Ocimum canum, ein tropisches Basilikum aus der Familie der Lippenblütler, ist in der Literatur als ausgesprochenes Nieren- und Harnsteinmittel überliefert. Kennzeichnend sind heftige, schneidende Schmerzen im Verlauf der Harnleiter, die von Erbrechen begleitet werden und häufig rechtsseitig auftreten, dazu ein rotes, ziegelmehlartiges Sandsediment im Harn. Das Bild ist eng umgrenzt und wird über diesen Befund bestimmt.
Konstitution
Gemütsbild
Kein eigenständiges Gemütsbild in der Literatur ausgearbeitetUnruhe und Rastlosigkeit während der KolikanfälleVerlangen nach unverdaulichen Dingen wie Erde, Kalk oder KreideTräume, vergiftet zu werden
Die Gemütsrubriken zu Ocimum canum sind spärlich, doch zwei Angaben sind eigentümlich genug, um festgehalten zu werden. Zum einen verzeichnen die Appetitrubriken ein Verlangen nach Erde, Kalk, Kreide, Sand oder Kohle, also nach nicht als Nahrung geltenden Stoffen; diese Rubrik steht bei diesem Mittel mit deutlichem Grad. Zum anderen sind Träume verzeichnet, in denen sich der Träumende vergiftet glaubt. Über diese beiden Züge hinaus beschreibt die Literatur keine seelische Grundgestalt. Wer das Mittel erwägt, stützt sich auf den Nierenbefund, während die genannten Gemütszeichen allenfalls bestätigend hinzutreten.
Ängste: Traum, vergiftet zu werden, in den Schlafrubriken verzeichnet, Beklemmung während der heftigen Kolikanfälle
Leitsymptome
- Anfallsweise auftretende Koliken, die mit Erbrechen einhergehen
- Rechte Seite, für die Harnleiterschmerzen
- Erschütterung und Bewegung während des Anfalls
- Harnlassen, mit Absetzen von Sand
- Reichliches Trinken und Abgang von Sand mit dem Harn
- In den vorliegenden Rubriken sind weitere Besserungsmodalitäten nicht eigens verzeichnet
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach Erde, Kalk, Kreide, Ton, Sand oder Kohle, in den Appetitrubriken mit deutlichem Grad verzeichnet
- In den vorliegenden Rubriken keine Speiseabneigungen verzeichnet
In Repertorien häufig zugeordnet
Nierenkoliken mit schneidendem Schmerz im Harnleiter und begleitendem ErbrechenHarnsteinleiden mit rotem Sandsediment im HarnEntzündliche Nierenzustände, in den Rubriken mit deutlichem Grad geführtBlasensteine mit stechendem Schmerz zu den Nieren hinEntzündung und Verhärtung des linken HodensSchmerz und Schwellung der Brustdrüse
Abgrenzung
Berberis vulgaris ist das am häufigsten herangezogene Mittel der Nierenkolik, mit strahlenförmig ausgehendem Schmerz von der Nierengegend aus und wechselnden Empfindungen; Ocimum canum hebt sich durch das begleitende Erbrechen und das ziegelrote Sandsediment ab. Lycopodium clavatum wird dem rechtsseitigen Nierenschmerz mit rotem Sand im Harn zugeordnet, betont dabei aber die Verschlimmerung nachmittags und den blähenden Verdauungszug. Cantharis vesicatoria kennzeichnet der unaufhörliche, brennende Harndrang mit tropfenweisem Abgang, der bei Ocimum canum so nicht im Vordergrund steht.
Verwandte Mittel
Berberis vulgarisLycopodium clavatumCantharis vesicatoriaSarsaparillaPareira bravaOcimum sanctum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.