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Materia medica · Nr. 2489

Ocimum canum

Oci.

In 97 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ocimum canum, ein tropisches Basilikum aus der Familie der Lippenblütler, ist in der Literatur als ausgesprochenes Nieren- und Harnsteinmittel überliefert. Kennzeichnend sind heftige, schneidende Schmerzen im Verlauf der Harnleiter, die von Erbrechen begleitet werden und häufig rechtsseitig auftreten, dazu ein rotes, ziegelmehlartiges Sandsediment im Harn. Das Bild ist eng umgrenzt und wird über diesen Befund bestimmt.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Das Mittel wird nicht konstitutionell, sondern nach dem Harn- und Nierenbefund gewählt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Prüfungsberichte zeichnen kein ausgearbeitetes Gemütsbild. Beschrieben wird der Zustand während der Kolik: unruhig, stöhnend, ohne Lage zu finden, weil der Schmerz in Wellen anschwillt und abfällt.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild in der Literatur ausgearbeitetUnruhe und Rastlosigkeit während der KolikanfälleVerlangen nach unverdaulichen Dingen wie Erde, Kalk oder KreideTräume, vergiftet zu werden

Die Gemütsrubriken zu Ocimum canum sind spärlich, doch zwei Angaben sind eigentümlich genug, um festgehalten zu werden. Zum einen verzeichnen die Appetitrubriken ein Verlangen nach Erde, Kalk, Kreide, Sand oder Kohle, also nach nicht als Nahrung geltenden Stoffen; diese Rubrik steht bei diesem Mittel mit deutlichem Grad. Zum anderen sind Träume verzeichnet, in denen sich der Träumende vergiftet glaubt. Über diese beiden Züge hinaus beschreibt die Literatur keine seelische Grundgestalt. Wer das Mittel erwägt, stützt sich auf den Nierenbefund, während die genannten Gemütszeichen allenfalls bestätigend hinzutreten.

Ängste: Traum, vergiftet zu werden, in den Schlafrubriken verzeichnet, Beklemmung während der heftigen Kolikanfälle

Leitsymptome

Schneidender Schmerz im Verlauf der Harnleiter, begleitet von Erbrechen, mit hohem Grad verzeichnet
Betonung der rechten Seite bei den Harnleiterschmerzen
Rotes, ziegelmehlartiges Sandsediment im Harn
Nierenkolik mit Ausstrahlung des Schmerzes in die Blase
Stechen in der Blase, das zu den Nieren hinaufzieht, mit Steinbildung in Verbindung gebracht
Krampfartiger Schmerz und Zittern in der Lendengegend
Verschlechterung
  • Anfallsweise auftretende Koliken, die mit Erbrechen einhergehen
  • Rechte Seite, für die Harnleiterschmerzen
  • Erschütterung und Bewegung während des Anfalls
  • Harnlassen, mit Absetzen von Sand
Verbesserung
  • Reichliches Trinken und Abgang von Sand mit dem Harn
  • In den vorliegenden Rubriken sind weitere Besserungsmodalitäten nicht eigens verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Erde, Kalk, Kreide, Ton, Sand oder Kohle, in den Appetitrubriken mit deutlichem Grad verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Nierenkoliken mit schneidendem Schmerz im Harnleiter und begleitendem ErbrechenHarnsteinleiden mit rotem Sandsediment im HarnEntzündliche Nierenzustände, in den Rubriken mit deutlichem Grad geführtBlasensteine mit stechendem Schmerz zu den Nieren hinEntzündung und Verhärtung des linken HodensSchmerz und Schwellung der Brustdrüse

Abgrenzung

Berberis vulgaris ist das am häufigsten herangezogene Mittel der Nierenkolik, mit strahlenförmig ausgehendem Schmerz von der Nierengegend aus und wechselnden Empfindungen; Ocimum canum hebt sich durch das begleitende Erbrechen und das ziegelrote Sandsediment ab. Lycopodium clavatum wird dem rechtsseitigen Nierenschmerz mit rotem Sand im Harn zugeordnet, betont dabei aber die Verschlimmerung nachmittags und den blähenden Verdauungszug. Cantharis vesicatoria kennzeichnet der unaufhörliche, brennende Harndrang mit tropfenweisem Abgang, der bei Ocimum canum so nicht im Vordergrund steht.

Verwandte Mittel

Berberis vulgarisLycopodium clavatumCantharis vesicatoriaSarsaparillaPareira bravaOcimum sanctum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.