Nicotinum ist das aus der Tabakpflanze gewonnene Alkaloid und steht als eigenständiges Mittel neben dem breiter ausgearbeiteten Tabacum. Sein Bild ist im Wesentlichen ein toxikologisches: Kollaps, Übelkeit mit Todesblässe, Krämpfe und geistige Erschöpfung. Kennzeichnend ist die ausdrückliche Verschlechterung durch Tabak, die das Repertorium unter den Allgemeinsymptomen führt.
Konstitution
Gemütsbild
Geistige Erschöpfung und ZerschlagenheitBenommenheit und Unfähigkeit zur KonzentrationÜberempfindlichkeit gegen TabakKraftlosigkeit bis zum Zusammenbruch
Das Repertorium führt für Nicotinum unter den Gemütsangaben vor allem die Erschöpfung des Geistes: eine Prostration, bei der das Denken schwerfällt, die Aufmerksamkeit nicht zu halten ist und jede geistige Anstrengung zu viel wird. Dieser Zustand ist eng mit der körperlichen Kollapsneigung verbunden und nicht als selbständiger Charakterzug zu verstehen. Die Materia medica beschreibt begleitend Benommenheit, Schwindelgefühl und eine dumpfe innere Leere, wie sie nach Tabakvergiftung auftritt. Eine breitere seelische Zeichnung fehlt; Nicotinum ist ein Mittel der akuten Zustände und wird über die körperlichen Zeichen und die Tabakempfindlichkeit bestimmt.
Ängste: Beklemmung und Angst beim Kollapszustand, Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Tabak, Tabakrauch und Tabakgeruch
- Bewegung, besonders schaukelnde Bewegung wie auf dem Schiff
- Aufrichten und Sitzen
- Frische, kühle Luft
- Ruhiges Liegen mit geschlossenen Augen
- Aufdecken
Verlangen und Abneigungen
- Keine charakteristischen Verlangen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Abneigung gegen Tabak und Tabakrauch
- Abneigung gegen Speisen bei bestehender Übelkeit
In Repertorien häufig zugeordnet
Folgen von TabakmissbrauchSeekrankheit und ReiseübelkeitKollapszustände mit Blässe und kaltem SchweißKrampfanfälle mit AuraGeistige Erschöpfung
Abgrenzung
Tabacum ist das umfassender geprüfte Mittel derselben Pflanze und deckt die Seekrankheit mit der kennzeichnenden Besserung durch frische Luft und Aufdecken, dem eiskalten Schweiß und dem Todesgefühl in der Magengrube am breitesten ab; Nicotinum bleibt dagegen auf das Alkaloidbild mit Krampf- und Kollapsneigung beschränkt. Cocculus indicus wird bei Reiseübelkeit mit Schwindel und Verschlechterung durch Bewegung und Schlafmangel geführt. Nux vomica steht den Folgen von Genussmitteln nahe, ist aber durch Reizbarkeit, Krampfneigung des Verdauungstrakts und Überempfindlichkeit gegen Sinnesreize unterschieden.
Verwandte Mittel
TabacumCocculus indicusNux vomicaVeratrum albumCamphora
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.