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Materia medica · Nr. 2476

Nuphar luteum

Nuph.

In 182 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Nuphar luteum, die Gelbe Teichrose, ist in den Repertorien vor allem durch zwei Bereiche vertreten: den völligen Verlust des Geschlechtstriebs beim Mann mit ausbleibenden Erektionen und Samenabgang ohne Erregung sowie eine schmerzlose, frühmorgendliche Durchfallneigung. Kennzeichnend ist ein Zustand allgemeiner Erschöpfung, in dem sich der Körper wie entnervt anfühlt und Beschwerden nach dem Stuhlgang nachlassen.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Die Literatur beschreibt vorwiegend erschöpfte, geschwächte Menschen, häufig nach zehrenden Krankheiten oder langer sexueller Überreizung.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDas Gemüt tritt im Bild deutlich zurück. Genannt wird eine mitfühlende, teilnehmende Grundhaltung. Im Übrigen steht ein Gefühl von Kraftlosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber sexuellen Regungen im Vordergrund, das die Betroffenen selbst als auffällig empfinden.

Gemütsbild

Mitgefühl und Teilnahme am Ergehen andererKraftlosigkeit und EntnervungErloschenes sexuelles Interesse ohne BedauernZurückgezogenheit bei körperlicher Schwäche

Die vorliegenden Gemütsrubriken sind sparsam und nennen vor allem eine mitfühlende, mitleidsvolle Wesensart. Die klassische Materia medica schildert Nuphar luteum weniger als Gemütsmittel denn als Mittel der körperlichen Entnervung: Der Antrieb fehlt, die Empfindungen sind gedämpft, sexuelle Regungen bleiben aus, ohne dass darüber besondere Erregung entstünde. Beschrieben wird ein Zustand nach langem Kräfteverlust, in dem der Betroffene sich matt und wie ausgehöhlt erlebt. Weitergehende seelische Züge sind in der Literatur nicht näher beschrieben.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Ängste verzeichnet, Sorge um die eigene sexuelle Leistungsfähigkeit

Leitsymptome

Vollständiges Fehlen des Geschlechtstriebs beim Mann, Erektionen bleiben aus oder sind unvollständig — der bekannteste Zug des Mittels
Samenabgang ohne Erektion, auch während des Stuhlgangs
Schmerzloser Durchfall in den frühen Morgenstunden, etwa zwischen fünf und sechs Uhr, mit dünnem, wässrigem Stuhl
Brennen im Mastdarm während des Durchfalls
Erschlaffung des Hodensacks, Jucken am Skrotum, Zurückziehen des Penis
Ausgeprägte Schwäche, besonders abends, mit Kraftlosigkeit der Beine
Verschlechterung
  • Vor dem Stuhlgang, mit Bauchschmerz
  • Frühe Morgenstunden, besonders 5 bis 6 Uhr
  • Abends, mit zunehmender Schwäche
  • Anstrengung und längeres Stehen
Verbesserung
  • Nach dem Stuhlgang lassen die Bauchschmerzen nach
  • Druck auf schmerzende Stellen, etwa am Oberschenkel
  • Ruhe und Liegen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine ausgeprägten Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Abneigung gegen geschlechtliche Betätigung, dem eigenen Empfinden nach ohne Verlangen
  • In der Literatur keine besonderen Speiseabneigungen beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Sexuelle Schwäche des Mannes mit ausbleibenden Erektionen, in Repertorien mehrfach aufgeführtSamenverlust ohne Erregung, auch beim StuhlgangSchmerzloser Morgendurchfall, der aus dem Bett treibtErschöpfungszustände nach zehrenden ErkrankungenHautausschläge, in älteren Quellen auch nach Kontakt mit Giftsumach genannt

Abgrenzung

Agnus castus teilt die sexuelle Erschöpfung mit fehlender Erektion, verbindet sie jedoch mit ausgeprägter Traurigkeit und der Vorstellung, bald zu sterben. Selenium zeigt ebenfalls Samenverlust und Schwäche, dort aber mit lebhafter Vorstellung bei körperlichem Unvermögen. Beim frühmorgendlichen Durchfall steht Sulphur nahe, dessen Stuhl jedoch brennend und übelriechend beschrieben wird und mit Hitze und Hautjucken einhergeht; Nuphar luteum kennzeichnet die Schmerzlosigkeit.

Verwandte Mittel

Agnus castusSeleniumSulphurConium maculatumChina officinalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.