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Materia medica · Nr. 2465

Nitrogenium oxygenatum

Nitro-o.

In 21 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Nitrogenium oxygenatum, das Distickstoffmonoxid oder Lachgas, ist ein kleines, aus der Narkosewirkung abgeleitetes Mittel. Das Bild ist geprägt von einem Schwebe- und Rauschzustand: Die Sinne verändern sich, Stimmen scheinen aus der Ferne zu kommen, und es besteht die Vorstellung, erhoben zu sein oder in der Luft zu schweben. Daneben stehen ein Verlust an Selbstvertrauen und hysterisch anmutende Erregungszustände.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist für dieses Mittel nicht überliefert. Es wird nach dem Sinnes- und Gemütsbild verordnet, nicht nach dem Körperbau.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird ein Wechsel zwischen gehobener, gelöster Stimmung und einem Zusammenbrechen des Selbstvertrauens. Die Betroffenen wirken wie leicht benommen und von der Wirklichkeit abgerückt. Erregung und Erschlaffung lösen einander ohne erkennbaren äußeren Anlass ab.

Gemütsbild

Mangel an SelbstvertrauenWahnidee, erhoben zu sein oder in der Luft zu schwebenHysterisch anmutende ErregungVeränderte Sinneswahrnehmung

Das Gemütsbild ist knapp, aber charakteristisch geordnet. Im Repertorium steht der Mangel an Selbstvertrauen neben Wahnvorstellungen des Erhobenseins - das Gefühl, über dem Boden zu schweben oder emporgetragen zu werden. Dazu tritt Hysterie im klassischen Wortsinn: heftige, wechselnde Erregungszustände ohne fassbares Thema. Die Literatur leitet dieses Bild aus der bekannten Narkosewirkung des Gases ab, das Bewusstsein und Körpergefühl voneinander löst. Ein durchgezeichnetes Konstitutionsbild mit Beziehungsthemen, wie es größere Mittel haben, liegt nicht vor; der Zugang führt über die eigentümlichen Wahrnehmungsveränderungen.

Ängste: Unsicherheit und Zweifel an der eigenen Kraft, Angstzustände im Rahmen hysterischer Erregung

Leitsymptome

Gehörtäuschung: Stimmen scheinen aus weiter Ferne zu kommen
Empfindung von Prickeln, Kribbeln und Durchrieseln in den Gliedern
Unwillkürlicher Harnabgang, besonders nachts im Bett; krampfartiges Einnässen
Blutandrang in der Brust mit Stauung in den Lungen
Herzklappenbeschwerden werden im Repertorium unter diesem Mittel geführt
Verschlechterung
  • Nachts, besonders im Schlaf (unwillkürlicher Harnabgang)
  • Aufregung und Erregungszustände
Verbesserung
  • Ruhe und frische Luft
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Nächtliches Einnässen mit krampfartigem CharakterGehörtäuschungen mit EntfernungsgefühlZustände von Benommenheit und verändertem KörpergefühlHysterisch anmutende ErregungszuständePrickeln und Kribbeln in den Gliedern

Abgrenzung

Von Aethusa oder Chloroformium unterscheidet sich Nitrogenium oxygenatum durch das Schwebe- und Erhobenheitsgefühl bei erhaltenem, aber verändertem Bewusstsein. Cannabis indica teilt die Wahrnehmungsverschiebung von Zeit und Raum, ist jedoch weit reicher an Bildern und Trugwahrnehmungen. Bei nächtlichem Einnässen sind Causticum, Kreosotum und Equisetum die weit besser geprüften und häufiger geführten Mittel; Nitrogenium oxygenatum kommt nur bei zusätzlich passenden Sinnes- und Gemütszeichen in Betracht.

Verwandte Mittel

Cannabis indicaAethusa cynapiumCausticumKreosotumOpium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.