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Materia medica · Nr. 2466

Nitrobenzolum

Nitrob.

In 46 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Nitrobenzolum wird aus Nitrobenzol, dem sogenannten Mirbanöl, bereitet — einer aromatischen Verbindung, die früher in der Parfüm- und Farbenherstellung verwendet wurde. Das homöopathische Bild entstammt weitgehend Vergiftungsbeobachtungen und ist entsprechend dramatisch: Blaufärbung von Händen und Fingern, bleifarbenes Gesicht, starre oder rollende Augen und krampfhafte Steifigkeit. Es ist ein kleines Mittel mit einem sehr charakteristischen, aber engen Bild.

Konstitution

KörperbauKein konstitutionelles Bild überliefert. Das Mittel ist über akute Vergiftungszustände beschrieben und nicht über einen Konstitutionstyp.
Thermalitätfrostig
TemperamentEin Temperamentsbild liegt nicht vor. Das Repertorium führt keine Gemütsrubrik für Nitrobenzolum; die überlieferten Symptome betreffen Bewusstseinstrübung und Sprachstörung im Rahmen des Vergiftungsbildes. Eine Charakterzeichnung wäre hier nicht gedeckt.

Gemütsbild

Gemütsebene im Repertorium nicht besetztBewusstlosigkeit als Teil des VergiftungsbildesStammelnde, stockende Sprache

Für Nitrobenzolum liegen keine Mind-Rubriken vor. Die Angaben, die die geistige Ebene berühren, stammen aus dem Vergiftungsbild: Erbrechen während der Bewusstlosigkeit und stammelnde Sprache. Das Mittel wird in der klassischen Literatur, etwa bei Clarke, als Zustandsbild schwerer Blutveränderung geführt, nicht als Konstitutions- oder Gemütsmittel. Ein psychisches Porträt wird hier bewusst nicht ausgeführt, weil es die Datenlage nicht trägt. Alle vorliegenden Rubriken sind zudem nur im ersten Grad besetzt.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine Angstrubriken im Repertorium vorhanden

Leitsymptome

Blaufärbung von Händen und Fingern bei gleichzeitiger Kälte — das auffälligste Zeichen des Mittels
Bleifarbenes oder blasses Gesicht
Starrer Blick, glasiges Auge, Schielen, nach innen gedrehte Augen
Ständige Bewegung der Augäpfel unter geschlossenen Lidern, pendelnd oder rollend
Krampfhafte Steifigkeit (tetanische Starre)
Erbrechen während der Bewusstlosigkeit; stammelnde Sprache; aufsteigender Frost
Verschlechterung
  • Eigene Verschlechterungsrubriken sind im Repertorium nicht ausgewiesen
  • Die Beschwerden werden als Folge einer Einwirkung von außen beschrieben
Verbesserung
  • Kaltes Wasser ins Gesicht — im Repertorium ausdrücklich als Besserung der krampfhaften Starre geführt
  • Weitere Besserungsmodalitäten sind nicht belegt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Verlangensrubriken im Repertorium erfasst
Abneigung
  • Keine Abneigungsrubriken im Repertorium erfasst

In Repertorien häufig zugeordnet

Krampfzustände mit tetanischer StarreBlaufärbung der Haut mit Kälte der HändeAugensymptome mit starrem Blick und AugenrollenSprachstörung mit StammelnLichtblitze vor den Augen

Abgrenzung

Die Blaufärbung der Haut mit Kälte teilt Nitrobenzolum mit Carbo vegetabilis, Camphora und Cuprum metallicum. Von Carbo vegetabilis unterscheidet es die tetanische Starre und die auffälligen Augenbewegungen, von Cuprum metallicum das Fehlen der typischen Daumen-Einschlagsstellung. Charakteristisch und in dieser Form kaum bei einem anderen Mittel zu finden ist die Besserung der Starre durch kaltes Wasser ins Gesicht. Da alle Rubriken nur im ersten Grad besetzt sind, ist bei der Zuordnung Zurückhaltung angebracht.

Verwandte Mittel

Carbo vegetabilisCuprum metallicumCamphoraAnilinumHydrocyanicum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.