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Materia medica · Nr. 2504

Oleum jecoris aselli

Ol-j.

In 408 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Oleum jecoris aselli, der Lebertran, wird in der Materia medica als Mittel bei Auszehrung und schwächlicher Konstitution beschrieben. Kennzeichnend sind Abmagerung trotz Heißhunger, Mangel an Lebenswärme und eine aufsteigende Kälte im Rücken. Beschrieben wird häufig ein zurückgebliebenes, mageres Kind mit aufgetriebenem Bauch, geschwollenen Gekrösedrüsen und Neigung zu Beschwerden in Brust und Gelenken.

Konstitution

KörperbauMager, abgezehrt, mit auffallend dünnen Gliedern und aufgetriebenem Bauch. Die Repertorien führen Zwergwuchs und Abmagerung, auch bei Kindern im Sinne der Auszehrung; die unteren Gliedmaßen magern sichtbar ab.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen kaum eigene Rubriken vor. Beschrieben wird eine matte, entnervte Verfassung mit rascher Erschöpfung; ein ausgearbeitetes seelisches Bild führt die Literatur zu diesem Mittel nicht.

Gemütsbild

Mattigkeit und Entnervung bei geringer BelastbarkeitErschöpfung im Verlauf zehrender KrankheitenKein eigenständiges Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesenAuswahl vorrangig nach Ernährungszustand, Brust- und Gelenkzeichen

Oleum jecoris aselli ist im Repertorium überwiegend über körperliche Rubriken vertreten. Als allgemeines Zeichen steht die Schwäche im Sinne einer Entnervung, verbunden mit dem Mangel an Lebenswärme. Die klassische Materia medica beschreibt Menschen, die im Verlauf zehrender Krankheiten seelisch matt und teilnahmsarm werden, ohne dass daraus ein selbständiges Gemütsbild mit charakteristischen Wesenszügen entstünde. Ängste oder Wahnideen sind nicht ausgewiesen. Weitergehende Aussagen wären nicht durch Quellen gedeckt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Abmagerung trotz heißhungrigen Appetits; Auszehrung bei Kindern ausdrücklich verzeichnet
Mangel an Lebenswärme mit allgemeiner Kälteempfindlichkeit
Aufsteigendes Kältegefühl im Rücken, in den Repertorien im hohen Grad geführt
Wunder, brennender Schmerz in der Brust; wandernde Brustschmerzen und Stiche mit Ausstrahlung in den Rücken
Husten mit zähem, gelbem bis grünlichem Auswurf; morgendlicher Schleim im Kehlkopf
Vergrößerte Gekrösedrüsen, aufgetriebener Leib, wunder Schmerz in der rechten Oberbauchgegend und in der Lebergegend
Erkrankungen des Hüftgelenks, Abszesse an Knie und Sprunggelenk
Nächtliche Hitze der Handflächen
Verschlimmerung durch Milch
Nachtschweiße und Schwäche bei zehrenden Brusterkrankungen
Verschlechterung
  • Zugluft und Kälte
  • Milch als Nahrungsmittel
  • Nachts, besonders Hitze der Handflächen und Schweiß
  • Körperliche Anstrengung
Verbesserung
  • Wärme und warme Umhüllung
  • Ruhe
  • Gleichmäßige, geschützte Umgebung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Heißhunger, ausdrücklich als übermäßiger, unstillbarer Hunger geführt
Abneigung
  • Milch, die zugleich als verschlimmerndes Nahrungsmittel verzeichnet ist

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Abmagerung und Auszehrung, auch im Kindesalter, aufgeführtBei Mangel an Lebenswärme mit Kälteempfindlichkeit verzeichnetKlassisch zugeordnet zu zehrenden Erkrankungen der Brust mit zähem, gelbem AuswurfBei vergrößerten Gekrösedrüsen und aufgetriebenem Leib genanntBei Beschwerden des Hüftgelenks und Abszessen an Knie und Sprunggelenk beschriebenBei aufsteigendem Kältegefühl im Rücken im hohen Grad aufgeführt

Abgrenzung

Calcium phosphoricum teilt die Zeichen mangelhafter Entwicklung und der Knochenschwäche, dort jedoch mit ausgeprägtem Wachstumsschmerz und Verlangen nach geräucherten Speisen. Silicea zeigt ebenfalls Abmagerung, Drüsenschwellung und Neigung zu Abszessen, mit auffallender Frostigkeit und Fußschweiß, während Oleum jecoris die Auszehrung trotz Heißhunger und die aufsteigende Rückenkälte hervorhebt. Tuberculinum steht bei zehrenden Brustbeschwerden mit rascher Erschöpfung und wechselnden Symptomen. Iodum teilt den Heißhunger bei gleichzeitiger Abmagerung, dort jedoch mit Hitzeempfindlichkeit und Unruhe, was den frostigen Lebertranzustand gerade unterscheidet.

Verwandte Mittel

Calcium phosphoricumSiliceaTuberculinumIodumPhosphorusCalcium carbonicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.