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Materia medica · Nr. 2479

Nyctanthes arbortristis

Nyct.

In 9 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Nyctanthes arbortristis, der Nachtjasmin oder Baum der Traurigkeit, ist ein südasiatischer Baum, dessen weiße, stark duftende Blüten sich nachts öffnen und am Morgen abfallen. In der indischen Heilkunde gilt der bittere Blattaufguss seit langem als Fiebermittel; Boericke hat ihn in die homöopathische Materia medica übernommen. Die Repertorien führen ihn bei gallig gefärbtem, nachlassend wiederkehrendem Fieber und bei hartnäckigem Ischiasschmerz.

Konstitution

KörperbauEin kennzeichnender Körperbau wird nicht beschrieben. Die Literatur zeichnet eher einen Zustand: den durch wiederkehrende Fieberanfälle geschwächten, gallig belasteten Menschen mit belegter Zunge und bitterem Mundgeschmack.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentZum Temperament liegen keine geprüften Angaben vor. Beschrieben wird die Verdrossenheit und Abgeschlagenheit, die zu wiederkehrenden Fieberzuständen mit Leber- und Gallenbeteiligung gehört, nicht ein eigenständiges Wesensbild des Mittels.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken sind keine Gemütszeichen verzeichnetDas Mittel ist über Fieber, Gallenbeteiligung und Nervenschmerz erfasstBeschrieben wird allgemeine Abgeschlagenheit im Fieberverlauf

Für Nyctanthes arbortristis enthält die Datenbasis ausschließlich körperliche Rubriken. Das Mittel stammt aus der indischen Tradition und ist über die anglo-indische Literatur des neunzehnten Jahrhunderts in die Homöopathie gelangt; Boericke führt es kurz als Mittel bei gallig gefärbtem Fieber, bei hartnäckigem Ischiasschmerz und als bitteres Tonikum. Ein durchgeprüftes Gemütsbild existiert nicht. Was an seelischer Verfassung genannt wird, ist die Reizbarkeit und Mattigkeit der Fieberkranken. Der volkstümliche Name Baum der Traurigkeit bezieht sich auf das nächtliche Abfallen der Blüten, nicht auf ein Arzneimittelbild, und sollte nicht als Gemütszeichen gelesen werden. Über diese Einordnung hinaus lässt sich nichts Belastbares sagen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Gallig gefärbtes Fieber, in den Rubriken ausdrücklich geführt; die Literatur beschreibt bitteren Mundgeschmack, belegte Zunge und galliges Erbrechen
Nachlassend wiederkehrendes Fieber mit unregelmäßigem Verlauf, in den Rubriken als remittierend verzeichnet
Hartnäckiger Ischiasschmerz mit Ausstrahlung ins Bein, in den Rubriken als Schmerz der unteren Gliedmaßen geführt
Rheumatische Beschwerden, unter den klinischen Rubriken genannt
Boericke beschreibt das Mittel zusätzlich als bitteres Tonikum bei Verdauungsschwäche nach Fieberzuständen
Verschlechterung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Modalitäten ausgewiesen
  • Beschrieben wird der anfallsweise wiederkehrende Verlauf des Fiebers
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Modalitäten ausgewiesen
  • Zu bessernden Umständen liegen keine belastbaren Angaben vor

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Die Literatur nennt Appetitlosigkeit mit bitterem Mundgeschmack im Fieberverlauf

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei gallig gefärbtem Fieber aufgeführtBei nachlassend wiederkehrendem Fieber verzeichnetKlassisch zugeordnet zu hartnäckigem IschiasschmerzBei rheumatischen Beschwerden genannt

Abgrenzung

China officinalis ist bei anfallsweise wiederkehrendem Fieber mit Schwäche nach Säfteverlust das weit größere und besser geprüfte Mittel. Chelidonium majus überschneidet sich bei galliger Belastung mit Leberzeichen, kenntlich am Schmerz unter dem rechten Schulterblatt. Bei Ischiasschmerz sind Colocynthis mit der Besserung durch starken Druck und Gnaphalium polycephalum mit dem Wechsel von Schmerz und Taubheit zu vergleichen. Nyctanthes arbortristis wird durch das Zusammentreffen von galligem Fieber und hartnäckigem Ischiasschmerz bestimmt.

Verwandte Mittel

China officinalisChelidonium majusColocynthisGnaphalium polycephalumNatrium sulphuricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.