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Materia medica · Nr. 2453

Nicotinum

Nicot.

In 14 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Nicotinum ist das aus der Tabakpflanze gewonnene Alkaloid und steht als eigenständiges Mittel neben dem breiter ausgearbeiteten Tabacum. Sein Bild ist im Wesentlichen ein toxikologisches: Kollaps, Übelkeit mit Todesblässe, Krämpfe und geistige Erschöpfung. Kennzeichnend ist die ausdrückliche Verschlechterung durch Tabak, die das Repertorium unter den Allgemeinsymptomen führt.

Konstitution

KörperbauKein eigener Konstitutionstyp beschrieben; im Vordergrund steht der akute Zustand von Kollaps und Kräfteverfall, wie er der Alkaloidwirkung entspricht.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Literatur beschreibt vor allem den Zustand geistiger Erschöpfung und Zerschlagenheit, nicht ein dauerhaftes Temperament. Charakteristisch ist die Empfindlichkeit gegen Tabak in jeder Form. Ein ausgearbeitetes Konstitutionsbild wie bei den großen Polychresten besteht für Nicotinum nicht.

Gemütsbild

Geistige Erschöpfung und ZerschlagenheitBenommenheit und Unfähigkeit zur KonzentrationÜberempfindlichkeit gegen TabakKraftlosigkeit bis zum Zusammenbruch

Das Repertorium führt für Nicotinum unter den Gemütsangaben vor allem die Erschöpfung des Geistes: eine Prostration, bei der das Denken schwerfällt, die Aufmerksamkeit nicht zu halten ist und jede geistige Anstrengung zu viel wird. Dieser Zustand ist eng mit der körperlichen Kollapsneigung verbunden und nicht als selbständiger Charakterzug zu verstehen. Die Materia medica beschreibt begleitend Benommenheit, Schwindelgefühl und eine dumpfe innere Leere, wie sie nach Tabakvergiftung auftritt. Eine breitere seelische Zeichnung fehlt; Nicotinum ist ein Mittel der akuten Zustände und wird über die körperlichen Zeichen und die Tabakempfindlichkeit bestimmt.

Ängste: Beklemmung und Angst beim Kollapszustand, Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Kollaps mit Blässe, kaltem Schweiß und Kraftlosigkeit - die kennzeichnende Allgemeinangabe
Ausdrückliche Verschlechterung durch Tabak in jeder Form
Übelkeit, in den Repertorien besonders als Seekrankheit geführt, mit Erbrechen und tödlicher Blässe
Krämpfe, epileptiform, mit vorausgehender Aura
Tetanische Starre und Muskelkrämpfe
Geistige Erschöpfung mit Benommenheit und Schwindel
Verschlechterung
  • Tabak, Tabakrauch und Tabakgeruch
  • Bewegung, besonders schaukelnde Bewegung wie auf dem Schiff
  • Aufrichten und Sitzen
Verbesserung
  • Frische, kühle Luft
  • Ruhiges Liegen mit geschlossenen Augen
  • Aufdecken

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Abneigung gegen Tabak und Tabakrauch
  • Abneigung gegen Speisen bei bestehender Übelkeit

In Repertorien häufig zugeordnet

Folgen von TabakmissbrauchSeekrankheit und ReiseübelkeitKollapszustände mit Blässe und kaltem SchweißKrampfanfälle mit AuraGeistige Erschöpfung

Abgrenzung

Tabacum ist das umfassender geprüfte Mittel derselben Pflanze und deckt die Seekrankheit mit der kennzeichnenden Besserung durch frische Luft und Aufdecken, dem eiskalten Schweiß und dem Todesgefühl in der Magengrube am breitesten ab; Nicotinum bleibt dagegen auf das Alkaloidbild mit Krampf- und Kollapsneigung beschränkt. Cocculus indicus wird bei Reiseübelkeit mit Schwindel und Verschlechterung durch Bewegung und Schlafmangel geführt. Nux vomica steht den Folgen von Genussmitteln nahe, ist aber durch Reizbarkeit, Krampfneigung des Verdauungstrakts und Überempfindlichkeit gegen Sinnesreize unterschieden.

Verwandte Mittel

TabacumCocculus indicusNux vomicaVeratrum albumCamphora

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.