenem Kopf im höchsten Grad hervor, dazu Langsamkeit und das Vergessen von Wörtern beim Sprechen. Beschrieben wird ein Mensch, dem das Denken schwerfällt, der zu keinem Entschluss kommt und dessen geistige Vorgänge verlangsamt sind.

Gemütsbild

Unentschlossenheit und Unschlüssigkeit, im höchsten Grad verzeichnetVerwirrung mit benommenem, dumpfem KopfVergesslichkeit für Wörter beim SprechenLangsamkeit aller geistigen VorgängeReizbarkeit und Widerwille gegen geistige Anstrengung

Das Gemütsbild wird von zwei im höchsten Grad verzeichneten Zeichen getragen: Unentschlossenheit und Verwirrung mit benommenem Kopf. Der Kranke steht vor Entscheidungen und findet keinen Zugang zu ihnen; sein Kopf ist wie in Nebel gehüllt. Dazu kommt eine Vergesslichkeit, die sich mitten im Sprechen zeigt: Die Wörter fehlen, der Satz bricht ab. Alles läuft langsamer, das Denken wie das Handeln. Die klassische Materia medica beschreibt diesen Zustand als Folge von Erschöpfung, häufig nach anhaltender Naharbeit oder nervöser Überbeanspruchung, und nennt zusätzlich Reizbarkeit und eine trübe, mutlose Stimmung. Der Kranke möchte in Ruhe gelassen werden und meidet Anforderungen, denen er sich nicht gewachsen fühlt.

Ängste: Beklemmung angesichts der eigenen Entschlusslosigkeit und Vergesslichkeit, Besorgnis über das Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit

Leitsymptome

Anstrengung der Augen verschlimmert im höchsten Grad — Lesen und Naharbeit lösen die Beschwerden aus
Schmerzen beim Lesen; Weitsichtigkeit; Gegenstände erscheinen vergrößert
Drückender Schmerz im Hinterkopf; Schwindel im höchsten Grad verzeichnet
Schmerzen im Kreuzbein und im Übergang zur Lendenwirbelsäule, im höchsten Grad aufgeführt
Kleidung wird nicht ertragen, im höchsten Grad verzeichnet — jede Enge am Körper ist unerträglich
Pelzigsein von Händen, Beinen und Unterschenkeln; Lähmungsgefühl mit unsicherem Gang
Ausbleiben der Erektionen; Kältegefühl des Penis
Reichlicher Ausfluss mit Juckreiz; Wundheitsschmerz der Gebärmutter; fehlende Befriedigung
Gefühl, als wolle das Herz stehen bleiben
Schwerhörigkeit gerade für die menschliche Stimme
Verschlimmerung beim Zusammenkrümmen des Körpers
Verschlechterung
  • Anstrengung der Augen, Lesen und Naharbeit — im höchsten Grad verzeichnet
  • Morgens, im höchsten Grad aufgeführt
  • Enge Kleidung und Druck am Körper
  • Geistige Anstrengung
  • Zusammenkrümmen
Verbesserung
  • Ruhe der Augen, Schließen der Lider
  • Lockern der Kleidung
  • Frische Luft
  • Ruhe ohne geistige Anforderungen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Abneigung gegen enge Kleidung und Druck am Körper
  • Bezogen auf Speisen in der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien im höchsten Grad bei Beschwerden durch Augenanstrengung und Naharbeit aufgeführtIn Repertorien im höchsten Grad bei Unentschlossenheit mit benommenem Kopf verzeichnetKlassisch zugeordnet zu Zuständen nervöser Erschöpfung mit Schwindel und GangunsicherheitBei Schmerzen im Kreuzbein- und Lendenbereich im höchsten Grad genanntBei nachlassendem Geschlechtstrieb und Ausbleiben der Erektionen in der Materia medica aufgeführtBei Taubheits- und Pelzigkeitsgefühl in Händen und Beinen beschrieben

Abgrenzung

Gelsemium sempervirens teilt Schwindel, Doppelbilder und die nervöse Schwäche, zeigt dort jedoch das ausgeprägte Zittern, die Durstlosigkeit und die Beschwerden nach Erwartungsspannung. Ruta graveolens steht bei Augenbeschwerden nach Naharbeit mit Brennen und Ermüdung, ohne die geistige Benommenheit und die Unverträglichkeit von Kleidung. Natrium muriaticum bringt ebenfalls Kopfschmerz nach Augenanstrengung mit, verbunden mit Salzverlangen und dem verschlossenen Gemütsbild. Lilium tigrinum teilt die Beckenbeschwerden. Für Onosmodium sprechen die Verbindung von Augenanstrengung, Entschlusslosigkeit, Kreuzschmerz und der Unverträglichkeit jeder Enge am Körper.

Verwandte Mittel

Gelsemium sempervirensRuta graveolensNatrium muriaticumLilium tigrinumArgentum nitricumPicricum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.