Nyctanthes arbortristis, der Nachtjasmin oder Baum der Traurigkeit, ist ein südasiatischer Baum, dessen weiße, stark duftende Blüten sich nachts öffnen und am Morgen abfallen. In der indischen Heilkunde gilt der bittere Blattaufguss seit langem als Fiebermittel; Boericke hat ihn in die homöopathische Materia medica übernommen. Die Repertorien führen ihn bei gallig gefärbtem, nachlassend wiederkehrendem Fieber und bei hartnäckigem Ischiasschmerz.
Konstitution
Gemütsbild
In den vorliegenden Rubriken sind keine Gemütszeichen verzeichnetDas Mittel ist über Fieber, Gallenbeteiligung und Nervenschmerz erfasstBeschrieben wird allgemeine Abgeschlagenheit im Fieberverlauf
Für Nyctanthes arbortristis enthält die Datenbasis ausschließlich körperliche Rubriken. Das Mittel stammt aus der indischen Tradition und ist über die anglo-indische Literatur des neunzehnten Jahrhunderts in die Homöopathie gelangt; Boericke führt es kurz als Mittel bei gallig gefärbtem Fieber, bei hartnäckigem Ischiasschmerz und als bitteres Tonikum. Ein durchgeprüftes Gemütsbild existiert nicht. Was an seelischer Verfassung genannt wird, ist die Reizbarkeit und Mattigkeit der Fieberkranken. Der volkstümliche Name Baum der Traurigkeit bezieht sich auf das nächtliche Abfallen der Blüten, nicht auf ein Arzneimittelbild, und sollte nicht als Gemütszeichen gelesen werden. Über diese Einordnung hinaus lässt sich nichts Belastbares sagen.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- In den vorliegenden Rubriken keine Modalitäten ausgewiesen
- Beschrieben wird der anfallsweise wiederkehrende Verlauf des Fiebers
- In den vorliegenden Rubriken keine Modalitäten ausgewiesen
- Zu bessernden Umständen liegen keine belastbaren Angaben vor
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Die Literatur nennt Appetitlosigkeit mit bitterem Mundgeschmack im Fieberverlauf
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei gallig gefärbtem Fieber aufgeführtBei nachlassend wiederkehrendem Fieber verzeichnetKlassisch zugeordnet zu hartnäckigem IschiasschmerzBei rheumatischen Beschwerden genannt
Abgrenzung
China officinalis ist bei anfallsweise wiederkehrendem Fieber mit Schwäche nach Säfteverlust das weit größere und besser geprüfte Mittel. Chelidonium majus überschneidet sich bei galliger Belastung mit Leberzeichen, kenntlich am Schmerz unter dem rechten Schulterblatt. Bei Ischiasschmerz sind Colocynthis mit der Besserung durch starken Druck und Gnaphalium polycephalum mit dem Wechsel von Schmerz und Taubheit zu vergleichen. Nyctanthes arbortristis wird durch das Zusammentreffen von galligem Fieber und hartnäckigem Ischiasschmerz bestimmt.
Verwandte Mittel
China officinalisChelidonium majusColocynthisGnaphalium polycephalumNatrium sulphuricum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.